CityProtest gegen Bonner Primark – „Fair Trade Town öffnet Tür und Tor für Ramsch“

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Primark Bonn

Bonn – Der SPD-Ortsverein Bonn-Mitte lehnt die Pläne des Investors ab, mehrere Etagen des geplanten Maximiliancenters gegenüber dem Hauptbahnhof an die Billigmodekette Primark zu vermieten.

Investor Albert ten Brinke will im Herbst mit dem Abriss der Südüberbauung beginnen und dort ein neues Einkaufszentrum errichten. Der Stadtrat hat dem Bau am 30. Juni zugestimmt.

Eine „Billigmodekette im Eingangstor zur Fair-Trade-Stadt Bonn – dieser Widerspruch darf nicht Wirklichkeit werden“, heißt es bei der SPD, welche die Neubaupläne ausdrücklich begrüßt. Sie fordert ten Brinke auf, seine Entscheidung zugunsten von Primark, der 2019 eröffnen soll, zu überdenken und zu korrigieren.

Onlinepetition gegen Primark

Eine Onlinepetition gegen die Ansiedlung des Discounters in der City haben nach Angaben der Vereine Femnet und „Bonn im Wandel“ innerhalb von einer Woche 4068 Personen unterschrieben.

„Der Zuspruch zeigt: Den Bonnern ist ihre Stadt nicht egal“, sagt Gesa Maschkowski von „Bonn im Wandel“ Sie hätten zwar den Zuschlag an ten Brinke nicht verhindern können, wollten aber die Entwicklung kritisch begleiten.

Die Grüne Stadtratsfraktion hat viele Mails erreicht, in denen die Produktionsbedingungen von Primark und anderen Handelsketten kritisiert und gefragt wird, warum in der Innenstadt solche Läden zu finden sind.

Ablehnung des Projekts hätte „Stillstand bedeutet“

„Der Rat der Stadt Bonn und auch die Grüne Fraktion hatten nur die Möglichkeit, dem Bauprojekt insgesamt zuzustimmen oder es abzulehnen. Auf die Auswahl der Mieter durch den privaten Investor hat die Bonner Politik keinen Einfluss“, betonen die Grünen in einer Mitteilung. Die Ablehnung des Bauprojekts hätte „auf Jahre hinaus weiteren Stillstand im Bahnhofsbereich bedeutet“.

Am Ende seien es die Konsumenten, die darüber bestimmen, welche Läden sich am Markt in der Bonner Innenstadt durchsetzen werden. (dbr)

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