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Flüssigkeit in Bach gekippt?Spaziergänger finden tote Fische in Euskirchener Park-Teich

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Zwei Feuerwehrmänner sitzen in einem Schlauchboot und ziehen mit einem Kescher einen toten Fisch aus dem Wasser.

Ungewöhnlicher Einsatz für die Euskirchener Feuerwehr: Thomas Schmitz (l.) und Fabian Roggendorf fischten sechs verendete Fische aus dem Schillerpark in Euskirchen.

Spaziergängern haben im Schillerpark verendete Tiere entdeckt. Die Untere Wasserbehörde hat Proben entnommen. Ein Anwohner gab an, beobachtet zu haben, dass ein Unbekannter eine Flüssigkeit in einen Bach kippte, der in den Teich fliest.

Das war kein alltäglicher Einsatz für die Euskirchener Feuerwehr. Am Samstag ruderten gegen 10.40 Uhr die Feuerwehrleute Fabian Roggendorf und Thomas Schmitz mit einem Boot über den Schillerpark. Die Einsatzleitung hatte Namensvetter Thomas Schmitz inne. Der Grund der ungewöhnlichen Bootstour: Spaziergänger hatten mehrere tote Fische an der Wasseroberfläche treiben sehen.

Die Feuerwehrleute holten mithilfe eines Keschers etwa ein halbes Dutzend verendete Fische aus dem Wasser – teilweise etwa 50 Zentimeter groß. „Die anderen Fische japsten förmlich nach Luft“, berichtete Roggendorf als er wieder an Land war.

Untere Wasserbehörde des Kreises Euskirchen entnimmt Wasserproben

Neben der Feuerwehr waren zwei Mitarbeiter des Technischen Dienstes der Stadt Euskirchen zum Schillerpark gekommen. Diese hatten auch die Untere Wasserbehörde des Kreises Euskirchen benachrichtigt, die sich erst nach einem abermaligen Anruf auf den Weg machte und gegen Mittag am Schillerpark eintraf.

Ein Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde kniet auf dem Boden und entnimmt eine Wasserprobe. Er trägt eine gelbe Jacke.

Wasserproben entnahm ein Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde des Kreises.

Der Kreis-Mitarbeiter entnahm Wasserproben und suchte das Gespräch mit einem Anwohner. Der hatte nach Angaben eines Bauhofmitarbeiters in der vergangenen Woche beobachtet, wie jemand eine unbekannte Flüssigkeit kurz vor dem Zulauf in den Schillerpark in den Mitbach geleitet haben soll.

Der Bach sei zwar zu diesem Zeitpunkt trockengefallen gewesen, führte also kein Wasser direkt in den Teich, hatte aber eine Art Pfütze. Die Vermutung des Anwohners: Die gefallene Regenmenge in der vergangenen Woche könnte ausgereicht haben, um die Flüssigkeit in den Schillerpark fließen zu lassen.

Feuerwehr und Technischer Dienst sprechen von Gestank

Sowohl Feuerwehr als auch der Technische Dienst berichteten, dass es im Bereich des Zulaufs „deutlich wahrnehmbar stinkt“. Auch am anderen Ende des Schillerparks war der Geruch zu vernehmen. Fischreiher, Enten und Nutrias ging es am Samstag augenscheinlich gut.

Während des Wartens auf den Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde entschied Ottmar Zwicker, Leiter der Technischen Dienste, den großen Springbrunnen anzuschalten, um so die Wassermassen zu durchmischen und Sauerstoff zu bilden. Die drei Springbrunnen im Schillerpark waren für den Winter eigentlich bereits ausgeschaltet worden.

Probleme am Schillerpark in Euskirchen nicht neu

Neu sind solche Probleme am Schillerpark nicht. Der Teich, der Ende der 1920er Jahre auf sumpfigem sowie unwirtschaftlichem Wiesenland entstand und wo sich einst der Ort Disternich befand, ist nicht sonderlich tief. Vor zwei Jahren sei deshalb eine zusätzliche Pumpe installiert worden, um in den Sommermonaten mehr „Bewegung ins Wasser zu bekommen“, so ein Mitarbeiter des Bauhofs.

Zudem pumpte Ende 2020 ein Spezialfahrzeug Laub der angrenzenden Gehölze ab, um einer zunehmenden Verschlammung und dem erheblichem Sauerstoffdefizit entgegenzuwirken. Das Gewässer hatte im Sommer 2020 eine trübe Grünfärbung angenommen und drohte ökologisch „umzukippen“. Am Samstag war die Feuerwehr auch nicht das erste Mal am Schillerpark.

Bereits am Freitagnachmittag hatten Spaziergänger die verendeten Fischer entdeckt und gemeldet. Da die Einsatzkräfte zu diesem Zeitpunkt aber keinen Kescher und kein Boot dabeihatten, entschieden sie sich dazu, die Tiere im Wasser zu lassen. Der Technische Dienst sicherte nun die Fische und werde sie mithilfe einer Spezialfirma fachmännisch entsorgen, sagte Betriebsleiter Zwicker.