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Öko-GartenNabu zeichnet Schmetterlings-Idyll in Odenthal aus

3 min
Ein Schmetterling sitzt auf einer pinken Blume.

Im Garten von Gertrud Thören leben Schmetterlinge besonders gern. 

Als Ausglich zu ihrer Arbeit legte Gertrud Thören einen ökologischen Garten an. In dem leben Schmetterlinge besonders gerne – dafür wurde sie jetzt ausgezeichnet. 

Sobald die Temperaturen im Garten steigen, summt und brummt, kreucht und fleucht es im Garten von Gertrud Thören. Jetzt, zu Beginn des Winters, ist erst einmal Ruhe eingekehrt.

Aber vor dem Haus, in den hohen abgeblühten Pflanzenstängeln wartet schon, ordentlich verpuppt, die nächste Generation. Der Naturschutzbund (Nabu) Rhein-Berg hat die grüne Idylle an der Heidberger Straße in Voiswinkel jetzt mit der Plakette „Schmetterlingsfreundlicher Garten“ ausgezeichnet.

Früher sah der Garten anders aus

Dabei war der Garten von Gertrud Thören nicht immer eine Oase für Falter und Käfer. „Der Rasen war kurz geschoren“, erinnert sich die 58-Jährige, die Bepflanzung entsprach den üblichen Schönheitsvorstellungen. Doch vor fünf Jahren änderte sich das. „Ich brauchte einen Ausgleich zu meiner belastenden Arbeit und ich war immer schon ein Naturmensch“, erklärt Thören.

Nach einem Lehrgang beim Nabu beschlossen sie und ihr Mann, den Garten ökologisch zu verändern. „Angefangen haben wir mit einem kleinen Stück Wildblumenwiese“, sagt sie. Die bunte Wiese mit Blutklee wurde so gut von Wildbienen und anderen Insekten angenommen, dass bald eine große Kräuterwiese und schließlich vor dem Haus eine kleine Schmetterlingswiese entstanden. Letztere steht immer noch einen halben Meter hoch. Sie ist die Puppenstube der Schmetterlinge.

Es ist nicht schwierig, Schmetterlingen das Überleben zu erleichtern
Carola Hoppen, Nabu Rhein-Berg

Auch ein selbstgebautes Insektenhotel steht auf dem Grundstück, „gut besucht“, sagt Gertrud Thören mit Blick auf die geschlossenen großen und kleinen Röhrchen. Die Auszeichnung von schmetterlingsfreundlichen Gärten ist Teil des Nabu-Projektes „Mehr Platz für Falter – Jetzt wird’s bunt“. Damit will der Naturschutzbund darauf aufmerksam machen, dass heimische Falter immer seltener werden.

„Dabei ist es nicht schwierig, Schmetterlingen das Überleben zu erleichtern“, sagt Carola Hoppen vom Nabu Rhein-Berg. Jede heimische Wildpflanze, die man im Garten pflanze, sei ein wichtiger Beitrag für Insekten.

Schmetterlinge brauchen heimische Wildpflanzen

Denn die Tiere profitierten nicht von irgendwelchen exotischen Blüten, sondern seien auf heimische Wildpflanzen angewiesen. „So braucht der Aurorafalter unbedingt das Wiesenschaumkraut“, erklärt die Naturschützerin. Dort lege er seine Eier ab, die Raupen ernährten sich von der Pflanze und verpuppten sich auch hier, bevor am Ende der Falter schlüpft. Für die Arterhaltung seien gerade diese Stadien wichtig, obwohl das Augenmerk der Menschen meist auf den fertigen Schmetterlingen liege, bedauert Carola Hoppen.

Doch wer Schmetterlinge will, muss ihre Vorstadien unterstützen. „Und tut damit automatisch auch etwas für Wildbienen und Käfer“. Das kann sogar im Balkonkasten gelingen. In einem schmetterlingsfreundlichen Garten mit heimischen Pflanzen und Hecken ist weniger mehr: Er muss nicht ständig aufgeräumt sein. Trockene Blütenstängel sollten erst im Frühjahr abgeschnitten werden. Auf Gifte und kurz geschorenen Rasen wird ganz verzichtet.

Ebenso auf für Insekten todbringende Gartengeräte wie Laubsauger und Rasenroboter, die alles häckseln, was am Boden lebt. Und was im Herbst geschreddert wurde, kann im Frühjahr eben nicht zum Schmetterling werden. Da kommt auch der beliebte Schmetterlingsflieder zu spät. Für Hobby-Gärtner, die ihren Garten insektenfreundlicher gestalten wollen, hält der Nabu viele Tipps bereit.