Butanonoxim in HürthGift im neuen Kindergarten

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Der Kindergarten am Mühlenhof in Alt-Hürth.

Hürth – Die grünen Wände des Baus leuchten zwischen den Häuserreihen am Ende der Straße Mühlenhof in Alt-Hürth hervor. Handwerker verpassen dem Neubau den letzten Schliff. Geschäftig laufen sie auf dem Gelände herum und besprechen sich. Eigentlich hätte die Kindertagesstätte im Mühlenhof im Oktober eröffnet werden sollen. Doch die Kita muss vorerst geschlossen bleiben. Der Grund: Das Bauverwaltungs- und Gebäudeamt hatte routinemäßig ein Ingenieurbüro mit der Raumluftmessung beauftragt. Die Messungen ergaben aber, dass bei dem Bau eine gesundheitsschädigende Substanz verwendet worden ist: Butanonoxim. Dieser Stoff, der als krebserregend gilt, befand sich in dem Mittel, mit dem die Bodenfugen ausgefüllt worden sind.

Hygienisch bedenklich“

Die Verfugung sei daraufhin komplett entfernt worden, teilt die Pressestelle der Stadt Hürth mit. Aber: Eine weitere Messung der Raumluft brachte dann das Ergebnis "hygienisch bedenklich". Und das ist offenbar auf das neue Mobiliar zurückzuführen, das schon in den Räumen untergebracht ist, heißt es in einer Pressemitteilung.

Diese Belastung kommt von dem Stoff Ethyalacetat, der sich an den Möbeln befindet. Das wiederum sei unbedenklich, bei regelmäßiger Lüftung könnten die Räume genutzt werden, heißt es von der Stadt. Dazu muss aber sichergestellt werden, dass das krebserregende Butanonoxim tatsächlich aus den Räumen verbannt worden ist. Das betont vor allem der zuständige Jugenddezernent Jens Menzel. In der kommenden Woche sollen weitere Luftmessungen vorgenommen werden. Erst wenn die Ergebnisse unbedenklich sind, will Menzel dem künftigen Träger der Kindertagesstätte am Mühlenhof, der Diakonie Michaelshofen, grünes Licht geben und die Räume zur Nutzung freigeben.

Gemeinsame Lösung

Derzeit fragen die Verantwortlichen des Trägers gemeinsam mit Mitarbeitern des Hürther Jugendamtes bei den Eltern nach, wie dringend sie den zugesagten Kita-Platz im Mühlenhof benötigen. Die Stadt möchte dann gemeinsam mit der Diakonie nach Lösungen suchen. Wie lange die neue Kita gesperrt bleiben muss, kann derzeit nicht gesagt werden.

Vor eineinhalb Jahren hatte es einen ähnlichen Vorfall bei dem Anbau an der Kita Kunterbunt in Berrenrath gegeben. Da waren allerdings erhöhte Aceton- und Aldehydwerte in der Raumluft gemessen worden. Der Kita-Anbau war rund ein halbes Jahr lang nicht benutzbar.

Baubeginn an der neuen Kita in Alt-Hürth war im Herbst 2012. Das zweigeschossige Gebäude ist auf einer Fläche von rund 500 Quadratmetern errichtet worden. Die Kita ist für vier Gruppen mit insgesamt 70 Kindern konzipiert.

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