FahrradleihsystemEitorf verdoppelt ab Sommer 2025 das Angebot an Leih-E-Bikes in der Gemeinde

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Mehrere graue Fahrräder mit einem großen Hinterradschutz, auf dem der Schriftzug RSVG-Bike steht.

Das Leihrad-System RSVG-Bike erfreut sich im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis wachsender Beliebtheit.

Umgerechnet auf die Anzahl der Fahrräder hat Eitorf die höchste Nutzung im gesamten Rhein-Sieg-Kreis.

Weitermachen, aber wie? Das Fahrrad-Ausleihsystem RSVG-Bike ist zwar bei den Nutzerinnen und Nutzern beliebt, stößt in der Eitorfer Kommunalpolitik aber auf unterschiedliche Resonanz.

Im vergangenen Jahr wurden in Eitorf 1745 Fahrräder ausgeliehen, 2022  waren es 1938 Ausleihen. Umgerechnet auf die Anzahl der Fahrräder hat Eitorf die höchste Nutzung im gesamten Rhein-Sieg-Kreis. Reicht das im Herbst 2021 eingeführte Angebot von acht E-Bikes also noch, oder sollen es mehr sein? 

Bis Ende März muss Eitorf beim Rhein-Sieg-Kreis die Zahl der angebotenen Leihräder angeben

Der Ausschuss für Stadtplanung, Ortsentwicklung, Mobilität und Klimaschutz musste in seiner jüngsten Sitzung entscheiden, wie das System ab Sommer nächsten Jahres fortgeführt werden soll: Ab August 2025 sollen alle rechtsrheinischen Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises ein gemeinsames regionales Fahrradmietsystem bekommen. Bis Ende März müssen die Kommunen daher angeben, wie groß ihr Angebot an Leihrädern ab August 2025 sein soll. Aussteigen ist keine Option: Das Leihradsystem ist als Teil des Nahverkehrsplans des Rhein-Sieg-Kreises eine Pflichtaufgabe.

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Seit der Einführung des RSVG-Bikes im Herbst 2021 gibt es in der Sieggemeinde vier Stationen: Mühleip, Markt, Bahnhof und Merten, an den letzten beiden gibt es außerdem die Möglichkeit, E-Räder aufzuladen.  Acht Räder und ein Lastenrad können derzeit gemietet werden. Dafür zahlt die Gemeinde Eitorf einen Eigenanteil von rund 10.300 Euro im Jahr.

Damit werde jede Ausleihe mit sechs Euro aus der Gemeindekasse subventioniert, rechnete Sascha Liene (FDP) vor. Auch wenn es sich immer gut anhöre, Leihräder anzubieten, seien die Kosten zu hoch. Seine Fraktion schlage daher vor, das Leihsystem nicht weiter auszudehnen und mit den acht Rädern weiterzumachen, die jetzt schon angeboten würden. 

Das E-Lastenbike soll nur noch bis Juni 2025 angeboten werden

Das E-Lastenrad läuft im Juni 2025 ohnehin aus und soll auch nicht weiter angeboten werden. Als Gründe nannte der Rhein-Sieg-Kreis die hohen Kosten, die geringe Nachfrage und Probleme mit Vandalismus. Außerdem sei man mittlerweile der Meinung, dass die Bereitstellung eines Lastenrades nicht zur Kernaufgabe des ÖPNV gehört.  

Für Eitorf hatte der Kreis ein künftiges Angebot von maximal 19 E-Bikes vorgeschlagen – alles darüber hinaus müsse zu 100 Prozent selber gezahlt werden. Die Verwaltung schlug vor, auf 16 Elektro-Leihräder aufzustocken, das System soll moderat wachsen. 

Außer der Anschaffung von acht neuen E-Bikes soll die Ausleihstation am Markt mit einer Lademöglichkeit versehen werden. Außerdem sollen zwei „virtuelle“ Stationen eingerichtet werden, die durch eine Markierung per Schild oder auf dem Boden gekennzeichnet werden. Sie sollen zunächst in Alzenbach und Halft entstehen, zwei dicht besiedelten Ortsteilen mit vielen potenziellen Nutzern und einem guten Anschluss an das Radwegesystem. Sollten die Stationen nicht so angenommen werden wie erhofft, könnten die Markierungen ohne großen Aufwand wieder entfernt und an anderer Stelle aufgebracht werden.

Es sei ein guter Vorschlag, das Leihsystem auszuweiten, urteilte Bernd Thienel von der SPD: „Man muss das System für alle Menschen auf den Weg bekommen!“ Dem schloss sich der Ausschuss mehrheitlich an und  brachte die Erweiterung auf 16 E-Bikes auf den Weg; die FDP-Fraktion stimmte dagegen. 

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