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Luxus-Automobil in Overath250 Pferdestärken und fünf Kilo Feingold

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Overath – Er wollte ein Auto, das noch niemand hat. Jetzt ist es endlich da, wenn auch nicht wirklich, weil versteckt. Der Overather Erfinder M. K. Busch (67) ist stolzer Besitzer des Gefährts, das unter den Luxuskarossen seinesgleichen sucht. „Poseidon“ ist 5,60 Meter lang und 1,93 Meter breit. Er wiegt 2,4 Tonnen, davon sind fünf Kilogramm Feingold. Sein 5,6-Liter-Motor verbraucht 35 Liter Super auf 100 Kilometer und hat etwa 250 PS, die genaue Zahl wird ritterlich verschwiegen.

16 Lilien, geschmückt mit 32 Brillanten, zieren den vergoldeten Kühler. Die Karosserie ist ganz aus Kunststoff und bildet in der Front zwei stark geschwungene Ozeanwellen. Das Prachtstück rollt auf weißen Ballonreifen. Sein Schöpfer und Besitzer Chevalier Inconnu, der Künstlername Buschs, spricht von Empfindungen, die für ihn die Form des Hecks in purer Romantik ausfließen lassen. Royalblau ist das Innenleben der goldenen Krone, die das Fahrzeugemblem ist. Die handgearbeiteten Instrumente sind aus Augenahorn-Wurzelholz, die Bezüge aus Lemon-Leder.

Die ersten Entwürfe seines Kunstwerkes namens „Poseidon“ lägen etwa 30 Jahre zurück, erzählt der in Bensberg geborene ehemalige Zahntechniker. Immer wieder habe er die Muster verworfen. Die hatte er im Hof aus Zahngips geschaffen, später in Radhöhe auf Besenstiele gestützt. Alle Details hier aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Aber man muss nur ein Jahr warten, dann gibt es den Traum in Weiß auch im Bensberger Schloss zu sehen.

Chevalier Inconnu bereitet nämlich für den 11. bis 16. Oktober 2016 die erste Ausstellung mit seinem „Poseidon“ und 53 eigenen Gemälden vor. Dass diese Ausstellung den Namen „Ich bin von einer anderen Welt“ tragen wird, hat seinen Grund: Chevalier Inconnu gesteht offen, dass er die moderne Kunst als subjektiv und individuell empfindet. Er will berühren, auch mit einem Kunstwerk wie dem „Poseidon“.

Geschichte im Zeitraffer

Die ganze Geschichte im Zeitraffer: Aus Manfred Busch wird der erfolgreiche Erfinder M. K. Busch. Als er des ewigen Nachdenkens müde ist, beginnt er zu malen und entdeckt sein Talent. Auch hier zeigt sich schnell seine Liebe zu Gold, Silber und Platin. Er baut für seine Gemälde ein Schloss, das später als Museum dienen soll. Doch ist das „Schloss“ überhaupt ein Schloss? Bei näherem Überlegen könnte es sich auch um eine Ritterburg handeln. Wie sonst ist er auf seinen, von dem des Erfinders abweichenden Künstlernamen Chevalier Inconnu gekommen? Dies heißt frei übersetzt nämlich „Unbekannter Ritter“. Und macht aus dem von vielen heimlich als „Spinner“ belächelten Künstler fast schon wieder einen Helden. Der steht schmunzelnd an der Balustrade seiner „Schloss-Burg“ und sagt: „Ich fühle mich König Ludwig aus Bayern sehr ähnlich. Der hat sich übrigens auch alles erarbeitet.“