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Schwerer Raub und ComputerbetrugNach diesen Personen fahndet die Polizei in Rhein-Berg

Lesezeit 3 Minuten
Eine Polizistin auf deren Jacke der Schriftzug „Polizei“ zu sehen ist, steht an einer Einsatzstelle.

Bei bestimmten Ermittlungen fahndet die Polizei öffentlich. (Symbolbild)

Diese Fahndungen der Polizei sind im Rheinisch-Bergischen-Kreis derzeit aktuell. Die Ermittler suchen Hinweise zu den bisher unbekannten Tätern.

Raub, Diebstahl, Sexualstraftaten – mutmaßliche Täter können während der Ermittlungen von der Polizei manchmal nicht direkt identifiziert oder gestellt werden. Um die gesuchten Personen dennoch zu finden, nutzt die Polizei in NRW unter anderem öffentliche Fahndungen über das Fahndungsportal. 

Mit der Veröffentlichung von Bildern und Täterbeschreibungen „erhöht die Polizei NRW den Druck auf mögliche Straftäter oder erlangt Hinweise zu vermissten Personen“, sagt Markus Niesczery, Pressesprecher beim Landeskriminalamt NRW auf Anfrage dieser Zeitung.

„Durch die Verlinkung mit Social-Media Kanälen wie beispielsweise Facebook, Instagram, Twitter und TikTok wird die Fahndung einem großen Kreis von Interessierten zugänglich gemacht“, erklärt Niesczery weiter. Das führe nicht nur zu Meldungen von Bürgerinnen und Bürgern, sondern auch dazu, dass „sich Personen wiedererkennen und sich dann selbst bei der Polizei melden“ – sogenannte Selbststeller. 

Auch die Polizei im Rheinisch-Bergischen-Kreis fahndet aktuell. Einzusehen sind die Fälle auf dem digitalen Fahndungsportal der Polizei NRW

Bergisch Gladbach: Räuber greifen 37-Jährige an

Im Juli vergangenen Jahres haben zwei unbekannte Täter einen schweren Raub in Bergisch Gladbach-Katterbach begangen. Nachdem eine 37-Jährige ein Inserat für eine Tasche auf einer Internet-Plattform geschaltet hatte, traf sie sich mit einem Interessenten und seinem männlichen Begleiter am 21. Juli 2023. Sie übergab dem Interessenten, der sich Jeremy nannte, die Tasche zur Begutachtung. Kurz darauf sprühte er der Geschädigten Pfefferspray ins Gesicht und flüchtete mit der Tasche in einem Auto mit dem Kennzeichenfragment BM-FF Richtung Köln-Dünnwald.

Dabei wurden die Tatverdächtigen von einer Videoüberwachung aufgezeichnet. Die Bilder veröffentlichte die Polizei auf ihrem Fahndungsportal.

Fahndungen in Rhein-Berg: Polizei bittet um Hinweise

Ein unbekannter Tatverdächtiger missbrauchte die Kreditkartendaten eines Geschädigten, um Ware bei Douglas und Orovivo in den Köln Arcaden zu erwerben. Ebenfalls nutzte er die Kartendaten, um bei Saturn in Köln einzukaufen.

Bilder und nähere Beschreibungen zu den Tatverdächtigen finden Sie unter: polizei.nrw/fahndungen

Wer Hinweise zu den tatverdächtigen Personen im Rheinisch-Bergischen-Kreis machen kann, wendet sich telefonisch an die Kreispolizeibehörde unter der Nummer 02202-205-0 oder per E-Mail. Auf der Portalseite kann außerdem ein Formular zum jeweiligen Fall ausgefüllt werden.

Hohe rechtliche Hürden für Fahndungen der Polizei

Die rechtlichen Voraussetzungen für die Veröffentlichung von Bildern gesuchter Personen sind streng. „Jede Öffentlichkeitsfahndung muss zwingend durch ein ordentliches Gericht angeordnet werden oder bei Gefahr im Verzug durch Ermittlungspersonen der Staatsanwaltschaft“, erklärt Niesczery. 

Die öffentlichen Fahndungen der Polizei sollten also nicht mit der privaten Veröffentlichung von Aufnahmen von Überwachungskameras oder anderen Bildern mutmaßlicher Täter gleichgestellt werden. Dadurch könne sogar im schlimmsten Fall polizeiliches Handeln behindert werden, sagt Niesczery. Außerdem könne man sich damit selber „zivilrechtlicher Belange und/oder eigener strafrechtlicher Verfolgung aussetzen“. (hen)

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