„Wir sind aktiv!“Seniorenvertretung Eitorf fordert mehr Mitspracherecht - Kritik am Rat

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Dr. Renate Dietz und Peter Dreger sitzen an einem Tisch und haben auf diesem beschriftete Unterlagen vor sich liegen.

Viele Ideen haben Renate Dietz, Peter Dreger und die anderen Mitglieder der Eitorfer Seniorenvertretung für ältere Mitmenschen.

Acht Mitglieder umfasst die Seniorenvertretung in Eitorf. Sie wollen Senioren in der Stadt stärker einbinden – mit vielen Aktionen.

„Wir sind aktiv! Ich kenne Senioren, die ziehen sich sehr zurück und gehen gar nicht mehr raus“, sagt die 81-jährige Dr. Renate Dietz. Als Vorsitzende der Eitorfer Seniorenvertretung will sie dem entgegenwirken. Mit der Taschengeldbörse, wo für einen Mindestlohn von 7,50 Euro Gartenarbeit oder Unterstützung am Computer angeboten wird, vermittelt das achtköpfige Gremium seit 2016 Kontakte zwischen jungen Menschen und Senioren.

Dazu kommen kostenfreie Angebote, die Ältere geistig fit und körperlich mobil halten sollen: Rollatortraining, Smartphoneschulung, Vorträge. Doch Mobilität hänge auch von äußeren Begebenheiten ab, und da hapere es in Eitorf, sagt Dietz: „Wenn man kein Auto hat, keine Kinder oder Nachbarn, die einen fahren, dann sieht es schlecht aus.“ Der ÖPNV fahre die Außenorte viel zu selten an, „ein Bürgerbus wäre gut, aber das können wir selber nicht leisten“.

Vorschlag der Seniorenvertretung Eitorf: Schulbusse für alle öffnen

Der Vorschlag der Seniorenvertretung: Schulbusse für alle öffnen. „Es ist doch kurios, da fährt ein Bus, der uns aber nicht mitnehmen darf“, sagt die pensionierte Ärztin kopfschüttelnd. Ein anderer Vorschlag sei eine Bus-Rundstrecke nach Rheinbacher Vorbild: „Wir haben einen Antrag auf eine Rundfahrt gestellt, vom Bahnhof über Bourauel wieder zum Bahnhof. Aber der wurde abgelehnt – zu teuer.“

Häufig schon seien Anträge und Vorschläge der Seniorenvertretung im Rat abgeschmettert worden, bemängelt Peter Dreger (81). Dabei solle die Seniorenvertretung doch die politische Teilhabe der Senioren stärken und als Bindeglied zwischen Verwaltung, Politik und den Senioren in Eitorf dienen. „Die ‚nette Toilette‘ im Innenort ist auch abgelehnt worden“, beklagt Dietz. Die Folge: „Manche fahren deshalb nicht mehr in den Ort, die Isolierung nimmt zu.“ Mehr Einbindung wünschen sich die Seniorenvertreter: „Immerhin sind ein Drittel der Eitorfer Einwohnerschaft Senioren.“

Die Eitorfer Seniorenvertretung ist per E-Mail zu erreichen.


Die nächsten Termine

Samstag, 22. April, 9 Uhr: Pedelec-Training für Senioren (Bürgerzentrum, Bahnhofstr. 19). Polizeihauptkommissar Gerhard Zöller von der Verkehrsunfallprävention gibt Informationen und Tipps zum Umgang mit einem Pedelec. Im Anschluss an den Vortrag findet ein praktisches Training auf dem Schulhof der Sekundarschule statt. Anmeldung erforderlich: 02243/41 82.

27. April, 14.30 Uhr: Smartphoneschulung (Bürgerzentrum) mit Ronja und Linda Philippser von der Taschengeldbörse. Ein aufgeladenes Android-Smartphone mit eingeführter SIM-Karte muss mitgebracht werden. Anmeldung erforderlich: 02243/841 37 39.

11. Mai, 13.45/15.45 Uhr: Rollator-Training (Bürgerzentrum) mit Cornelia Brodeßer von der Verkehrswacht Rhein-Sieg. Es gibt zwei Gruppen, Anmeldung erforderlich: 02243/41 82.

15. Juni, 14.30 Uhr: (Bürgerzentrum) Sturzgefahren erkennen und vermeiden. „Bleiben Sie im Gleichgewicht – Stürze vermeiden“ – Vortrag von Cornelia Brodeßer für mehr Sicherheit in der Wohnung und im Straßenverkehr. Alle Veranstaltungen sind kostenfrei.

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