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KneipenkarnevalDie Regenschirme von Euskirchen: So lief der Weiberdonnerstag

Lesezeit 3 Minuten
Bunt kostümierte Jecke bejubelten den Karneval und die Wiedereröffnung des Maat Stüffjes.

Hat erstmal nur Karneval geöffnet: das Maat Stüffje. Die Jecke strömten in die Kneipen, um sich vor dem Regen zu schützen.

Am Weiberdonnerstag entern die Jecken früh die Lokalitäten in Euskirchen, um sich vor dem Regen zu schützen. Die Straßen waren verlassen.

Wenn der Weiberdonnerstag schon dermaßen ins Wasser fallen muss – dann machen die Jecke wenigstens das Beste draus. Ne Jeck im Rään eben. Allerdings wird die Frage nach den Regenschirmen, die in den Feierlokalitäten vergessen werden, nicht beantwortet werden können.

8.30 Uhr: Für Sara und ein paar weitere Jecke beginnt der Tag am Euskirchener Bahnhof mit einer jecken Überraschung. D'r Zoch kütt – und das pünktlich. Beizeiten fährt die Bahn nach Köln ab – ohne Sara und die anderen Jecke, die da erst die Treppe zum Bahnsteig hochspurten.

9.03 Uhr: Jetzt geht's für Sara und die mittlerweile knapp 100 Jecke, die auf dem Bahnsteig stehen, in Richtung Domstadt. Oder doch nicht. Die zusätzliche Zugeinheit lässt sich nicht ankoppeln. Erst nach mehreren Versuchen zickt der Zug nicht mehr rum und die Türen lassen sich öffnen.

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Das Maat Stüffje öffnet bis Rosenmontag wieder seine Pforten

9.14 Uhr: Die Probleme sind gelöst, der Zoch rollt – der eine oder sagt sicher endlich – nach Köln ab.

10 Uhr: Das Maat Stüffje am Alten Markt in Euskirchen öffnet seine Türen. Die Kult-Kneipe hatte nach dem Pächterwechsel seit dem 1. Januar geschlossen. Jetzt macht der neue Pächter Jörg Peter bis einschließlich Rosenmontag auf. Danach wird wieder geschlossen und wahrscheinlich im März mit neuem Konzept wiedereröffnet.

10.40 Uhr: Das Kölsch läuft. Die ersten Alaafs sind auch schon ausgerufen worden. Jedes Getränk kostet 2,20 Euro – egal, ob Cola (wird kaum bestellt), Kölsch oder Schnaps. „Wir wollen es für die Jecken möglichst einfach halten“, sagt Jörg Peter. Das Konzept geht auf. Die Stimmung ist knapp eineinhalb Stunden vor dem Mittag schon ausgelassen.

Auf dem Platz am Gardebrunnen ist schon Aschermittwoch

11 Uhr: Das Zelt auf dem Alten Markt, betrieben von der Manufaktur-Crew, füllt sich langsam.

11.05 Uhr: Auf dem Platz am Gardebrunnen herrscht Aschermittwoch-Stimmung. Eigentlich sollte auch dort Karneval gefeiert werden. Aufgrund des Dauerregens hatten die Organisatoren die Veranstaltung mit DJ Jörg Grewe aber bereits am Mittwoch abgesagt.

12.20 Uhr: Die Jecke am Veybach-Center lassen sich die Stimmung nicht verregnen. Sie feiern tapfer die Machtübernahme der Wiever.

Die Schlange vor dem Casino in Euskirchen ist 150 Meter lang

13.40 Uhr: Die Zelte vor dem Donna Mia am Herz-Jesu-Vorplatz sind gut gefüllt. Dass DJ Tom Ley noch auf der Truck-Bühne am Veybach-Center steht, macht nichts. Es ist so oder so eher gemütliches Kölschtrinken angesagt.

14.15 Uhr: Etwa zehn Meter lang ist die Schlange vor dem Zelt auf dem Alten Markt. Die Stimmung im Zelt ist gut – es lohnt sich also zu warten. Und da auch dort die Regenschirme wichtiger sind als Konfetti, fällt der Nieselregen nicht auf.

14.50 Uhr: Die Schlange vor dem Casino ist etwa 150 Meter lang. Auch hier ist von den Jecken nicht viel zu erkennen, weil sich alle unter einem Regenschirm verstecken. Praktisch die einzigen Narren ohne Regenschirm sind Casino-Chef Hermann Verbeek und seine Frau Beate. Sie verkaufen in der Schlange bereits die ersten Getränkebons. „Das spart drinnen Zeit“, erklärt Beate Verbeek.

Am Casino ist sofort Stimmung, am Maat Stüffje geht nichts mehr

15.11 Uhr: Die Casino-Türen öffnen sich. Die Stimmung braucht von null auf Hundert handgestoppte elf Sekunden.

15.30 Uhr: Am Maat Stüffje geht nichts mehr. Ein Security-Mitarbeiter lässt nur Jecke rein, wenn andere rausgehen – und die nicht nur rauchen wollen.

16 Uhr: Die Party der Narrenzunft im Parkhotel startet. Auch dort wird geschunkelt und jebützt.

17.11 Uhr: Am Alten Markt ist das Zelt der Manufaktur voll. Ein Grund sicherlich: Dort ist es trocken und die Stimmung ziemlich jeck.

Irgendwann später: Leider ist in fünf Tagen Aschermittwoch.

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