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Den Druck der Eltern nicht an die Naturschützer weitergeben

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Auf dem Feld Bohofsweg Ecke An der Wasserkuhl will die Stadtverwaltung jetzt eine Kindertagesstätte bauen.

Auf dem Feld Bohofsweg Ecke An der Wasserkuhl will die Stadtverwaltung jetzt eine Kindertagesstätte bauen.

Die Stadtverwaltung will jetzt am Bohofsweg auf bestem Land im Außenbereich eine Kita bauen. Das ist unlauter, findet unser Autor.

Wie ein ungebetener Verwandter, der durch die Hintertür plötzlich wieder in der Küche steht, so muss den Naturschützern das plötzliche Auftauchen des Bauvorhabens am Bohofsweg vorgekommen sein.

Denn an den Argumenten, die gegen einen großen Bau auf der abschüssigen Wiese mit Bäumen am Rand sprechen, hat sich nichts geändert, seit das damalige Projekt an demselben Platz mit dem irreführenden Namen „Ökosiedlung“ zu Grabe getragen wurde.

Klar, es gibt einen Mangel an Kita-Plätzen, der behoben werden muss und die Verwaltung steht seit mindestens zehn Jahren deswegen mächtig unter Druck. Allerdings darf die Stadtverwaltung diesen Druck der Eltern nicht mal einfach so an den Naturschutz weitergeben. Denn das ist offenbar die Strategie im Baudezernat: Jetzt, wo es Gegenwind gibt, scheint es so, als seien die Leverkusener Umweltschützer und die geplagten Eltern ohne Kita-Platz Gegner. Ein ähnlicher Mechanismus greift im Fall der Feuerwache, die die Verwaltung Auf den Heunen plant. Da werden die streitbaren Naturschützer schuld sein, wenn die Feuerwehr nach Jahren der Planung womöglich ganz ohne große Wache dasteht.

Unlauter ist dieses Vorgehen der Bauverwaltung, denn sie schlägt am Bohofsweg schon wieder einen Bauplatz auf wertvollem Land vor, bei dem klar ist, dass die Umwelt- und Landschaftsschützer nicht anders können, als dagegen zu kämpfen.

Nebenbei: Die Ökos sind fast alle im Rentneralter. Den Kampf gegen Versiegelung, Erhitzung und Naturzerstörung kämpfen sie nicht für sich selbst, sondern für den Nachwuchs in Leverkusen.