Eigentlich sollte die Stadt das Haus in der Schützenstraße kaufen. Die Opposition fragt, warum das nicht geschehen ist.
ZuwanderungVilla für Geflüchtete in Leichlingen ist auf dem Markt

Die Villa in der Schützenstraße wird inzwischen von einem Makler angeboten.
Copyright: Thomas Käding
Die Villa in der Schützenstraße verwirrt die Opposition im Leichlinger Rat. Das Haus, in dem geflüchtete Familien wohnen, ist inzwischen in Immobilienportalen zu finden – ein Kölner Makler bietet es zum Preis von knapp 1,6 Millionen Euro an. Bezugsfrei sei das Haus zum 1. Juli 2026, heißt es weiter. Die Fraktionschefs von Grünen, BWL, SPD und Volt – Christian Paulitz-Erdmann, Martin Steinhäuser, Dominik Laufs und Alexander Dernbach sowie FDP-Mann Frederik Käding – wollen von Bürgermeister Maurice Winter wissen, was da gerade passiert: Schließlich hatte der Stadtrat vorigen Herbst beschlossen, die Villa zu kaufen. Dazu sollte sogar ein Nachtragshaushalt verabschiedet werden, weil der 2025er Etat die Investition von rund 1,5 Millionen nicht mehr hergab.
Den Kauf-Vorschlag hatte Winters Vorgänger Frank Steffes gemacht; die CDU-Fraktion hatte seinerzeit nicht zugestimmt, aber den Plan auch nicht abgelehnt. Seitdem liegt die Sache auf Eis. Grüne, BWL, SPD, Volt und FDP fragen nun den neuen Verwaltungschef, ob der Ratsbeschluss noch gültig ist. Und wenn nicht, auf welcher Grundlage er kassiert wurde.
Wurde mit dem Eigentümer gesprochen?
Weiterhin wollen sie wissen, ob man im Rathaus von dem Immobilieninserat weiß und ob etwas unternommen wurde, um die Kaufabsicht seitens der Stadt abzusichern. Schließlich: Ob mit der Familie Schürmann darüber gesprochen wurde, das Objekt vom Markt zu nehmen.
Das Inserat liest sich so, als müssten die geflüchteten Familien spätestens am 30. Juni ausgezogen sein. Dann hätte ein neuer Eigentümer freie Bahn. Die bis dahin anfallende monatliche Miete wird mit 2980 Euro netto kalt beziffert.
Neben der großzügigen Bauweise des 1912 errichteten und mit seinen beiden neueren Anbauten 415 Quadratmeter Wohnfläche bietenden Gebäudes wird im Inserat auch das Potenzial des Grundstücks hervorgehoben: Das etwas abseits der Schützenstraße gelegene Terrain ist 2247 Quadratmeter groß. Darauf könnte ein neuer Eigentümer zusätzlich zwei Zweifamilienhäuser mit insgesamt weiteren 440 Quadratmeter Wohnfläche errichten. Dafür gebe es „eine positiv beschiedene Bauvoranfrage“: 1478 Quadratmeter des Grundstücks seien als Bauland ausgewiesen, heißt es in dem Inserat.
Das alles klingt recht verlockend. Gut möglich, dass die Stadtverwaltung sehr bald wieder nach neuem Wohnraum für geflüchtete Personen fahnden muss.

