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SparbemühungenPolitik scheut Kosten für neue Odenthaler Verwaltungsstellen

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OD Rathaus 03032022

Viel Arbeit im Rathaus. Doch die Politik scheut neue Stellen - aus Kostengründen.

Odenthal – Noch keine Entscheidung über den Stellenplan der Gemeinde. Der Haupt- und Finanzausschuss verschob die Abstimmung über insgesamt 3,5 zusätzliche Stellen in den Gemeinderat.

Hintergrund sind die Sparbemühungen aller Fraktionen, die sich entweder auf konkrete Projekte beziehen, die gestrichen werden sollen oder pauschaler Art sind wie bei der CDU, die jüngst den Antrag gestellt hatte, alle Sachausgaben und Dienstleistungen um acht Prozent zu kürzen. So soll das Haushaltsdefizit verringert werden.

Der Haushalt wird in unterschiedlicher Weise belastet

Allerdings belasten nicht alle von der Verwaltung beantragten Stellen den Haushalt in gleicher Weise. So ist etwa eine zusätzliche Stelle im Geschäftsbereich Bürgerdienste nötig, weil man die Wohngeldsachbearbeitung nun wieder in Odenthal selbst übernimmt. Zuvor hatte man diese Aufgabe im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit nach Burscheid ausgelagert und für diese Dienstleistung der Nachbarstadt „gute 50.000 Euro“ gezahlt, so Dezernent Martin Stein. „Das ist also ein Nullsummenspiel.“

Dennoch würde das Gesamtpaket der nun vorgeschlagenen Stellen eine zusätzliche finanzielle Belastung von rund 100.000 bis 120.000 Euro im Jahr 2022 bedeuten, schätzt Stein.

Altersteilzeit bläht Stellenplan auf

Derzeit weist der Stellenplan der Verwaltung 94,5 Stellen aus. Zehn dieser Stellen werden von Beamten ausgefüllt, die übrigen von tariflich Beschäftigten. Zur formalen Aufblähung des Stellenplans tragen Fälle von Altersteilzeit in der passiven Phase bei. Sie müssten im Stellenplan doppelt ausgewiesen werden, erläuterte der Dezernent.

Mit Blick auf die Zukunft soll eine neue Stelle im Geschäftsbereich Bauen und Technische Dienste eingerichtet werden. Dort gehen bald zwei Mitarbeiter in den Ruhestand. „Dann sind dort nur noch Techniker und Architekten beschäftigt, aber keine Verwaltungsfachleute, die wir auch benötigen“, erläuterte Stein. Um den „Wissenstransfer zu gewährleisten“, könnte hier ein Inspektor-Anwärter ab September eingestellt werden. Auch im Geschäftsbereich Finanzen hat für eine Mitarbeiterin die Freistellungsphase ihrer Altersteilzeit begonnen.

Stelle für den Klimaschutz wird öffentlich gefördert

Eine zusätzliche Stelle soll für Klimaschutz und Energiemanagement eingerichtet werden. Für die Hälfte der entstehenden Kosten kann hier eine öffentliche Förderung von 70 Prozent in Anspruch genommen werden.

Eingespart werden soll künftig eine halbe Stelle. Hier ist eine Reinigungskraft aus Altersgründen ausgeschieden, ihre Aufgaben werden künftig extern übernommen. Für das Jahr 2023 soll nach den Willen von Bündnis 90/Die Grünen ein Personal-Entwicklungskonzept erstellt werden.