Auch im übrigen Rhein-Erft-Kreis ist nach Angaben einer Maklerin eine Belebung festzustellen. Wo es in Pulheim am teuersten und günstigsten ist:
Mit Nähe zu Köln punktenImmobilienmarkt in Pulheim zeigt sich nach Flaute erholt

Die Hackenbroicher Straße in Pulheim gehört zu den teuersten Wohnlagen in Pulheim.
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Der Immobilienmarkt in Pulheim zeigt sich 2025 deutlich erholt. Nach einem Rückgang in den Jahren 2022 und 2023 verzeichnet der aktuelle Grundstücksmarktbericht für den Rhein-Erft-Kreis laut Boris NRW wieder steigende Aktivität.Pulheim profitiere dabei von seiner attraktiven Lage zwischen Köln und dem Umland, einer guten Verkehrsanbindung und der hohen Lebensqualität – Faktoren, die besonders Familien und Pendler anzögen, sagt Sarah Bredt, Immobilienmaklerin bei Laufenberg Immobilien: „Pulheim bleibt ein gefragter Standort, weil es den perfekten Kompromiss zwischen Stadtleben und grüner Ruhe bietet.“
Boris NRW ist das zentrale Informationssystem der Gutachterausschüsse und des Oberen Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Nordrhein-Westfalen.
In Pulheim wurden im vorigen Jahr 221 Häuser verkauft
Gestiegene Bauzinsen, höhere Baukosten und wirtschaftliche Unsicherheiten hätten den Markt ab 2020 deutlich abgekühlt – viele Kaufentscheidungen seien zunächst verschoben worden, und Verkäufer hätten sich auf längere Vermarktungszeiten einstellen müssen. 2024 dann die Trendwende: Im Rhein-Erft-Kreis seien 1.632 Kaufverträge für Ein- und Zweifamilienhäuser abgeschlossen worden, verdeutlicht Bredt. Das entspreche einem Anstieg von rund 22,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Pulheim selbst seien 221 Häuser verkauft worden.
Auch die Preisentwicklung zeige sich zunehmend stabiler. Dies belegten die Daten des Immobilienportals ImmoReport.de. Demnach liege der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Häuser derzeit bei etwa 3.896 Euro pro Quadratmeter, was einen Anstieg von etwa 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspreche. Im Gegensatz dazu zeigten sich die Wohnungspreise leicht rückläufig: Mit durchschnittlich 3.706 Euro pro Quadratmeter lägen sie rund 1,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau, berichtet die Maklerin.

An der Hahnenstraße in Pulheim-Stommelerbusch lässt sich vergleichsweise günstig Eigentum erwerben.
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Auch die Bodenrichtwerte in Pulheim unterstrichen diese Entwicklung: Nach einem Rückgang im Jahr zuvor zögen sie nun wieder an. Der niedrigste Richtwert liegt bei 390 Euro pro Quadratmeter in Stommelerbusch (Hahnenstraße), während die Spitzenlagen im Norden Pulheims – etwa an der Hackenbroicherstraße – mit 670 Euro pro Quadratmeter bewertet werden. Damit bewegten sich die Werte wieder deutlich über dem Vorjahresniveau, blieben jedoch etwas unter den Spitzenwerten von 2023.
Ein zentrales Thema am Immobilienmarkt bleibe die Energieeffizienz. Angesichts hoher Energiekosten und verschärfter Klimaschutzvorgaben sei dieser Aspekt längst zu einem entscheidenden Kaufkriterium geworden. Käufer bevorzugten zunehmend Gebäude mit moderner Haustechnik oder gutem Sanierungspotenzial. „Viele Käufer suchen gezielt nach Objekten, die sie energetisch sanieren können – am besten mit staatlicher Förderung“, berichtet Sarah Bredt. „Wir beobachten eine wachsende Bereitschaft, ältere Gebäude zu kaufen und selbst zu modernisieren, wenn das energetische Potenzial stimmt.“
