Marienheide möchte die Spielregeln des Zweckverbands Förderschulen ändern - Nümbrecht nicht. Ein Kommentar von Torsten Sülzer
KommentarEin starkes Zeichen pro Solidarität

Ein Schüler meldet sich im Unterricht.
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Klingt plausibel: Marienheide schickt seit Jahren immer weniger Schüler an die Förderschulen des Zweckverbands, zahlt aber immer noch denselben alten Beitrag. Das ändern zu wollen, ist erstmal eine naheliegende Idee.
Klingt auch plausibel: In Nümbrecht unterstützt man das Ansinnen der Marienheider nicht, denn Nümbrecht gehört zu den Kommunen, die den dann fehlenden Betrag mitaufbringen müssten. Das dürfte im Marienheider Rathaus für Schulterzucken sorgen, gerade in Zeiten knapper Kassen muss jeder sehen, wo er bleibt. Oder?
Genau da kommt das Ass ins Spiel, das Nümbrecht im Ärmel hat: Für ein eher mageres Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr zahlt Nümbrecht relativ hohe Beiträge. Laut darüber nachzudenken, dass man notfalls selbst auch über Potenzial verfügt, Kosten auf andere Kommunen umzuschichten, ist da ebenfalls naheliegend.
Dass die Politik in Nümbrecht aber diese Drohung explizit nicht aussprechen möchte, ist der denkbar klügste Schachzug. Denn er beweist, dass sich Nümbrecht zu den Solidargemeinschaften bekennt – und zwar ohne Wenn und Aber.

