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Unwetter Euskirchen und der EifelTeile eines Hausdachs weggerissen

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Dieser Baum in einem Vorgarten in Schleiden-Scheuren wurde buchstäblich bei dem Unwetter zerfetzt.

Euskirchen/Eifel – Der Kreis Euskirchen ist bei dem Unwetter am Abend des Pfingstmontags glimpflich davongekommen. So schnell es gekommen ist, so schnell war es auch wieder vorbei. Polizei und Feuerwehr registrierten ab 20.20 Uhr etwa 100 Einsätze. Gleich acht der elf Kommunen – Ausnahmen waren Bad Münstereifel, Blankenheim und Dahlem – richteten Koordinierungsstellen für die Einsätze ein.

Von Süden her zog das Gewitter über den Kreis, beginnend in Schleiden, Kall und Hellenthal. Zu schweren Gebäudeschäden ist es trotz einiger Blitzeinschläge offenbar nicht gekommen. Am ehemaligen Bauhof der Stadt Euskirchen wurden Teile des Dachs abgedeckt. Ansonsten mussten die Einsatzkräfte der Feuerwehr hauptsächlich umgestürzte Bäume und herabgefallene Äste von Straßen beseitigen. In einigen Orten war außerdem der Strom ausgefallen.

Auch der Bahnverkehr auf den Strecken Bonn-Euskirchen und Köln-Trier wurde durch das Unwetter beeinträchtigt. Die Bahn setzte Reparaturzüge mit Hebebühnen ein, um abgerissene Oberleitungen in Stand zu setzen. Im Laufe des Dienstagvormittags fuhren die Züge wieder.

Bereits am Nachmittag des Pfingstmontags wurden an der Kreuzstraße in Zülpich-Bessenich Teile eines Hausdachs durch eine Sturmböe der Stärke acht bis neun davongeweht. Tischtennisballgroße Hagelkörner verletzten eine Frau leicht am Kopf. Außerdem wurden im Zülpicher Stadtgebiet Fahrzeuge durch Hagelkörner beschädigt. Die Ausstellungsflächen der Landesgartenschau blieben von größeren Schäden verschont.

Das heißeste Pfingstwochenende

Im Zusammenhang mit dem Starkregen stand auch ein Unfall, der sich zum selben Zeitpunkt in Weilerswist ereignete. Auf der Kölner Straße, am Swister Berg, hatte ein 18-jähriger Autofahrer ausgangs einer Rechtskurve auf regennasser Fahrbahn die Kontrolle über sein Auto verloren und war frontal mit dem Auto einer 56-Jährigen aus Euskirchen zusammengestoßen. Die Frau wurde dabei leicht verletzt. Die Polizei stellte fest, dass die Reifen am Auto des Fahranfängers in einem mangelhaften Zustand waren.

Wie der Sinzenicher Wetterexperte Karl-Josef Linden mitteilte, war das Pfingstwochenende das bislang heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Am Samstagnachmittag meldete die offizielle Wetterstation des Erftverbandes aus Euskirchen-Roitzheim 34,4 Grad auf freier Wiese (Füssenich 32,3 Grad und Weilerswist-Metternich 32,4 Grad). Auch am Montag wurden in Euskirchen noch einmal 33,0 Grad gemessen. Der absolute Juni-Rekord ist noch deutlich höher und stammt aus dem Jahre 1947, als am 27. Juni 37,6 Grad gemessen wurden. Rekordverdächtig auch die Zahl der Blitze: 30 000 zählte der Wetterdienst am Montagabend westlich des Rhein. Das Gewitter brachte viel Regen mit sich: In Schöneseiffen/Wahlerscheid fielen binnen einer halben Stunde 36 Liter auf den Quadratmeter. Hier wurde auch die höchste Windgeschwindigkeit mit 115 Stundenkilometern gemessen, was Windstärke 12 entspricht.