PfarrversammlungKatholiken diskutieren über Zukunft von St.Marien Kürten

Die Pfarrkirche Zur Schmerzhaften Mutter in Biesfeld.
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Kürten – Einige Katholiken, die zur Pfarrversammlung von St. Marien Kürten gekommen waren, sprachen von „Endzeitstimmung“: Die Situation im Erzbistum mit Vorwürfen gegen den Erzbischof, Sexualstraftaten von Pfarrern zu vertuscht zu haben, hat auch Auswirkungen auf die Basis in Kürten. „Blicken wir auf uns vor Ort“, appellierte Stefan Barde vom Pfarrgemeinderat.
Die vom Erzbistum vorgeschlagene Zusammenlegung der Pfarreien St. Marien mit den Katholiken aus Altenberg und Odenthal werde von den Kürtener Gremien unterstützt, erläuterten sie. Sobald sich die Odenthaler Katholiken über ihre interne Fusion verständigt hätten, würden sich die Gremien von St. Marien damit beschäftigen. Den 9500 Katholiken von St. Marien stünden 5500 in Odenthal gegenüber.
Weniger Seelsorger
Dass dies für die Kürtener Seite Vorteile bringen könnte, war überwiegender Konsens der Runde. Knapp 100 Katholiken waren zur Pfarrversammlung gekommen, und an sie richtete sich der eindringliche Appell der beiden Moderatoren, sich künftig mehr im Gemeindeleben einzubringen. Warum dies bald wichtig werden könnte, berichtete der Dürscheider Gemeindereferent Willi Broich.
Er gehe zum 1. Juni 2024 in den Ruhestand, und seine Stelle werde nicht ersetzt. Der künftige Personalschlüssel für die Gemeindepastoral stehe bereits fest, sagte Broich. Von 4,5 Stellen werde sich die Zahl in Kürten auf 1,5 Stellen reduzieren, davon einer ganzen Stelle für den Pfarrer und einer halben für die pastoralen Dienste. Bislang besteht das Pastoralteam in Kürten aus dem leitenden Pfarrer Harald Fischer, aus Pfarrvikar Janusz Szewczuk, dem Diakon Ferdinand Löhr sowie den Gemeindereferenten Willi Broich und Eva Schmitz.
Kürten: Neue Wege erforderlich
Dass dies neue Wege in den Seelsorgeangeboten erfordere, betonte Barde. Alle Gemeindemitglieder seien gefordert, sich einzubringen, so sein Appell. „Es wird nicht immer die heilige Messe sein, die es geben wird“, deutete auch Diakon Löhr an. Die Wortgottesdienste (sie dürfen von geschulten Laien gehalten werden) hätten auch ihre Bedeutung, es sei wichtig, „mit gegenseitigem Respekt und ganzem Herzen“ dabei zu sein.
Von Öffnung und einem Aufbrechen der geschlossenen Kreise in einigen Kirchengruppen sprachen mehrere Teilnehmer. Wichtig sei, die „jungen Leute“ mitzunehmen. Beispielhaft berichteten einige Anwesende von den Kommunionkinder, die nach wenigen Wochen nach der ersten heiligen Kommunion nicht mehr zur Sonntagsmesse kämen. Auch die Eltern der Kommunionkinder müssten eingebunden werden.
