Der Alte Friedhof in Brühl-Mitte ist seit den 1970er-Jahren ein öffentlicher Park, eine Aufwertung der Grünfläche wird es vorerst nicht geben.
Alter FriedhofPark-Projekt in Brühl scheitert an Sorge vor Vandalismus und späteren Kosten

Der Alte Friedhof in Brühl-Mitte wird nicht umgestaltet.
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Der „Alte Friedhof“ in Brühl-Mitte wird vorerst nicht umgestaltet. CDU, FDP/Volt und AfD stimmten gegen den Vorschlag der Verwaltung, unter der Verwendung von Fördermitteln eine Aufwertung der Fläche anzugehen. Binnen dreier Jahre sollte der alte Baumbestand auf dem rund 11.000 Quadratmeter umfassenden Areal gesichert und um neues Grün ergänzt werden, um höheren Ansprüchen an Hitzeschutz und Biodiversität gerecht zu werden.
Außerdem gab es die Idee, unter Berücksichtigung von Denkmalschutzauflagen gesundheitsfördernde Wasserelemente zur Abkühlung sowie einen Barfußpfad und Kräuterweg auf dem seit 1974 als Park genutzten Gelände anzulegen. Den Löwenanteil der rund 800.000 Euro für das Projekt hätte der Bund übernommen, die Stadt einen Eigenanteil von rund 90.000 Euro stemmen müssen.
CDU sieht in Schlosspark eine ausreichende Möglichkeit für Erholung
Angesichts leerer Kassen sei das zu viel, fand Frank Pohl, stellvertretender Fraktionschef der CDU: „Wir wollen keinen Kräuterweg und Barfußpfad und wir brauchen keine weiteren Aufenthalts- und Erholungsflächen. Der Schlosspark ist wenige Meter entfernt und bietet alle Möglichkeiten.“ Auch seien die Nachbarn angesichts der zu erwartenden Lärmbelästigung sicher nicht erpicht auf viele Besucher.
Pohl forderte, den Park so zu erhalten, wie er ist und wo nötig Bäume zu ersetzen. Zustimmung kam von FDP/Volt-Fraktionschef Jochem Pitz: „Das Ganze hat wieder etwas von Förderitis“, ärgerte er sich über Vorhaben, die in erster Linie mit Blick auf Fördertöpfe in Angriff genommen werden. Pitz warnte vor Folgekosten und Vandalismus. „Wir müssten uns fragen, wie lange der Barfußpfad überlebt“, so der Liberale.
Die Linke sieht derweil „eine leichtfertig verspielte Chance zulasten der Stadt und ihrer Einwohnerinnen und Einwohner“. CDU-Ratsherr Pohl wisse offenbar nicht, dass man im Schlosspark kein Picknick machen dürfe und es dort feste Öffnungszeiten gebe, so Linken-Fraktionschefin Şirin Daum Seitz. „Für Menschen wie mich, die keinen eigenen Garten haben, sind frei zugängliche Grünflächen von enormer Bedeutung“, erklärte sie. Auch die Sorge vor Vandalismus lässt Daum Seitz nicht gelten: „Offenbar trauen CDU und FDP den eigenen Bürgerinnen und Bürgern nicht zu, sorgsam mit öffentlichen Räumen umzugehen. Wer so argumentiert, betreibt Politik der Angst statt Politik für die Menschen in dieser Stadt.“

