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StraßenfestGerd Alberts übernahm Organisation des Refrather Kirschblütenfest

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Auf der Slackline von Youngstar-Travel trainiert Jasmin (9) ihren Gleichgewichtssinn.

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Bergisch Gladbach – Glücklich sitzt der stämmige Mann am Samstagnachmittag in der Sonne. Sie belohnt die Arbeit der vergangenen Wochen mit sommerlichen Temperaturen. Denn der Frühsommer zieht eine Menge Menschen auf den Peter-Bürling-Platz, der von Donnerstag bis Sonntag das Zentrum des Refrather Kirschblütenfest bildete. Das hatte Gerd Alberts in diesem Jahr zum ersten Mal für die Interessengemeinschaft Refrather Handel organisiert.

„Unglaublich, es war eine wunderbar harmonische Atmosphäre, der Peter-Bürling-Platz war voll, herrlich war es“, ist Daniel Kirchenmayer am Samstag immer noch begeistert vom Programm des kölschen Abends mit Björn Heuser, Kuhl un de Gäng und den Flöckchen am Freitag. Der Vorsitzende der IG und sein Team hatten auf Alberts Erfahrung gesetzt, der für die Gastronomie, das Bühnenprogramm und die Sponsorenstände verantwortlich war.

Sprechender Kirschbaum sagte ab

Alles funktioniert bis Samstag reibungslos. Doch dann ruft „Ecki Edelkirsch“ an, der als lebendiger Kirschbaum die Kinder bespaßen sollte. Autopanne, er muss absagen. Alberts bleibt die Ruhe selbst. „Kann passieren“, sagt er gelassen.

„Wenn man diese Ruhe nicht hat, dann kann man so etwas hier nicht organisieren“, sagt der aus Hage (Ostfriesland) stammende Schausteller und Gastronom, der im Januar seinen 50. Geburtstag feierte. Wie seine Frau Bettina ist er im Wohnwagen der Eltern geboren, beide sind in der fünften Generation Schausteller.

Heute gehen sie mit einer ganzen Flotte von Gastroständen auf Reisen und dem gewaltigen Fahrgeschäft „Rocket“. „Aber wir sind froh, dass wir sesshaft geworden sind. Vor allem für die Kinder ist es besser“, sagt Alberts, der selbst ständig wechselnde Schulen besuchen musste und schon mit 13 Jahren in den Betrieb eingebunden wurde.

Seit 2014 leben sie in Refrath. „Wir haben uns in diesen Ort hier verliebt, es ist ruhig und gemütlich. Man bekommt schnell Kontakt zu den Menschen. Das alles ist Lebensqualität für uns. Hier bleiben wir“, sagt der nun niedergelassene Schausteller.

Finanzielles Risiko

Mit der Organisation des Festes ist Alberts ein finanzielles Risiko eingegangen. Zum ersten Mal hat er das Fest schon am Donnerstag beginnen lassen, in diesem Jahr ein Feiertag. Alberts muss Platzmiete an die Stadt zahlen, das Bühnenprogramm kostet für alle vier Tage zusammen einen fünfstelligen Betrag, außerdem hat er permanent rund 18 Arbeitskräfte im Einsatz. „60 Prozent davon sind Familie. So weiß ich auch, dass alle Geschäfte gut laufen“, sagt er. Die Organisation des Flohmarktes hat er wie in den Vorjahren an das Gummersbacher „Team 3“ abgegeben. „Dadurch haben wir hochwertige Angebote da, das schafft eine gute Atmosphäre“, sagt er zufrieden. Das ist er mit dem gesamten Fest: „Ich bin glücklich, dass es funktioniert.“

Gleich drei Wetter-Apps hatte er sich im Vorfeld heruntergeladen und errechnete permanent den Mittelwert. „Am Donnerstag vor einer Woche wusste ich: Das Wetter an diesem Wochenende wird gut.“

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