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„Hat Kürten jetzt Geld zu viel?“Freie Wähler/BfB üben Kritik an Kürtener Rat

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Werner Conrad (Archiv)

Kürten – Das Hin und Her der Kürtener Ratskooperation CDU, Grüne und FDP in Sachen Beigeordnetenstelle hat ein politisches Nachspiel: In einer Mitteilung üben die Freien Wähler/BfB Kritik an der Kooperation. Wie berichtet, hatten sich die drei Fraktionen zunächst auf die Einrichtung einer Beigeordnetenstelle verständigt, nach Gesprächen mit Bürgermeister Willi Heider (parteilos) das Thema im Gemeinderat aber auf unbestimmte Zeit vertagt. Nun sollen Veränderungen in der Verwaltungsstruktur kommen.

Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Werner Conrad, zeigt sich in einer Mitteilung zunächst erfreut, dass der Beigeordneten-Antrag zurückgenommen wurde. Trotz „Einkehr der Vernunft“ müsse in der Rückschau Kritik geübt werden. Für die Freien Wähler sei nicht klar geworden, welchen Mehrwert eine neue Beigeordnetenstelle habe. Conrad, der von rund 200000 Euro als zusätzliche Personalkosten pro Jahr ausgeht, rechnet für die achtjährige Wahlzeit des Beamten Kosten von 1,6 Millionen Euro hoch.

„Wie tief muss der Stachel der verlorenen Wahlen sitzen“

„Hat die Gemeinde Kürten jetzt Geld zu viel?“, fragt Conrad. Mit der Kritik am Bürgermeister habe der Fraktionsvorsitzende der CDU, Jochen Zähl, die „politische Kultur in Kürten mächtig vor die Wand gefahren.“ Der von Zähl angeführte „gefühlte Entwicklungsstillstand“ sei zu großen Teilen unberechtigt oder vom Fraktionsbündnis selbst verursacht. Besser wäre es gewesen, sich an einen Tisch zu setzen und die Meinungsverschiedenheiten im Vorfeld offen auszutauschen.

2014 und 2020 habe die CDU bei den Kommunalwahlen alle 16 Direktmandate gewonnnen, nicht aber die Bürgermeisterwahl mit ihrem Kandidaten Marc Beer. „Wie tief muss der Stachel der verlorenen Wahlen sitzen“, meint Conrad in Richtung CDU. „Vielleicht wäre es hilfreich gewesen, einmal intern zu überlegen, ob man eventuell zweimal den falschen Kandidaten aufgestellt hat.“ Die verlorenen Bürgermeisterwahlen seien „der eigentliche Grund“ für die Idee der Beigeordnetenstelle.

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Damit wäre man „endlich am Ziel gewesen und hätte auch schon die Weichen für die kommenden Wahlen (Herbst 2025, d. Red.) gestellt.“ Dies sei, so Conrad, auch ein „merkwürdiger Umgang mit der demokratischen Entscheidung“ der Kürtener Bürger. Diese hätten sich eindeutig für Willi Heider als Bürgermeister entschieden. „Die Beibehaltung der bisherigen Struktur (in der Verwaltung) wäre die einfachste und beste Lösung.“ Aber dies sei, so Conrad wörtlich, „wahrscheinlich nicht mit dem Machtanspruch des Fraktionsbündnisses in Einklang“ zu bringen. Bei den Bürgermeisterwahlen 2020 hatten die Freien Wähler Willi Heider unterstützt.