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DhünnaueOdenthaler klagen über Tierhalter, die Naturschutz missachten

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Dewi Mädchen reiten auf Pferden durch einen kleinen Fluss. (Symbolbild)

Odenthal – Leichter Nieselregen ist einigen Anwohnern der Dhünnaue mittlerweile das liebste Wetter. Denn dann herrscht Ruhe am Flussufer nahe dem Schulzentrum. An warmen, sonnigen Tagen ist das anders. Dann zieht das idyllische Flusstal viele Besucher an, Spaziergänger, Wanderer, Mountainbiker, Angler, Reiter, Hundehalter – und nicht alle verhalten sich den Regeln entsprechend, die hier im Naturschutzgebiet gelten.

Das Gebiet, das als FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat) zum besonders geschützten Naturraum Dhünn/Eifgen gehört, sei zu einem der größten Hundespielplätze in Odenthal verkommen, beschwerte sich eine Odenthalerin schriftlich bei der Gemeinde und beim Rheinisch-Bergischen Kreis. Durch die vielen freilaufenden Hunde sei das Gebiet für andere Waldbesucher nur noch eingeschränkt zu nutzen. Zudem würden auch Waldtiere beeinträchtigt, ihr Lebensraum nicht respektiert.

Fast wie am Tierheim

Per Bürgerantrag verlangte die Frau, das Gebiet hinter den Wohnsiedlungen An der Dhünn und Dhünner Aue stärker durch Kräfte des Ordnungsamts zu kontrollieren. „An heißen Sommertagen hat man oft das Gefühl, neben einem Tierheim zu wohnen“, kritisiert die Anwohnerin, die namentlich nicht genannt werden möchte, da auch einige Nachbarn Hunde besäßen. Mit ihrer Kritik ist sie nicht allein, auch andere Dhünn-Anlieger schildern Lärmbelästigungen durch größere Gruppen bis in die Abendstunden hinein.

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Pferde sind am Flussufer der Dhünn verboten. Dennoch überqueren Reiter den Fluss.

Schilder, die auf das Naturschutzgebiet hinwiesen und Verhaltensregeln aufzeigten, würden vielfach ignoriert. Hundeschulen träfen sich hier zum Training und Reiter nutzten die Dhünn zur Abkühlung ihrer Pferde. „Dass sie dabei die Uferböschung zertrampeln, scheint sie nicht zu stören“, ärgert sich ein Anwohner. Weise man die Leute auf ihr Verhalten hin, stoße man selten auf Verständnis, häufiger auf Ignoranz oder Aggressivität.

Hoffen auf das Ordnungsamt

Das Verhalten sei auch nicht nur ein Problem für Anwohner. Nicht angeleinte Hunde stöberten durchs Unterholz „und die Leute schauen seelenruhig zu, wie ihre Hunde Enten jagen“, wundert sich ein Mann mittleren Alters aus der Gruppe der Beschwerdeführer. Helfen, so seine Meinung, könnte das Ordnungsamt. Von ihm fühle man sich zwar unterstützt, aber man hoffe auf noch stärkere Präsenz.

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Frei laufende Hunde sind in vielen Freizeitanlagen ein Ärgernis, so auch an der Dhünnaue.

Doch hier sind die personellen Möglichkeiten eingeschränkt. Die vergangenen Corona-Jahre hätten den Freizeitdruck auf Natur und Landschaft in Odenthal stark erhöht, erläuterte die Verwaltung. „Trotzdem haben wir im vergangenen Jahr an 16 Wochenenden an der Dhünn kontrolliert“, berichtete Michael Erker, Leiter des Ordnungsamtes. „Dabei haben wir ganze Trupps von Hundespaziergängern angetroffen“, bestätigte er. Die seien teilweise aus dem Umland angereist, um ihre Tiere an der Dhünn frei laufen zu lassen. Auch Hundeschulen und zwei Angler habe man angetroffen, so die Verwaltung.

Einsichtige Hundehalter

Die Betreffenden seien auf ihr Fehlverhalten hingewiesen und über die Regeln, die im Naturschutzgebiet gelten, informiert worden, so Erker. „Wir setzen in erster Linie auf Aufklärung.“ Die meisten Angesprochenen seien einsichtig, nur einmal habe man ein Bußgeld von mehreren hundert Euro verhängt, weil sich eine Hundehalterin gleich mehrfach geweigert habe, ihren Vierbeiner anzuleinen.

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Das ist den in ihrer Ruhe gestörten Anwohner aber zu wenig: „Wenn ich falsch parke, bekomme ich doch auch ein Knöllchen. Warum sollte das hier anders sein?“ Auch bei Parkverstößen sei man als Gemeinde defensiv unterwegs, meinte hingegen Erker. Man wolle eine Bewusstseinsänderung erreichen. Mit Strafen gelinge es kaum, die Konflikte zu entschärfen.Einstimmig beschloss der mit der Beschwerde befasste Hauptausschuss, auch in diesem Jahr die Kontrollen durch das Ordnungsamt fortzusetzen. Möglicherweise auch mit Unterstützung des Rheinisch-Bergischen Kreises. Er beschäftigt ehrenamtlich einige Mitarbeiter, die eine Art Ranger-Funktion übernehmen.