Kanalisation in OverathWasser hat zu wenig Platz

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Overath – Anwohner in Untereschbach beklagen wachsende Probleme mit der öffentlichen Kanalisation bei heftigem Regen. Bei einer Bürgerinformation der Stadtwerke im Pfarrheim erläuterte ihnen jetzt die leitende Ingenieurin Judith Depner die Entwässerungsproblematik. Eine erste Bürgerversammlung hatte es bereits im Frühjahr gegeben. Jetzt ging es erneut über die Fakten und die rechtliche Lage aus Sicht der Stadtwerke. „Die Verwaltung ist an einer Lösung interessiert“, betonte Bürgermeister Jörg Weigt (SPD).
Zahlreiche Zuflüsse
Die Kanalisation rund um die für Untereschbach zuständige Kläranlage Lehmbach sei eine komplizierte Angelegenheit, sagte Depner. „Praktisch die gesamte Entwässerung Overaths, die in die Kläranlage Lehmbach fließt, beeinflusst den Schmutzwasserkanal.“ Es gibt Zuflüsse aus Untereschbach und Schmitzbüchel, aus Immekeppel, Brombach und Bensberg, und schließlich gibt es laut Depner manchmal sogar noch einen Rückstau von der Kläranlage her, weil die nur aufnimmt, was sie auch verarbeiten kann.
In der Straße Zum Sülzufer droht bei heftigen Regenfällen das Verkehrschaos im Kanal – was besonders problematisch ist, weil die Grundstücke dort teilweise unter der Rückstauebene liegen. Ein zusätzliches Problem besteht nach Angaben der Ingenieurin darin, dass es seit einigen Jahren „vermehrte lange und starke Regenereignisse“ gebe, diese aber erst nach und nach Eingang in die Berechnungsrundlagen für die Kanalisation finden.
Auch habe es mehr Anschlüsse von Neubaugebieten gegeben, diese seien aber eingerechnet worden. In der Vergangenheit hätten die Anwohner noch oft Glück gehabt, dass ihnen das Abwasser nicht in die Häuser gestiegen sei. Eine Garantie für die Zukunft sei das aber nicht.
Die Stadtwerke täten nun, was sie könnten, um die Lage zu entschärfen, doch die Mittel seien begrenzt. So werde nicht nur etwaigen Fehlanschlüssen von Regenwasserrohren an den Schmutzwasserkanal nachgespürt, sondern es würden auch die Zuläufe von Bergisch Gladbacher Stadtgebiet ins Sülztal überprüft, und schließlich werde ein ungünstig gelegener Schacht 2015 umgesetzt.
Am Ende empfahl die Ingenieurin den Anliegern dringend den Einbau von Rückstauklappen. Die Kosten betrügen „um die 1000 Euro“, das sei alle Male besser als eine Fäkalienüberflutung im Haus. Depner sagte auch: „Die Stadt ist in keinem Fall für die Schäden haftbar zu machen, der Kanal wird nach den anerkannten Regeln der Technik bewirtschaftet.“
