BebauungsplanGroße Probleme beim geplanten Einzelhandelszentrum in Herkenrath

Lesezeit 3 Minuten
Das Foto zeigt die mögliche Zufahrt zum geplanten Einzelhandelszentrum in Herkenrath.

Auf diesem freien Feld in Herkenrath könnte das Einzelhandelszentrum entstehen.

Große Probleme sieht die Stadt Bergisch Gladbach bei der Umsetzung des Bebauungsplans für das geplante Einzelhandelszentrum in Herkenrath.

Einerseits kommen die Planungen voran beim Einzelhandelsprojekt in Herkenrath. Besonders beim Thema Verkehr sei das so, betont die Stadt und spricht von einem „Durchbruch“ bei der Anbindung; bekanntlich könnte an der Kreuzung Ball/L289 ein Kreisverkehr entstehen. Andererseits gebe es nach wie vor hohe Hürden. Hoffnung auf eine schnelle Umsetzung des Einzelhandelszentrums machen die Planer der Verwaltung nicht.

In einem Ausblick auf 2023 wird das Projekt auf eine unbestimmte Zeitschiene nach hinten verschoben. Die Aufstellung des Bebauungsplans habe weiter oberste Priorität. Aber die Hürden sind nicht weniger geworden, ist aus dem Kontext erkennbar. Diejenigen Herkenrather, die auf das Einzelhandelszentrum setzen, scheinen noch einige Zeit auf eine Realisierung warten zu müssen. Herkenrath hat aktuell einen nach modernen Gesichtspunkten zu kleinen Edeka-Einkaufsmarkt. Betreiber ist Kaufmann Markus Hetzengeer, der seit über zehn Jahren auf eine Realisierung des Einzelhandelsprojekts hofft.

Zukunft des Einkaufens

Ein großer Vollsortimentermarkt der Kette Edeka, ergänzt um einen Aldi-Discounter, sollen auf lange Sicht das Einkaufen in Herkenrath sichern. Nächster Planungsschritt der Stadt wäre die Offenlage des Bebauungsplans: Während einer festgelegten Zeit haben Bürger sowie „Träger öffentliche Belange (andere Behörden, anerkannte Verbände) die Möglichkeit, Einwände und Hinweise zu formulieren. Dreh- und Angelpunkt ist die Entwässerung des Geländes. Es ist hügelig und wird derzeit als Grünland bewirtschaftet.

„Das gesamte Thema der Entwässerung bedarf einer weiteren Abstimmung mit externen Behörden und Dritten, zum Beispiel Grundstückseigentümern“, formulieren die Planer der Stadtverwaltung. Alle weiteren Planungsschritte seien vom Ausgang dieser Gespräche abhängig. Und weiter: „Hier sind weiterhin noch wesentliche Punkte offengeblieben, die ohne die Mitwirkung Dritter nicht lösbar bleiben.“

Eine klare Aussage, wann die Voraussetzungen für eine Offenlage gegeben seien, sei „trotz intensiver Gespräche derzeit nicht absehbar und möglich.“ Das Bebauungsplanverfahren, genannt nach einer historischen Katasterbezeichnung „Auf dem Langen Feld“, läuft seit dem 27. September 2016.

200 Stellplätze

Geplant sind ein Drogeriemarkt mit einer Verkaufsfläche von 650 Quadratmetern, ein Edeka mit 1650 Quadratmetern Fläche, ein Aldi mit 1000 Quadratmetern, ein Getränkemarkt mit 400 Quadratmetern und eine in den Gebäudekomplex integrierte Shopping-Zeile mit 270 Quadratmetern. Die Märkte sollen den alten Edeka ersetzen, die Zufahrt soll von der Kreuzung Ball/L289 erfolgen. Geplant sind etwa 200 ebenerdige Stellplätze für die drei Geschäfte.

Eine weitere Erschließung ist neben dem evangelischen Pfarrbüro vorgesehen. Hierzu müssen laut Stadt die vom Investor erworbenen Wohnhäuser Straßen 60-64 teilweise abgebrochen werden. Schon im September 2016 hatten die Planer festgestellt, dass die Entwässerung des Regenwassers nicht gewährleistet sei, sämtliche Einleitungsstellen des Regenwassers seien überlastet und sanierungsbedürftig. Ein Regenrückhaltebecken, unterhalb gelegen, sollte entstehen und auch Teile von Herkenrath mitentwässern. Die Entwässerung des Beckens sollte in einen Siefen des Volbachs erfolgen.

Eine Trasse zur wie auch immer aussehenden Verlängerung der aus Bensberg kommenden KVB-Linie Richtung Kürten-Spitze (Folgeprojekt Linie 1, „Autonomes Shuttle“) müsste unterhalb des Beckens verlaufen.

KStA abonnieren