Am Karnevalsfreitag kamen Mitarbeiter des Ordnungsamtes zur Jubiläumsfeier der KG Löstige Knolleplänzche und stellten plötzlich die Musikanlage ab.
Aktion schlägt hohe WellenWarum das Ordnungsamt die Feier in Wesseling abrupt beendete

Ihre Freude am Tanzen und am Karneval haben sich die Löstige Postillione nicht nehmen lassen. Und beim Zug drehte ihnen auch niemand die Musik ab.
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Die Aktion des Wesselinger Ordnungsamts schlägt weiter hohe Wellen. Am Karnevalsfreitag (13. Februar), kurz nach 22 Uhr, kamen Mitarbeiter des Ordnungsamtes zur Jubiläumsfeier der KG Löstige Knolleplänzche und stellten den Karnevalisten die Musikanlage ab – mitten in einer Tanzaufführung der Löstigen Postillione. „Für mich war das eine sehr unschöne Situation“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Monika Engels-Welter auf Anfrage.
Kurze Zeit zuvor habe sie noch von Brauchtum und Tradition gesprochen – und dann das. In Vertretung des erkranken Bürgermeisters Ralph Manzke war sie zu den Jubilaren gekommen. „Aber ich vertrete unseren Bürgermeister nur in repräsentativen Angelegenheiten“, erklärt sie. Das Ehrenamt berechtige sie nicht dazu, sich in das operative Geschäft des Bürgermeisters und des Ordnungsamtes einzumischen. Um sich die Situation erklären zu lassen, habe sie lediglich mit den Mitarbeitern des Ordnungsamts vor Ort gesprochen. „Und die haben mir erklärt, dass sie den Auftrag hatten, wegen Ruhestörung aktiv zu werden“, so Engels-Welter.
Stadtverwaltung äußert sich zum Vorfall
Auf Anfrage teilte die Stadt am Dienstag mit: Der Veranstalter sei bereits am 12. Februar (Weiberfastnacht) um 23 Uhr durch den kommunalen Ordnungsdienst auf eine Lärmbelästigung durch laute Musik und die fehlende Genehmigung hingewiesen worden. Laut Stadtverwaltung hielt sich der Veranstalter wissentlich nicht an die geltenden Vorschriften, so dass der Ordnungsdienst bereits am Vorabend habe einschreiten müssen.
Am 13. Februar, also bei der Jubiläumsfeier der Knolleplänzche, habe der Ordnungsdienst die Lokalität dann erneut kontrolliert und wieder nach Beginn der Nachtruhe, die ab 22 Uhr gilt, laute Musik, eine Menschenmenge vor dem Zelt sowie zahlreiche Parkverstöße vor der Gaststätte festgestellt.
Weitere Auftritte angekündigt
Der Veranstalter sei unmittelbar von den Einsatzkräften auf die Situation angesprochen worden. Da trotz Hinweis auf die vorgeschriebene zeitliche Begrenzung nach 22 Uhr weitere Auftritte angekündigt worden seien, hätten sich die Einsatzkräfte dazu entschlossen, die Musik beenden zu lassen.
Der örtliche DJ sei dieser Anordnung so unmittelbar gefolgt, dass der laufende Auftritt einer Karnevalsgruppe unterbrochen wurde. Grundsätzlich würden alle Mitarbeitenden des Kommunalen Ordnungsaußendienstes in Deeskalation und konfliktbewusstem Verhalten geschult, so die Stadtverwaltung.
Dabei stellten Veranstaltungen in beengten Räumen, mit Alkoholausschank und emotionaler Beteiligung der Teilnehmenden besondere Herausforderungen dar. „Die Mitarbeitenden des kommunalen Ordnungsaußendienstes reagierten in diesem Fall auf einen wiederholten Verstoß gegen die Nachtruhe an der Örtlichkeit zum Schutze der Nachbarschaft.“

