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Spektakel am HimmelNächtliche Polarlichter zauberten buntes Farbenspiel über Oberberg

3 min
Das nächtliche Foto zeigt rote und grüne Polarlichter am Himmel, dazu einige Bäume

Polarlichter, aufgenommen in Nümbrecht-Ödinghausen.

Ein ungewöhnliches Spektakel gab es in der Nacht auf Dienstag auch in Oberberg zu bestaunen. Aurora borealis, besser bekannt als Polarlichter.

Hellleuchtende rote und gelbgrüne Farbbänder wabern über den Himmel und tauchen ihn in ein magisches Licht. In weiten Teilen Deutschlands gab es in der Nacht auf Dienstag ein Spektakel zu bestaunen, das in unseren Breiten sonst selten zu sehen ist: Aurora borealis – Polarlichter.

Auch viele Oberbergerinnen und Oberberger wurden Zeugen des nächtlichen Farbtanzes. Auf Facebook und in WhatsApp-Gruppen wurden unzählige Bilder und begeisterte Kommentare geteilt. Auch unsere Redaktion erhielt viele Zuschriften und Fotos.

Das Foto zeigt bunte Polarlichter am Himmel über Linde

Polarlichter in Lindlar-Linde hat Karsten Sengebusch fotografiert.

So wie von Karsten Sengebusch aus Lindlar-Linde. Er ist nicht nur passionierter Amateurfotograf, sondern auch Physiker. Polarlichter faszinieren den 57-Jährigen schon seit langem. „Ich verfolge verschiedene Internetseiten der NASA und wusste daher, dass es vor zwei Tagen einen heftigen Sonnensturm gegeben hat, der das Potenzial für Polarlichter in unseren Breiten hat.“

Polarlichter werden durch Teilchen ausgelöst, die bei Sonnenstürmen weit ins All hinaus geschleudert werden. „In der Atmosphäre, in einer Höhe von rund 200 Kilometer, treffen die geladenen Teilchen auf Luftmoleküle und regen sie zum Leuchten an“, erklärt der Physiker Sengebusch. Das funktioniere ähnlich wie in einer Leuchtstoffröhre. „Da diese hochenergetische Elektronen die Atmosphäre wie ein Schauer durchdringen, entstehen oft fächerartigen Streifen.“

Als ambitionierter Fotograf hat der Lindlarer seine Bilder mit einer Nikon-Vollformatkamera und einem lichtstarken Objektiv aufgenommen, direkt vor seiner Haustür. Allerdings musste er bis gegen 22 Uhr warten, weil Wolken den Himmel verdeckt hatten.

Polarlichter an der Aggertalsperre, aufgenommen von Marco Mühlnikel in der Nacht auf den 20. Januar 2026.

Polarlichter an der Aggertalsperre, aufgenommen von Marco Mühlnikel in der Nacht auf den 20. Januar.

Marco Mühlnikel (40 Jahre) arbeitet als Lehrer an der Gesamtschule in Marienheide. Auch er ist ein Foto- und Polarlichtfan. Über verschiedene Apps und Chatgruppen hält er sich in Sachen Nordlicht auf dem Laufenden. Als er wusste, dass am Montagabend die Chancen gut standen, fuhr er mit seiner Kamera zur malerischen Halbinsel der Aggertalsperre, wo er schön öfters fotografiert hat. „Ich wollte einen schönen Bildvordergrund haben“, erklärt er. Und dass sich die Polarlichter dann sogar noch in einer Eisscholle spiegelten, sei das Tüpfelchen auf dem i gewesen.

Auch Mühlnikel schoss seine Fotos mit einer Nikon-Vollformatkamera und einem hochwertigen Objektiv und drehte außerdem noch ein kurzes Video. Polarlichter hat der 40-Jährige nicht zum ersten Mal gesehen. Im Januar 2025 reiste er extra nach Lappland. 300 Kilometer nördlich vom Polarkreis konnte er besonders eindrucksvolle Himmelslichter beobachten und fotografieren.

Das nächtliche Farbspektakel sei am Dienstag auch Thema an der Gesamtschule gewesen. „Einige Schüler haben mich angesprochen und mir begeistert berichtet, was sie gesehen haben“, erzählt Marco Mühlnikel erfreut.

Polarlichter bei Nümbrecht.

Brigitte Vogel aus Nümbrecht hat am Abend des 19.01.2026 diese Polarlichter bei Nümbrecht aufgenommen

„Diese Polarlichter waren ein Traum“, schwärmt Brigitte Vogel aus Nümbrecht auch noch am Tag danach. „Mein 26-jähriger Sohn rief mich am Montagabend gegen 22.20 Uhr an und hat mich mit dem Auto abgeholt, gemeinsam sind wir dann nach Ödinghausen gefahren“, schildert die 64-Jährige. „Da gibt es eine Stelle mit einer tollen Aussicht, wo wir schön öfters waren.“ Das nächtliche Farbspektakel am Himmel hat sie mit einer ganz normalen Handykamera festgehalten.

Dass die Polarlichter am Montag so intensiv auch über Oberberg leuchteten, hängt damit zusammen, dass die Sonnenaktivitäten einem elfjährigen Zyklus folgen. „2025 war der Höhepunkt, aber auch jetzt sind wir noch auf einem hohen Niveau“, erklärt Karsten Sengebusch. Doch von nun an werde die Sonnenaktivität langsam wieder schwächer. „In etwa fünf Jahren gibt es keine Chancen mehr auf Polarlichter in Oberberg.“