Erstes Klimaquartier in NRWVermarktung für die neue Siedlung in Bergneustadt ist gestartet

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Auf dieser Wiese soll die Klimaschutzsiedlung mit 36 Einfamilienhäusern entstehen. Der Quadratmeterpreis liegt bei 260 Euro.

Auf dieser Wiese soll die Klimaschutzsiedlung mit 36 Einfamilienhäusern entstehen. Der Quadratmeterpreis liegt bei 260 Euro.

Auf 27.000 Quadratmetern soll in Bergneustadt eine Siedlung mit autarker Energieversorgung entstehen.

Noch endet die Straße „Zur alten Wiese“ auf dem Hackenberg vor einem großen Stück Wiese mit angrenzendem Wald. In naher Zukunft aber soll dort auf einer Fläche von rund 27.000 Quadratmetern die Klimaschutzsiedlung „Am Wiebusch“ mit 36 Einfamilienhäusern entstehen. Diese wurde Anfang Mai durch das NRW-Netzwerk „Energy for climate“ als landesweit erstes Klimaquartier ausgezeichnet. Gerade einmal vierzehn Monate hatte die Planungsphase bis zum Satzungsbeschluss Ende April gedauert. Rekordzeit, wie Bergneustadts Bürgermeister Matthias Thul bei einem Ortstermin erneut betonte.

Dort stellte er zusammen mit Vertretern des Investors Eikamp aus Solingen, der das Konzept der Siedlung entworfen hat und für die Erschließung zuständig ist, der Stadtwerke Solingen, der Aggerenergie und der Sparkasse Gummersbach weitere Details vor. Thul zeigte sich begeistert von dem Konzept. Er erklärte: „Die Klimaschutzsiedlung zeichnet sich dadurch aus, dass die Energieversorgung inklusive Wärmeenergie zu 100 Prozent CO2-Bilanzneutral ist. Der Bedarf wird gänzlich aus erneuerbaren Energien gedeckt.“

Solarenergie und Geothermie sorgen für die Versorgung

Die zentrale Wärme- und Stromversorgung werde durch Solarenergie sowie eine oberflächennahe Geothermie, dessen Nahwärmenetz mit Wärmequellen über Erdsonden oder Erdkollektoren für das Beheizen und Kühlen von Gebäuden genutzt wird, sichergestellt, berichtete Michael Schäfer von der Eikamp GbR.

Zusammen mit Andre Kleinpoppen zeichnet Schäfer für die Entwicklung des Konzepts verantwortlich. In den Häusern selbst würden Wärmepumpen eingebaut und alle Häuser durch einen zentralen Stromspeicher versorgt. Betrieben werde die Energieversorgung durch die Aggerenergie in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Solingen. Des Weiteren würden für den Bau der Siedlung ausschließen ökologisch und recycelbare Baustoffe verwendet.

Drei stehen kurz davor, den Vertrag zu unterschreiben.
Mario Scheidt, Sparkasse Gummersbach

Nun beginnt die Sparkasse Gummersbach mit der Vermarktung der Grundstücke. 36 Baugrundstücke stehen derzeit zum Verkauf. 90 Interessenten seien von Seiten der Sparkasse kontaktiert worden. „Drei stehen kurz davor, den Vertrag zu unterschreiben“, verkündete Mario Scheidt. Aufgrund der Auszeichnung des Landes NRW verwies Bürgermeister Thul auf die Möglichkeit, Zuschüsse in Höhe von 5000 Euro erhalten und verschiedene KfW-Zinsprogramme in Anspruch nehmen zu können.

Denn mit 750.000 Euro pro Grundstück und Nebenkosten (260 Euro pro Quadratmeter) ist der Traum von einem Einfamilienhaus mit einer Fläche von 150 Quadratmetern und einer möglichen Einliegerwohnung von 50 Quadratmetern in der Klimaschutzsiedlung happig. „Für Bergneustädter Verhältnisse ist das teuer, das ist uns bewusst“, sagte der Bürgermeister. Dafür würden die Hausbesitzer aber an der „zweiten Miete“, also den Nebenkosten, deutlich sparen, warb Michael Schäfer.

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