Apfelfest in ImmekeppelAlles rund um den Apfel

Leckere alte Apfelsorten: Neben dem Schönen von Nordhausen kann man auch von der Schafsnase oder dem Triumph von Luxemburg kosten.
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Overath – Der Schöne von Nordhausen wartet. Geduldig liegt er so lange regungslos da, bis eine Frau ihn aufliest und reinbeißt. Es ist Apfelfest in Immekeppel und der Bergische Naturschutzverein präsentiert alles rund um die süße Frucht. Auch alte und ungewöhnliche Sorten können die Besucher probieren: Neben dem Schönen von Nordhausen kann man auch von der Schafsnase oder dem Triumph von Luxemburg kosten. Die neunzehnjährige Philippa Hauschild betreut den Apfelstand. Mit dem Obst kennt sie sich bestens aus: „Äpfel bestimmen ist mein Hobby. Es ist unheimlich schwierig – quasi eine Kunst für sich.“ Gemeinsam mit ihren beiden Geschwistern schneidet sie jede Menge der Früchte in Schnitze. Diese werden in einer umfunktionierten hellblauen Babywanne zu einem Apfelbrei gequetscht und in einen Bottich gefüllt. Am Ende kommt frischer Apfelsaft heraus.
„Wenn der Saft selbst gemacht ist, schmeckt man den Unterschied“, meint Schwester Simone, „der Geschmack hängt von der Sorte ab und wie viel Zucker man hineingibt. Gekaufter Saft schmeckt immer gleich“, bemängelt sie. Selbstgemachtes kommt bei Familie Hauschild sehr häufig auf den Tisch. Das hat Mutter Christiane von ihren Eltern mitgenommen: „Sie haben mir das Gefühl vermittelt, dass Garten und Land einfach zum Leben dazugehören.“ Ganz so autark wie die Eltern versorgt sich die Familie nicht, ab und an steht doch eine Fahrt in den Supermarkt an. „Aber im Sommer muss ich kein Obst oder Gemüse kaufen“, sagt Christiane Hauschild stolz.
Auf dem Bauernmarkt gibt es aber noch mehr zu entdecken: Pilzfreunde können frische Pilze bestimmen lassen und angehende Biologen Insekten unter dem Mikroskop betrachten. Damit kennt sich Dennis Mahr besonders gut aus. Angestrengt schaut der Schüler durchs Mikroskop. Zwei tote Libellen liegen vor ihm in einem Schälchen. Gerade ist er dabei, einen Käfer zu mikroskopieren. Das macht ihm sichtlich Spaß: „Ich möchte später auch gerne in die Forschung und in einem Labor arbeiten“, sagt er. Dennis macht in der Jugendgruppe des Bergischen Naturschutzvereins mit.
Zweimal im Monat treffen sich rund 20 Jugendliche und helfen unter anderem bei der Kartographierung von Gelbbauchunken. Christoph ist einer von ihnen. Der Vierzehnjährige hilft, die vom Aussterben bedrohten Tiere zu fangen und sie zu bestimmen. „Jede Kröte hat ein individuelles Muster auf ihrem Bauch – ähnlich wie ein Fingerabdruck“, erklärt er. Um Lebensraum für die Tiere zu schaffen, lässt der Bergische Naturschutzverein zwei Wasserbüffel im Freudenthal weiden. Die zwei Ochsen – von Lesern des Kölner Stadt-Anzeigers auf die Namen „Immo“ und „Keppel“ getauft – graben Suhlen, um sich im Schlamm abzukühlen. Diese feuchten Stellen sind der ideale Lebensraum für Insekten, Amphibien – und eben auch für die Gelbbauchunke. Die Büffel haben einen weiteren entscheidenden Vorteil gegenüber Schafen und Kühen: „Die Tiere fressen sogar das Springkraut“, erklärt Mark vom Hofe, der Vorsitzende des Bergischen Naturschutzvereins. Wenn es im Herbst langsam kühler wird, müssen die beiden Ochsen das Bergische Land allerdings wieder verlassen: Sie überwintern in ihrem Stall in der Wahner Heide. Nächsten Frühling geht das Experiment weiter.
