Abo

Overath in ZahlenOverath ist Overath und nicht Köln-Ost

3 min

Blick auf das Overather Zentrum

Overath – Nein, Overath ist nicht nach dem Fußball-Weltmeister von 1974 benannt worden. Wolfgang Overath stammt aus Siegburg – und ist außerdem 879 Jahre jünger als die Stadt an der Agger. Overath, also die nach behördendeutscher Einordnung „mittlere kreisangehörige Stadt“ im Süden des Rheinisch-Bergischen Kreises, ist ein Ort mit reicher Geschichte. Was 1064 bei seiner ersten urkundlichen Erwähnung als „Achera“ (für „Agger“) begann, ist mittlerweile eine Heimstatt für 27000 Menschen.

Heutzutage blickt die Stadt eindeutig in Richtung Köln. Alle wichtigen Wege führen an den Rhein, sei es die Bahnlinie RB 25 oder die Autobahn 4. Overath ist ein Wohnort für Pendler. Aber trotz dieses Sachverhalts hat die Stadt eine eigene Identität behalten, die für andere Orte in vergleichbarer Situation Wunschdenken geblieben ist. Overath ist Overath und nicht Köln-Ost. In Städten wie Rösrath, Hürth oder Wesseling gibt es Menschen, die in dieser Frage anders ticken.

Kernorte

Zu verdanken ist dieses Selbstverständnis einer Stadt zum großen Teil deren Stadtteilen. Overath hat sich immer verstanden als Kernort plus Brombach, Heiligenhaus, Immekeppel, Marialinden, Steinenbrück, Untereschbach und Vilkerath – also den sogenannten Kirchdörfern. Dabei sind Immekeppel und Untereschbach erst seit 1975 dabei. Bis dahin hatten sie zu Bensberg gehört.

Aber eine heile Welt ist Overath mitnichten. Die Stadt hat kein Geld, ein Schicksal, das mit anderen Städten geteilt wird. Doch Overath hat gar kein Geld – überhaupt keines. Zu zweifelhafter Berühmtheit ist man zum Jahreswechsel gekommen, als die Grundsteuer B auf 850 Prozent angehoben wurde – ein Spitzenwert in NRW.

26812

Von den 26812 Overather Bürgern sind 13676 weiblichen Geschlechts (Stand Ende 2013). Von den 13136 Männern müsste also rein rechnerisch jeder eine Frau finden können – einige sogar mehr als eine.

25

25 Prozent der Overather greifen regelmäßig zum Glimmstängel, drei Viertel rauchen nicht. Damit liegt man leicht unter dem Landesdurchschnitt.

299

299 Kölner Bürger sind innerhalb eines Jahres nach Overath gezogen. 259 zogen von Overath nach Köln – warum auch immer. Mehr Abwanderer als Zuwanderer gab es mit Engelskirchen (minus 29) und Bergisch Gladbach (minus 17).

27345

27345 Euro hat der durchschnittliche Overather innerhalb eines Jahres verdient (vor Steuern). Damit liegt er vergleichsweise gut. Denn der Landesdurchschnitt beträgt nur 24197 Euro. Die Zahlen sind allerdings zwei Jahre alt, neuere gibt es noch nicht.

348

Mit 348 Höhenmetern ist der Kleine Heckberg auf Overather Stadtgebiet zwar nicht das Dach der Welt, aber immerhin die höchste Erhebung des Rheinisch-Bergischen Kreises. Wer noch höher hinaus will, muss über die Stadtgrenze nach Much. Hier residiert der Heckberg (ohne „Großer“!) mit 383 Metern.

13200

50 Prozent (fast) der Bevölkerung sind katholischen Glaubens: 13200 Bürger. Knapp die Hälfte 6300 glaubt evangelisch und fast so viele 6200 gar nicht – jedenfalls nicht unter dem Dach einer Kirche.

1799

1799 Hunde sind beim Steueramt der Stadt gemeldet. Wie viele Hunde nicht gemeldet sind, aber trotzdem in der Stadt leben, ist dagegen unbekannt.

21

21 Prozent der Overather mit Migrationshintergrund haben türkische Wurzeln. Sie stellen damit die größte Gruppe. Auf Platz 2 kommen die gebürtigen Polen mit 18 Prozent. Dann folgen erstaunlicherweise die Kasachen mit 10 Prozent.

143

143 Stadtbürger sind im Jahr 2013 bei Unfällen im Straßenverkehr verletzt worden. Drei Menschen starben. Die Zahl der Verletzten ist rückläufig, die der Toten nicht.

79

79 Prozent des Stadtgebietes (das Foto zeigt das Overather Zentrum) sind nicht mit Häusern, Straßen oder befestigten Plätzen bebaut – also sogenannte Freiflächen. Im NRW-Durchschnitt sind 77 Prozent der Flächen nicht bebaut.