Helge Hohl ist der neue Coach in Fliesteden und trifft im ersten Test auf seinen Ex-Verein.
Fußball-Landesliga:„Der SCF passt zu mir“

Auf ein besonderes Spiel schaut Helge Hohl mit dem SC Fliesteden.
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Beim SC Fliesteden steht in der Landesliga mit Helge Hohl (34) ein neuer Fußballlehrer am Seitenrand, der – wie schon seine prominenten Vorgänger – durch einige Erfolge auf sich aufmerksam machte. Im Gespräch mit Matthias Breuer berichtet der Mittelrheinliga-Meistertrainer, warum Fliesteden den passenden Trainer gefunden hat und welche Idee er im ersten Test gegen seinen Ex-Verein SV Bergisch Gladbach den Fans heute um 14 Uhr präsentieren möchte.
Herr Hohl, vor etwas mehr als zwei Jahren standen Sie zuletzt als Cheftrainer an der Seitenlinie von Alemannia Aachen in der Regionalliga. Wie groß ist die Vorfreude, wieder die Geschicke in einem Fußball-Verein mitzugestalten?
Helge Hohl: So eine lange Pause vom Fußball kannte ich bisher eigentlich gar nicht, da ich seit meinem 18. Lebensjahr an der Seitenlinie durchgehend gearbeitet habe. Dadurch gab es bisher wenig Zeit, die bisherigen Stationen und Erlebnisse in Ruhe zu reflektieren. Aufgrund dieser fußballfreien Zeit hatte ich mich im letzten Sommer vom Sport schon ein wenig abgewandt und es einfach mal genossen, mich um die Familie zu kümmern. Nach meiner Übereinkunft mit dem SCF wusste ich gar nicht, wie sich der neue Trainerjob für mich anfühlen würde. Die ersten Tage in Fliesteden habe ich aber sehr genossen und gemerkt: Der Trainerjob macht mir sehr, sehr viel Spaß. Und es scheint, dass dieses Feuer für den Fußball wieder zurück ist.
Zuletzt wurden Sie als Trainer bei Vereinen der Regional- und Mittelrheinliga gehandelt. Warum zog es Sie nun zum SCF in die Landesliga?
Vor dem Saisonstart hatte ich tatsächlich Anfragen auf diesem Niveau. Aber ich habe mich immer bewusst dagegen entschieden, weil ich gemerkt habe, dass die Familie und meine privaten Ziele Priorität genießen. Zu meiner Zeit in Aachen war ich an sechs von sieben Tagen von zu Hause weg und habe meine Kinder nie gesehen – das ist keine Situation, die ich mir für meine Familie und mich wünsche. Der SCF passt in meiner jetzigen Situation besser zu mir. Zudem hatten mich Spieler wie Aaron Herzog, den ich aus meiner Aachener Zeit kenne, zuletzt regelmäßig über die Geschehnisse im Verein informiert. Da hatte ich schon wieder Bock bekommen, in der Verantwortung zu stehen und meine eigenen Ideen hier einzubringen.
Die ersten Einheiten haben Sie hinter sich und unterziehen Ihre Spieler im Testspiel gegen Ihren Ex-Verein Bergisch Gladbach aus der Mittelrheinliga einem ersten Härtetest. Auf was für einen Fußball dürfen sich die Fans freuen?
Meine Idee sieht vor, dass wir einen sehr dominanten, sehr aktiven Fußball spielen und insbesondere über ein hohes Pressing kommen. Ich will nicht viel über lange Bälle agieren. Dafür hat die Mannschaft auch einfach die Qualität. Mit Bergisch Gladbach kommt aber ein dickes Brett, weshalb ich dem Ergebnis gar nicht viel Bedeutung beimesse. Wir haben in der Woche sehr viel daran gearbeitet, wie wir in eigenem Ballbesitz spielen wollen. Und deshalb wird es wichtig sein, dass wir oft den Ball bekommen – auch gegen so einen starken Gegner.
Mit Matthias Scherz und Ioannis Masmanidis sind zwei ehemalige Bundesligaspieler daran gescheitert, ihre Spielidee unterzubringen. Warum sind Sie mit Ihrer Erfahrung der passende Mann?
Ich war kein Profi, aber ich bin über zehn Jahre als Trainer aktiv. Den Weg in die Herren-Regionalliga habe ich mir von der Landesliga aus Stück für Stück erarbeitet. Darum denke ich, dass ich ganz gut beurteilen kann, was auf diesem Niveau gefragt sein wird.
Welche Ziele verfolgen Sie mit Fliesteden in der Rückrunde?
Wir haben noch gar nicht viel über sportliche Ziele gesprochen, sondern über inhaltliche, die die Spielidee betreffen. Natürlich ist klar, dass wir uns einfach tabellarisch angemessen einordnen wollen. Große Sprünge nach vorne sind nicht mehr möglich bei zehn Punkten Rückstand auf Platz drei.
