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Polizei eingeschaltetWurde auslaufender Gefahrstoff absichtlich am Lüderich bei Overath deponiert?

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Feuerwehrleute in Schutzanzügen und mit Atemschutz stehen vor einem Feuerwehrfahrzeug an einem Metallfass-

Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen ist der Dekontaminationszug der Feuerwehren im Rheinisch-Bergischen Kreis mit Auffangen des Gefahrstoffs beschäftigt.

Der Dekontaminationszug des Rheinisch-Bergischen Kreises und zahlreiche weitere Feuerwehrleute sind im Einsatz auf dem Berg Lüderich.

Die Betreiberin des nahen Golfplatzes am Lüderich ist sich sicher: „Der Container war absolut leer.“ Trotzdem standen am Sonntag plötzlich drei mit Herbizid gefüllte Kanister in dem Metallcontainer an der frei zugänglichen Zufahrt zur ehemaligen Erddeponie oberhalb des Golfplatzgeländes – und lösten einen  Großeinsatz der Feuerwehr aus.

Die Kanister offenbar jemand allesamt ohne Deckel dort deponiert und einen offenbar mutwillig umgestürzt.
Golfplatzbetreiberin

„Die Kanister offenbar jemand allesamt ohne Deckel dort deponiert und einen offenbar mutwillig umgestürzt“, berichtet die Goldplatzinhaberin nach Rücksprache mit der Polizei im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Polizei will sich auf Nachfrage frühestens am Montag zu der Sache äußern, wenn die Pressestelle wieder besetzt ist.

Eine orangefarbene Flüssigkeit, die aus dem Container herauslief, hat am Sonntagnachmittag die Feuerwehr im Rheinisch-Bergischen Kreis in Atem gehalten. Aus dem umgestürzten Kanister in dem Container war die Flüssigkeit ausgetreten, bei der es sich nach ersten Untersuchungen der Feuerwehr um einen Gefahrstoff handelte.

Etwa zehn Liter eines orangefarbenen Gefahrstoffes, der wassergefährdend ist, sind ausgelaufen.
Marco Bücheler, Pressesprecher der Feuerwehr Overath

„Es besteht eine Umweltgefahr, da der Stoff stark wassergefährdend ist“, sagt Feuerwehrsprecher Marco Bücheler am Einsatzort. Eine direkte Gefährdung für die Bevölkerung bestehe nicht, so der Sprecher der Overather Feuerwehr.

Neben sechs Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Overath war der Dekontaminationszug des Rheinisch-Bergischen Kreises vor Ort, um den Gefahrstoff aufzunehmen und zu sichern. Insgesamt sei die Feuerwehr mit 73 Feuerwehrleuten und 21 Fahrzeugen unter Einsatzleitung von Stadtbrandinspektor Heiko Schmitt vor Ort. Hinzu kämen Rettungsdienst, Polizei, der Messzug des Rheinisch-Bergischen Kreises, der ABC-Zug zur Dekontamination von Menschen und Material sowie die Untere Wasserbehörde.

Kanister befand sich an Zufahrt zu ehemaliger Erddeponie oberhalb  des Golfplatzes

Am späten Nachmittag waren die drei Kanister laut Feuerwehr gesichert, und das ausgelaufene hochkonzentrierte Herbizid laut Feuerwehr mit Chemiebindemittel aufgefangen.

Die Feuer- und Rettungsleitstelle des Kreises war am Nachmittag per Notruf alarmiert worden. Bislang seien etwa zehn Leiter der orangefarbenen Flüssigkeit ausgetreten, so Feuerwehrsprecher Marco Bücheler gegen 15 Uhr.

Container war laut Golfplatzinhaberin schon vor Jahren leergeräumt worden

Der Container, in dem sich die Kanister mit der Flüssigkeit befanden, steht an der Zufahrt zu einer ehemaligen Erddeponie oberhalb des Förderturms samt samt Maschinenhaus, das heute als Zentrale des Golfplatzes genutzt wird.

Laut Inhaberin des Golfplatzes war der Container bereits vor Jahren leergeräumt worden. Daher gelte es nun, herauszufinden, wer den Kanister, der mutmaßlich mit einem heute nicht mehr zugelassenen Herbizid gefüllt war, in dem Container abgestellt habe. Neben der Unteren Wasserbehörde ist dazu auch die Polizei eingeschaltet.