OdenthalKein Standort für Steinfragmente des Altenberger Doms in Sicht

Kulturgut unter Folie: Für die Steinfragmente des Altenberger Doms ist noch keine Lösung gefunden.
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Odenthal – Ein Runder Tisch soll die bisher ungeklärte Frage klären, wo die historischen Steinfragmente (Spolien) des Altenberger Doms künftig untergebracht werden sollen. Diesen Vorschlag hat der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz ins Spiel gebracht, nachdem die Steinsammlung, die bisher im Küchenhof gezeigt worden war, dort einer neuen Nutzung hatte weichen müssen.
Da jahrelange Überlegungen zur zukünftigen Unterbringung der kunsthistorisch bedeutsamen Steine, die bei Grabungen und Renovierungen sichergestellt worden waren, stets ergebnislos verlaufen waren, liegen die Steine derzeit, nur provisorisch mit Folien bedeckt, auf einer Wiese.
"Ziel ist Erhalt im Umfeld des Altenberger Domes"
„Erklärtes Ziel der Eigentümer ist der langfristige Erhalt der Objekte im historischen Umfeld des Altenberger Doms“, so die Pressestelle des Erzbistums Köln, das gemeinsam mit dem Land NRW Eigentümer der Steine ist. Derzeit liefen die technischen und gestalterischen Abstimmungen mit der Unteren Denkmalbehörde der Gemeinde Odenthal, um die „temporäre Zwischenlagerung der Fundstücke“ sicherzustellen.
„Ein neuer dauerhafter Standort der Objekte zeichnet sich jedoch leider noch nicht ab“, dämpfte das Bistum die Erwartungen, dass die Exponate, die von Kunsthistorikern als Stücke von unschätzbarem Wert bezeichnet werden, zeitnah wieder der Öffentlichkeit angemessen präsentiert werden können.
"Über den Tellerrand hinaus denken"
„Vielen Leuten ist nicht bewusst, was sie da für einen Schatz besitzen“, sagte Susanne Bonenkamp, stellvertretende Vorsitzende des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz. Auch in ihrer Eigenschaft als langjährige Kulturreferentin des Rheinisch-Bergischen Kreises hatte sie immer wieder auf das Thema hingewiesen, etwa mit der von ihr konzipierten Ausstellung „Vorsicht Steinschlag“.
Die Kulturgüter seien keine ausschließlich Altenberger Angelegenheit, meinte sie. Hier müsse man „über den Tellerrand hinausdenken“. Daher sei die jetzige Situation Chance und Herausforderung zugleich, um eine angemessene Form der geschichtlichen Vermittlung zu entwickeln. Dazu könne der Runde Tisch dienen.
Gemeinde will Präsentation am Carl-Mosters-Weg
Auch im Odenthaler Rathaus laufen Überlegungen. Hier kann man sich die vorübergehende Unterbringung der Steine in einer Art Remise nahe der Orangerie vorstellen. Dass die Steine auch an diesem Ort der Öffentlichkeit zugänglich sein könnten, wie es zunächst in Aussicht gestellt worden war, bestätigte Bauamtsleiter Uwe Koch auf Nachfrage nicht.
Langfristig hat die Gemeinde einen Standort unterhalb der Carl-Mosters-Straße als Ausstellungsort im Auge. Hier, nahe am Teich und am barrierefreien Rundweg könnten die Steine wieder als Schaustücke gezeigt werden. Allerdings hatte sich in der Vergangenheit bei anderen Planungen das Gelände rund um den Altenberger Dom als problematisch erwiesen. Bodendenkmalfunde und die Sichtachse zum Dom, die freigehalten werden soll, hatten sich häufig als Hindernisse erwiesen.
Auch die finanzielle Frage ist noch ungeklärt. Für den Runden Tisch ist ein Termin Anfang Juni im Gespräch.
