Todesopfer in OdenthalZeichen der Trauer an der Unfallstelle

Am Baum sind noch die Spuren des Aufpralls zu sehen. Freunde haben Blumen, Kerzen und ein Bild des tödlich Verunglückten aufgestellt.
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Odenthal – Jeder, der von Voiswinkel nach Odenthal fährt, kann es sehen: Die Trauer um den jungen Mann, der am 3. Oktober auf der L 270 die Kontrolle über sein Auto verlor und noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen erlag, ist groß. Blumen stehen an dem Baum an der Einmündung zum Wiebershausener Weg, gegen den der alte Kombi frontal prallte. Das ganze Wochenende über standen Jugendliche an der Unglücksstelle, legten Blumen nieder, zündeten Kerzen an. Ein Foto erinnert an den 21-Jährigen aus Leverkusen, der erst vor kurzem seinen Führerschein gemacht haben soll.
„Nach derzeitigem Ermittlungsstand gibt es keine Anhaltspunkte für Drogen- oder Alkoholkonsum, auch ein technischer Defekt kann wohl ausgeschlossen werden“, berichtet Claudia Kammann, Pressesprecherin der Polizei in Bergisch Gladbach. Wahrscheinlich war der Fahranfänger schlicht zu schnell unterwegs, unterschätzte die Kurve, in der eine Beschränkung auf 70 Kilometer pro Stunde gilt. Mit fatalen Folgen, er verlor sein Leben, vier weitere junge Insassen des Autos wurden schwer verletzt.
Lediglich eine 16-Jährige konnte sich am Freitagabend noch selbst aus dem Autowrack befreien. Sie hat nach Polizeiangaben inzwischen das Krankenhaus verlassen können. Einer der Mitfahrer, die zwischen 15 und 19 Jahren alt sind, kämpft immer noch auf der Intensivstation um sein Leben. Zwei weitere werden mit schweren Verletzungen in den umliegenden Krankenhäusern behandelt. Einer der Schwerverletzten stammt aus Odenthal, die anderen aus Leverkusen.
Der Einsatz ging auch den Einsatzkräften der Odenthaler Feuerwehr unter die Haut. „Wir haben noch am Abend ein PSU-Team angefordert, damit die Kameraden das Erlebte besser verarbeiten können“, sagt Axel Stähler, der am Freitagabend die Einsatzleitung übernommen hatte.
Junge Feuerwehrleute schützen
Die Psychosozialen Unterstützungsteams (PSU) sollen den Einsatzkräften helfen, die Bilder und Geräusche von solch dramatischen Einsätzen zu verarbeiten. Von 21.45 bis 0.45 Uhr dauerte der Einsatz, einige Feuerwehrleute mussten vor Ort bleiben, bis der Leichenwagen eintraf. Erst dann wurde der Tote aus dem Autowrack geborgen. „Das haben wir älteren, erfahreneren Kollegen übernommen, um die jungen Feuerwehrleute zu schützen“, erklärt Axel Stähler.
Stähler ist Mitglied der Odenthaler Wehrleitung und gehört zu dem Team aus Feuerwehr und Polizeimitarbeitern, das mit sogenannten Crashvideos in den Schulen unterwegs ist, um Fahranfänger über die Folgen falsch eingeschätzter Geschwindigkeit aufklärt.
„Leider haben wir in Odenthal immer mal wieder solch schreckliche Unfälle“, sagt der Feuerwehrmann bedauernd und erinnert an den Unfall im Dezember 2011 im Scherfbachtal. Damals war ein 23 Jahre alter Mann aus Kürten wegen überhöhter Geschwindigkeit von der Fahrbahn abgekommen. Er und sein Beifahrer wurden aus dem Fahrzeug geschleudert, der Unfallfahrer starb.
„Grundsätzlich ist die Straße zwischen Voiswinkel und Funkenhof unauffällig, schwere Unfälle sind in den vergangenen Jahren hier keine geschehen“, sagt Kammann. Dass erst vor einer Woche, ebenfalls Freitagabend, ein 25-jähriger Autofahrer ein Stück weiter den Berg hinunter aus der Kurve getragen wurde und sein Auto auf der Leitplanke entlang bis zu einem Telefonmasten rutschte, sei Zufall.
