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Der Bahnhof in Opladen harrt immer noch seines Anschlusses an den Radweg Balkantrasse.

Der Bahnhof in Opladen harrt immer noch seines Anschlusses an den Radweg Balkantrasse.

  • Seit vier Jahren liegt der letzte Abschnitt des Panorama-Radwegs Balkantrasse auf Eis

Auf die Stadt Leverkusen ist der Vorstand des Fördervereins Balkantrasse Leverkusen gar nicht gut zu sprechen. Das wurde in der Mitgliederversammlung des inzwischen bereits 2300 Mitglieder zählenden Vereins jetzt deutlich. Zwar ist der Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen Opladen und Burscheid, der im Frühjahr 2014 eröffnet worden ist, längst ein Erfolgsmodell.

Doch fehlt seither der letzte, 800 Meter lange Abschnitt bis zum Anschluss an den Bahnhof Opladen. Die Grundstücksverhandlungen zwischen Stadt und Deutscher Bahn laufen seit vier Jahren, was Jürgen Wasse, 2. Vorsitzender, nicht nachvollziehen kann: "Die Stadt behauptet, die Bahn verkaufe das Grundstück nicht, und die Bahn gibt der Stadt für diese Situation die Schuld. Frühestens 2019 soll nun mit den Arbeiten begonnen werden", so Wasse.

Kein ernsthafter Einsatz

Laut der Bezirksregierung sei der Zuschuss beantragt worden, aber vorerst noch nicht genehmigt. Dabei ist die Hälfte der benötigten Grundstücke bereits in städtischem Besitz, nämlich das Trassenstück vom Imbacher Weg bis zur Rennbaumbrücke. Der Pendlerparkplatz an der Bahnhofsbrücke soll sogar Ende April eröffnet werden. Wasses Kommentar: "Einen wirklich ernsthaften Einsatz zur Vollendung des Panoramaradwegs Balkantrasse - und ganz allgemein zur Förderung des Radverkehrs in Leverkusen - können wir nicht erkennen."

Wenig kooperativ verhalte sich die Stadt auch, was den Ausbau des Wupperweges angeht. Dieses Stück Radweg, bisher nur ein Trampelpfad längs der Wupper, der vom Ende der Kastanienallee an der Schusterinsel bis zum Tierheim führt, sollte laut einem Beschluss der Bezirksvertretung II mit einer wassergebundenen Wegedecke ausgebaut werden. Jetzt werde der Ausbau für das Jahr 2019 und mit Kosten von 600 000 Euro kalkuliert. "Allein die Planungskosten für die 500 Meter längs der Wupper sollen 30 000 Euro betragen", trug Jürgen Wasse vor. Was ihn fatal daran erinnere, dass der Ausbau der Balkantrasse anfangs auch "kaputtgerechnet" werden sollte, als Kosten von 36 Millionen Euro aufgerufen wurden. Tatsächlich wurde der spätere Kostenrahmen von 1,8 Millionen Euro bei der Fertigstellung nicht einmal ausgeschöpft.

Aber es gab auch gute Nachrichten in der fast zwei Stunden dauernden Mitgliederversammlung der Freunde und Förderer der Balkantrasse. So berichtete Vereinsvorsitzende Petra Haller, dass der Tunnel am Bahnhof Pattscheid im vergangenen Jahr saniert werden konnte. Ein neuer Zugang wurde für den Bereich "Auf dem Bohnbüchel" angelegt, wo noch eine Hecke gepflanzt werden wird. Der Job Service Leverkusen wurde für die anfallenden Pflegemaßnahmen wie die Beseitigung von Brombeersträuchern beauftragt. " Die Beschäftigten haben wirklich präzise und sauber gearbeitet", berichtete Manfred Haußmann, Schatzmeister des Vereins.

Die Einrichtung eines "Baumparcours Bienen" wurde von der Birken- und der Adler-Apotheke finanziell unterstützt. Die Schüler der Gesamtschule Schlebusch, angeleitet von Reinhold Glüsenkamp, waren für die Installation zuständig. "Die individuell gestalteten Briefmarken rentierten sich finanziell zwar nicht, doch allein fürs Image und die stetig wachsende Bekanntheit hat sich die Herstellung gelohnt", berichtete Petra Haller. Der Verein verkaufte fast 13 000 Marken. Auch dieses Jahr sollen weitere Briefmarken produziert werden, dann aber mit einem neuen Design.

Lastenfahrrad kommt

Aber auch positive Dinge kamen zur Sprache. Vereinzelt wurden bereits historische Bilder mit Texten entlang der Balkantrasse installiert. Im Frühjahr sollen weitere Tafeln aufgestellt werden. Ein weiterer Blickfang wird die Rampenmauer am Pattscheider Bahnhof. Für deren Gestaltung werden professionelle Graffitikünstler engagiert. Neue Investitionen sollen in diesem Jahr die anfallenden Arbeiten erleichtern: Ein zweiter Container sorgt in Zukunft für mehr Stauraum, und mit einem Lastenfahrrad können schwere Werkzeuge leichter transportiert werden.

Das Sturmtief Friederike wütete auch über der Balkantrasse. 80 Bäume mussten von Gerald Völker und seinem Team anschließend gefällt werden. Zur Freude des Vereins arbeitet der bei der Stadt angestellte Baumprüfer ehrenamtlich für die Balkantrasse. "Seine einzige Bedingung ist die Spendensumme von 2000 Euro jährlich, diese wird an gemeinnützige Vereine überwiesen. Der vorherige Baumprüfer hat 26 000 Euro verlangt", erzählte Vereinsmitglied Gerald Völker. (mit ger)

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