Kommentar zur Zukunft der Schulen in OdenthalDie Eltern von morgen zählen

Wer junge Familien in den Ort holt, der muss auch liefern.
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Der Arbeitskreis Schule, der jetzt seit einen halben Jahr tagt, hat keine leichte Aufgabe. Genaugenommen ist es nichts weniger als die Quadratur des Kreises. Die Menschen in Neschen kämpfen um ihre Schule. Die anderen Elternvertreter und Schulleiterinnen sprechen sich für die Schließung von Neschen aus. Auch, um einen Schulverbund noch möglichst lange abwenden zu können.
An den Fronten, die es bereits im vergangenen Jahr gab, hat sich also nichts geändert, außer dass inzwischen die Entscheidung für eine Offene Ganztagsschule in Neschen gefallen ist. Ein Präjudiz? Das bestreiten Politik und Verwaltung.
Fakt ist, dass Odenthal jeden Cent zweimal herumdrehen muss und man deshalb besser erst einen Masterplan für die Gesamtentwicklung der Gemeinde aufgelegt hätte, bevor man sich über Schulstandorte unterhält. Sie sind ein wichtiger Punkt, aber eben nur einer von mehreren. Auch seniorengerechtes Wohnen ist ein wichtiges Thema, Infrastruktur, Tourismus und eine vernünftige Modernisierung Altenbergs weitere. „Wohin soll sich die Gemeinde entwickeln?“ ist die zentrale Frage, die man seit der gescheiterten Leitbilddiskussion im Jahr 2012 nicht mehr ernsthaft weiterverfolgt hat.
Wer junge Familien in den Ort holt, der muss auch liefern, wenn diese Kindergarten- und Schulplätze sowie OGS-Angebote brauchen. Es ist zu befürchten, dass viele Eltern, deren Kinder heute noch Windeln tragen, nichts von der aktuellen Debatte um die Schulstandorte mitbekommen. Aber sie werden in einigen Jahren diejenigen sein, die mit den Auswirkungen klar kommen müssen.
