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Wahlkampf und Partei-BaustellenNorbert Röttgen spricht beim Sommerfest der CDU

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Röttgen CDU Sommerfest 120821

Im Gespräch über den Klimawandel: Rhein-Bergs CDU-Direktkandidat Dr. Hermann-Josef Tebroke MdB (r.) und Norbert Röttgen.

Rhein-Berg – Es waren die großen drängenden Themen, die Rhein-Bergs einziger direkt gewählter Bundestagsabgeordneter Dr. Hermann-Josef Tebroke (CDU) und sein Parlamentskollege, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Dr. Norbert Röttgen, auf der Bühne ansprachen: der unumgängliche Kampf gegen den Klimawandel, der aber nur mit der Wirtschaft zu meistern, ja die Voraussetzung für künftigen wirtschaftlichen Erfolg sei; zugleich die Herausforderung durch den Machtanspruch, aber auch den CO2 -Ausstoß Chinas und ein nach wie vor notwendiger deutscher Schulterschluss mit den USA, den vor allem Röttgen anführte.

„Sie haben einen tollen Bundestagsabgeordneten“, warb Röttgen für Tebroke, bekannte „wir sind keine austauschbaren Apparatschiks“ und rief zu einem engagierten Wahlkampf auf. Schauplatz war ein Reitplatz des Hebborner Hofs, um den Kreistagsabgeordneter Peter Lautz zwischen den beiden großen Reitsport-Eventwochenenden der „Bergisch Classics“ ein entspanntes Ambiente für ein Sommerfest der Christdemokraten im Kreis ermöglicht hatte, wie es lange niemand erlebt hatte.

Santelmann und Junge-Union-Kreisvorsitzender Themen

Es hätte alles so ausschließlich unbeschwert sein können: Die erste größere Präsenzveranstaltung der CDU nach den Lockdowns, Wiedersehensfreude aller Generationen, ein bestens aufgelegter Bundestagskandidat, der den Menschen zuhört, und prominente Unterstützung aus der Bundespolitik.

Doch die „geopolitische Weltreise“ mit dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses und der herrliche Sommerabend konnten nicht über eine Reihe Baustellen der CDU Rhein-Berg hinweghelfen, die in Gesprächen der Parteimitglieder immer wieder Thema waren.

Dazu zählten die Ermittlungen gegen den ebenfalls zum Sommerfest gekommenen Kreisvorsitzenden der Jungen Union nach einem mutmaßlichen Jugendvideo mit Hitlergruß ebenso wie die Verwerfungen zwischen Kreisverwaltung sowie großen Teilen der Kreispolitik und Landrat Stephan Santelmann, der – obwohl er Kreiswahlleiter bei der Bundestagswahl ist – ebenfalls im Laufe des Abends noch beim Sommerfest seiner Partei vorbeischaute.

Schulterschluss für Tebroke

Insbesondere im Hinblick auf den Konflikt um Santelmann, dem erst das Krisenmanagement in der Corona-Pandemie entglitten war und der dann offenbar seit Jahren schwelende Verwerfungen in seiner Verwaltung eskaliert hatte, zeigte sich die Parteibasis durchaus ambivalent.

Auf der einen Seite kann sich kaum einer vorstellen, wie ein Kreishaus unter Leitung von Santelmann, dem massive Führungsfehler vorgeworfen worden war, bis zum Ende der Kommunalwahlperiode 2025 funktionieren kann, zumal der Landrat jüngst erneut aus Lösungsprozessen ausgebrochen war und nur mit Mühe vom CDU-Kreisvorstand hatte eingefangen werden können. Auf der anderen Seite gibt es an der CDU-Basis auch die, die eine Ursache für die Auseinandersetzung um Santelmann in einer zu selbstbewussten Kreisverwaltung sehen.

„Der macht Politik für uns in Berlin“

Einigkeit demonstrierten die Christdemokraten unterdessen darin, dass sie fest entschlossen sind, das rheinisch-bergische Direktmandat bei der Bundestagswahl am 26. September zu verteidigen – auch wenn die Turbulenzen im Wahlkampf auf Bundesebene groß sind.

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Unterstützung für den aktuellen und erneut kandidierenden Direktkandidaten der rheinisch-bergischen CDU gab’s unterdessen auch von ganz anderer Warte: Gladbachs Kirmesmacher Burkhardt Unrau lobte „den guten Draht nach Berlin“, den auch er dank Hermann-Josef Tebroke habe.

So erläuterte er am Rande des Sommerfestes auch Bundespolitiker Norbert Röttgen die prekäre Situation der Schausteller und der Kirmessen, seine Sorge um ein mehr als 1000 Jahre altes Kulturgut sowie den Plan, eine Petition zum Erhalt und Neustart der Kirmessen als Volksfeste nach der Pandemie zu starten. „Der Mann hat mich verstanden“, zeigte sich Unrau nach dem Gespräch überzeugt. Und auch Tebroke wisse, ganz genau, wovon er spreche: „Der macht Politik für uns in Berlin.“