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Ulrich Michael IwanowDas Ende einer „Vernunftehe“

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Kam als Parteiloser, geht als Parteiloser: Ulrich Michael Iwanow.

Kürten – Mit einem Paukenschlag endet die Amtszeit von Kürtens Bürgermeister Ulrich Michael Iwanow: Nach dem Ausscheiden aus dem Bürgermeisteramt werde er aus der CDU austreten, kündigte Iwanow an.

Seine Amtszeit endet am 22. Juni. Der dienstälteste Bürgermeister im Kreis, seit 1999 amtierend, war vor der Kommunalwahl 2008 überraschend in die CDU eingetreten. Für seine Austritts-Entscheidung führt Iwanow grundsätzliche Gedanken an. „Ich bin ja nie der klassische Parteisoldat gewesen.“

Er wolle künftig parteipolitische Neutralität wahren. Iwanow betont, dass es keinen aktuellen Anlass gebe, weshalb er die CDU verlasse. Auch mit den handelnden Akteuren der Kürtener CDU habe seine Entscheidung nichts zu tun. Im Rückblick bezeichnet der Bürgermeister die Verbindung mit den Kürtener Christdemokraten als „Vernunftehe“. „Eine Liebesheirat war es nicht.“

Der Parteibeitritt habe pragmatische Gründe gehabt. Die CDU sei auf ihn zugekommen, um gemeinsam Projekte für die Gemeinde zu entwickeln. Weil er von der Grundeinstellung ein konservativ geprägter Mensch sei, habe er sich für den Parteieintritt auch nicht verbiegen müssen. Nach Ablauf seines Dienstes ergebe sich für ihn aber eine neue Situation. Iwanows Schritt hin zur CDU hatte 2008 für großen Wirbel in der Kürtener Parteienlandschaft gesorgt.

1999 und 2004 hatte Iwanow als parteiloser Bewerber mit dem Ticket der Wählergemeinschaft „Bürger für Bürger“/Freie Wähler die Kommunalwahlen in der Sülztalgemeinde gewonnen. Im Gemeinderat hatte Iwanow aber de facto keine Mehrheit hinter sich, was seine Arbeit hemmte. Nach der Kommunalwahl 2009 waren CDU und SPD bei wichtigen Projekten eine Kooperation eingegangen. (EB)