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Weiterer TodesfallStadt Leverkusen erweitert Teststrategie in Heimen

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Auch im Seniorenheim an der Tempelhofer Straße wurde die Virusvariante nachgewiesen, Besuche sind verboten.

Auch im Seniorenheim an der Tempelhofer Straße wurde die Virusvariante nachgewiesen, Besuche sind verboten.

Leverkusen – Vier weitere Todesfälle in der Stadt sind auf das Coronavirus zurückzuführen. Am Dienstag berichtet die Stadtverwaltung, dass eine weitere Bewohnerin des Alten- und Pflegeheims der Arbeiterwohlfahrt am Königsberger Platz mit der Virus-Mutation B.1.1.7. gestorben ist. Die Frau wurde 89 Jahre alt. Am Sonntag waren eine erst 52 Jahre alte Frau sowie eine 83-Jährige an den Folgen einer Covid-19-Infektion gestorben. Bereits am 26. Januar sei außerdem ein 83 Jahre alter Mann gestorben, der ebenfalls mit dem Virus infiziert war. Welche Rolle die Mutante dabei gespielt hat, teilte das Gesundheitsamt nicht mit. Die Zahl der Todesopfer hat damit 66 erreicht, allein im Rheindorfer Awo-Heim sind seit dem Ausbruch insgesamt 18 Menschen gestorben: Bei zwei Bewohnern ist nur nicht sicher, ob sie Opfer der dort erstmals entdeckten Mutation B.1.1.7. waren, so wie es auf die 16 anderen zutrifft.

Der Impfstatus

2170 Bewohner der Alten- und Pflegeheime sind nach Angaben der Stadtverwaltung gegen das Coronavirus geimpft. Der zweite Durchgang soll nunmehr bis nächsten Dienstag in allen Einrichtungen angeschlossen sein. Noch am Freitag hatte Gesundheitsdezernent Alexander Lünenbach das für Ende dieser Woche angekündigt.

Das Impfzentrum soll ab Montag an fünf Nachmittagen pro Woche geöffnet werden. (tk)

Neben der zunächst in Großbritannien beobachteten, viel ansteckenderen Mutation ist nun auch die aus Südafrika in Leverkusen angekommen. Eine vierköpfige Familie sei von ihrer Reise nach Mazedonien mit dieser Virus-Variante zurückgekehrt, berichtet der Krisenstab. Unterdessen verschärft die Stadtverwaltung ihre Test-Strategie ein weiteres Mal. Mit Blick auf das Drama im Rheindorfer Alten- und Pflegeheim soll es künftig für alle Beschäftigten in Heimen drei statt der bisher zwei Tests pro Woche geben. Dabei wird es sich um einen weiteren Schnelltest handeln. Das Ziel: Jeder Pflegende bekommt einen PCR- und zwei Schnelltests pro Woche. Konzepte, wie das konkret in den Einrichtungen umgesetzt wird, sollen „bis Ende der Woche“ fertig sein, heißt es im Rathaus.

Zwölf Soldaten

Hilfe soll auch von den zwölf Soldaten aus Minden kommen, die seit Wochenbeginn in der Stadt sind. Sie wurden am Montag geschult, am Dienstag auf die Heime verteilt. Ihre Aufgabe ist nach der neuen Strategie des Gesundheitsamtes zweigeteilt: Hilfe bei Schnelltests für Beschäftigte und Besucher der zwölf Heime in Leverkusen.

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Amtsarzt Dr. Martin Oehler betont, dass die Testung der Beschäftigten in den Altenheimen schon seit dem Frühsommer läuft und bis heute über das hinaus geht, was vom Land gefordert wird: Während die Vorgabe aus Düsseldorf sich auf Schnelltests beschränke und solche auch erst seit Dezember fordere, gebe es in Leverkusen weiterhin einen PCR-Test pro Woche. Denn „sie haben im Gegensatz zu den Schnelltests eine deutlich höhere Zuverlässigkeit zum Nachweis von Corona-Viren“.

Besuche eingeschränkt

Weil es anders zeitlich nicht machbar ist, gibt es für Besucher der Heime nur Schnelltests. Auch dafür habe der Krisenstab im Rathaus jetzt verbindliche Regeln erlassen, heißt es. Die Besuchsregeln sind verschärft worden, es gibt jetzt nur noch Zeitfenster, um den Zugang zu steuern und Schnelltests garantieren zu können. „Diese Regelung wurde an alle Einrichtungen nochmals per verbindlicher Verfügung kommuniziert.“

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