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Klause V Bei der Erweiterung des Gewerbegebietes in Lindlar herrscht Stillstand 

Das Industriegebiet Klause aus der Luft. Im Vordergrund ist die Fläche für die geplante Erweiterung zu sehen.

Das Industriegebiet Klause aus der Luft. Im Vordergrund ist die Fläche für die geplante Erweiterung zu sehen.

Die Erweiterung des nachhaltigen Industriegebiets Klause in Lindlar ist ins Stocken geraten. Politiker fordern, dass die Planung vorankommt. 

Im vorigen Jahr war es sehr ruhig geworden um die Erweiterung des Industriegebietes Klause. Die Nachricht, dass die Gemeinde ein Grundstück erwerben konnte, das die Zufahrt deutlich vereinfacht und damit die Erweiterung kostengünstiger ermöglicht, machte Hoffnung, dass es weitergeht. 

Wie berichtet, soll ein Schwerpunkt auf der Nachhaltigkeit liegen. Dass es nun aber nicht vorangeht mit der Erweiterung, kritisieren alle Ratsparteien. Erwartungsgemäß fallen die Bewertungen sehr unterschiedlich aus.

Klause V: Forderungskatalog für ein nachhaltiges Gewerbegebiet liege vor

Hans Schmitz, Vorsitzender der CDU-Fraktion, fordert, „endlich in die Puschen zu kommen“. Die BGW (Bau-, Grundstücks- und Wirtschaftsförderungs GmbH, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Gemeinde), habe Geld in den Kauf der Grundstücke investiert und das müsse wieder reinkommen. Der Forderungskatalog der „Ampel“ für ein nachhaltiges Gewerbegebiet liege vor.

Die Auflagen würden zu hohen Grundstückspreisen führen, der sicher für kleine Handwerksbetriebe nicht zu stemmen sei. Gerade der Branchenmix sei aber für das Industriegebiet Klause charakteristisch und für die Gemeinde wichtig, denn das habe auch in der Krisenzeit für stabile Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinde gesorgt.

Das Thema werde nicht öffentlich in der BGW behandelt, sagt Michael Scherer, Fraktionschef der SPD. Das Konzept des nachhaltigen Gewerbegebietes liege vor, als Denkanstoß an die Verwaltung und die CDU. Es sei kleiner als ursprüngliche geplant. „Wir wollen hier aufs Gaspedal drücken und hoffen, dass in diesem Jahr ein Aufstellungsbeschluss erfolgt und die Bevölkerung beteiligt wird“, so Scherer. Die Verwaltung sei ein Stück weit der Flaschenhals.

Dass lange zu wenig geschehen sei, kritisiert Patrick Heuwes, Fraktionschef der Grünen. Die Planung sollte 2021 auf den Weg gebracht werden. Im ersten Quartal in diesem Jahr hoffe er nun, dass mit den Planungen begonnen werde. „Wir hängen am Tropf der Verwaltung, es ist frustrierend,“ so Heuwes. Das gelte nicht nur beim Industriegebiet Klause, sondern auch für anderen Planungen.

Die angespannte Personalsituation in der Verwaltung ist auch Harald Friese von der FDP gut bekannt. Er würdige auch den Einsatz von BGW-Geschäftsführer Wolfgang Bürger sehr, dennoch müsse es endlich vorangehen mit der Planung, der Bedarf bei der Industrie an neuen Flächen sei da, jahrelanges Warten für Unternehmen aber ein Unding.


Vorgeschichte

Fünf terrassierte Podeste zwischen 4600 und 25.000 Quadratmetern Größe sowie die Erschließung für den Lkw-Verkehr über einen neuen Kreisverkehr auf der K 19 sah der letzte öffentlich vorgestellte Plan für die Erweiterung des Gewerbegebietes Klause vor. Nachdem eine wichtige Fläche erworben werden konnte, wird die Verkehrserschließung neu geplant, der Kreisel an der K 19 muss nicht mehr gebaut werden, die Zuwegung kann vom Norden her über den vorhandenen Kreisverkehr am Glaspalast erfolgen.

Sieben Hektar ist die eigentliche Erweiterungsfläche netto noch groß. Ursprünglich sollte die gesamte Erweiterung insgesamt rund die dreifache Größe haben. Nachdem die CDU bei den Kommunalwahlen ihre absolute Mehrheit verloren hatte, stoppte die neue Mehrheit aus SPD, Grünen und FDP die umstrittene Erweiterung des Industriegebiets Klause.

Eine Bürgerinitiative zum Erhalt des Waldes auf der geplanten Erweiterungsfläche wandte sich gegen die Pläne. Eine Neuplanung mit mehr Nachhaltigkeit wurde im Aufsichtsrat der BGW beschlossen. Nun wartet die Politik auf die neuen Pläne, die dann noch diskutiert werden.