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Gesamtschule in Hürth erhält zum Start in das neue Schuljahr einen Neubau

Hürth – Eine Schule zieht ein: In den Klassenräumen stapeln sich die noch nicht ausgepackten Umzugskartons. Techniker stöpseln Computer ein und richten Beamer aus.

Handwerker erledigen die letzten Arbeiten. Hier klemmt noch eine Tür, dort muss ein Ventil für die Hygienespülung der Wasserleitungen justiert werden. Bevor die Gesamtschule in ihrem 40 Millionen Euro teuren Neubau an der Sudetenstraße ins neue Schuljahr starten kann, ist noch jede Menge zu tun.

Schon seit Mitte der Woche sind die Ferien für das Lehrerkollegium vorbei, die Schulleitung ist schon eine Woche länger wieder im Dienst. Zusätzlich zu den Vorbereitungen für das neue Schuljahr muss auch die zweite Hälfte des Umzugs bewältigt werden.

700 Umzugskartons

Zwar ist die Gesamtschule am Interims-Standort in der ehemaligen Dr.-Kürten-Schule erst auf drei Jahrgänge mit je vier Klassen herangewachsen. Dennoch füllen Lehrmaterialien, Bücher und Aktenordner bereits 700 Umzugskartons. Schulleiterin Sabine Sommer ist selbst erstaunt, „wie viel sich da schon angesammelt hat“. Obwohl vor dem Auszug großzügig aussortiert wurde.

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Deutschlehrerin Anka Schubert hilft ihrem Kollegen Lars Weyen, Lehrer für Naturwissenschaften, beim Sortieren und Einräumen. 

Akribisch haben Lehrkräfte in einer Arbeitsgemeinschaft den Umzug noch vor den Ferien geplant und vorbereitet – umso reibungsloser läuft es jetzt beim Einzug. „Für jeden Raum ist einer verantwortlich“, berichtet die Schulleiterin. Die Kartons haben die Lehrerinnen und Lehrer selbst gepackt. „So behält man die Übersicht“, sagt Sabine Sommer. Auf roten Aufklebern steht, in welchem Raum im Neubau welcher Karton abgestellt werden musste.

Auch komplett neu eingerichtet

Den Transport haben die Mitarbeiter des Speditionsunternehmens an zwei Tagen in der ersten Ferienwoche erledigt. Vom Mobiliar ist allerdings nicht viel mit umgezogen – der Neubau ist auch komplett neu eingerichtet. Fast alles finden die Lehrkräfte, die seit Mitte vergangener Woche auspacken, jetzt tatsächlich am richtigen Ort vor.

Eine echte Herausforderung ist das Einräumen für Lehrer aus dem naturwissenschaftlichen Bereich. Allein das Inventar für die neun Fachräume füllt fast 300 Umzugskartons. Jetzt muss alles ordentlich in die neuen Schränke und Vitrinen einsortiert werden – von der Minipipette über den Stöpsel und Elektrostecker bis hin zum fragilen Katzen-Skelett.

Neu angeliefertes Material

„Zu unserem pädagogischen Konzept gehört es, dass die Schüler nicht nur zuschauen, sondern auch selbst etwas in die Hand nehmen können“, erklärt Physiklehrer Helmut Möhlenkamp, Vorsitzender der Fachkonferenz Naturwissenschaften. „Deshalb kommt da auch so viel zusammen.“ Und neben dem Bestand stapeln sich auch schon Kartons mit neu bestelltem und bereits angeliefertem Material.

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Die Lieferscheine überprüfen Schulleiterin Sabine Sommer und Physikleher Helmut Möhlenkamp, Vorsitzender der Fachkonferenz Naturwissenschaften. 

Aber beim Auspacken und Sortieren können sich die Naturwissenschaftler auch auf die Hilfe ihrer Kollegen aus den anderen Fachbereichen verlassen. „Hier packen alle mit an“, freut sich Schulleiterin Sabine Sommer über das Engagement ihres Kollegiums.

Kartons werden wieder abgeholt

In 14 Tagen müssen die Kartons ausgepackt sein, denn dann holt der Spediteur sie wieder ab. Physiklehrer Möhlenkamp will nach dem Schuljahresbeginn auch die Schüler beim Einräumen der naturwissenschaftlichen Sammlung einspannen. Bis sich die Abläufe in dem neuen Gebäude eingespielt haben, wird es wohl noch etwas länger dauern. „Da muss noch viel abgestimmt werden, das ist für uns ja alles neu“, sagt die Schulleiterin. 

Schließlich wird die Schule auch erst noch hineinwachsen in den Neubau. Im Oberstufentrakt werden zunächst nur die Fachräume genutzt und ein Aufenthaltsraum für Konferenzen. Ab 2022, wenn die Schule bis zur Oberstufe komplett ist, werde aber jeder Quadratmeter „zu 100 Prozent genutzt“, sagt Sabine Sommer.

Die Schule wächst

Zum neuen Schuljahr kommt der vierte Jahrgang an die Gesamtschule, die damit bei der Jahrgangsstufe acht angekommen ist. Die Eingangsstufe wird im Neubau erstmals fünf statt bisher vier Eingangsklassen haben. Die Zahl der Schüler wächst um 135 auf 463, davon 44 mit sonderpädagogischem Förderbedarf.

Zehn weitere Lehrer werden zum neuen Schuljahr ihren Dienst an der Gesamtschule aufnehmen. Damit wächst das Kollegium auf 41 Lehrer.

Die Nachfrage nach einem Platz an der Gesamtschule ist nach wie vor groß. Zum neuen Schuljahr mussten nach Angaben von Schulleiterin mehr als 60 Schüler abgewiesen werden – das entspricht mehr als zwei Klassenstärken. (aen)

Die Vorfreude im Lehrerkollegium auf das neue Schuljahr im neuen Gebäude, das mit seinen „Lerninseln“ für jede Jahrgangsstufe mit Differenzierungsräumen, Lehrerstation und großzügigen Aufenthaltsbereichen sowie gut ausgestatteten Fachräumen modernen pädagogischen Anforderungen genügt, ist nun groß.

Ob das Konzept des offenen, nicht eingezäunten Schulgeländes durchgehalten werden kann, daran hat Schulleiterin Sabine Sommer allerdings Zweifel. Denn in den vergangenen Wochen hat es bereits Vandalismusschäden. „Ich finde das Konzept des freien, offenen und in den urbanen Raum eingebundenen Schulgeländes eigentlich schön“, so Sommer, „doch nach diesen Erfahrungen wäre mir ein Zaun lieber.“ Klar ist schon, dass das Schulgelände mit Überwachungskameras ausgestattet wird.

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