„Nicht sinnvoll“Nümbrechts Bürgermeister lehnt Kreisinitiative fürs Ehrenamt ab

Die Repaircafés – hier in Morsbach – sind im Oberbergischen Einrichtungen der Ehrenamtsinitiative Weitblick.
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Ulrich Klüppelbergs Vorschlag, einen Vertreter der Ehrenamtsinitiative „Weitblick“ des Oberbergischen Kreises nach Nümbrecht einzuladen, damit dieser die Arbeit der Initiative vorzustellen könne, fand in der Politik keine Mehrheit. Der Ausschuss, der sich unter anderem mit den Themen Ehrenamt, Senioren und Vereine befasst, lehnte den Antrag des Mitglieds der Fraktion der Grünen mit acht zu vier Stimmen ab.
Die meisten oberbergischen Kommunen haben Weitblick-Lotsen
Klüppelberg sagte, er glaube, dass die Initiative, eine Einrichtung des Oberbergischen Kreises, längst nicht jedem bekannt sei. Zehn der 13 oberbergischen Städten und Gemeinden haben bereits Weitblick-Lotsinnen oder -lotsen. Nümbrecht fehle.
Dabei sei die Arbeit von Weitblick sinnvoll, so Klüppelberg, der sich selbst aktiv bei der Initiative in Engelskirchen ehrenamtlich engagiert. Die beliebten Repaircafés liefen beispielsweise alle über Weitblick.
Bürgermeister Redenius lehnt „Weitblick“ ab
Gegenrede kam von Bürgermeister Hilko Redenius. Der Oberbergische Kreis mache wahnsinnig viele gute Dinge, sagte er – Weitblick gehöre aber nicht dazu. Zu Beginn habe es für Weitblick eine finanzielle Förderung vom Land gegeben. Nach deren Auslaufen sei Weitblick einfach in den Kreishaushalt übernommen worden.
„Das zahlen wir alle mit“, so Redenius, „und da wehre ich mich entschieden gegen.“ Bei Weitblick würden Wege- und Aufwandsentschädigungen gezahlt – „das ist ein Affront gegenüber unseren Ehrenamtlern. Deshalb unterstütze ich das nicht.“
CDU-Politiker Lang: „So funktioniert Ehrenamt nicht“
Klüppelberg entgegnete, dass die Ehrenamtler bei Weitblick auf die genannten Entschädigungen auch verzichten könnten, so wie er selbst das auch tue. Dennoch gab es keine Mehrheit für den Antrag. Markus Lang (CDU) begründete die Ablehnung seiner Fraktion unter anderem damit, dass Ehrenamt so nicht funktioniere.
Wer sich ehrenamtlich betätigen möchte, finde jede Menge Ansprechpartner. Das funktioniere auch ohne eine zwischengeschaltete Initiative.
