Bandendiebstahl, sexuelle BelästigungNach diesen Personen fahndet die Polizei im Rhein-Sieg-Kreis

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Polizisten stehen vor Einsatzfahrzeugen der Polizei.

Bei bestimmten Ermittlungen fahndet die Polizei öffentlich. (Symbolbild)

Diese Fahndungen der Polizei sind im Rhein-Sieg-Kreis derzeit aktuell. Die Ermittler suchen Hinweise zu den bislang unbekannten Tätern.

Raub, Diebstahl, Sexualstraftaten – mutmaßliche Täter können während der Ermittlungen von der Polizei manchmal nicht direkt identifiziert oder gestellt werden. Um die gesuchten Personen dennoch zu finden, nutzt die Polizei in NRW unter anderem öffentliche Fahndungen über das Fahndungsportal. 

Mit der Veröffentlichung von Bildern und Täterbeschreibungen „erhöht die Polizei NRW den Druck auf mögliche Straftäter oder erlangt Hinweise zu vermissten Personen“, sagt Markus Niesczery, Pressesprecher beim Landeskriminalamt NRW auf Anfrage dieser Zeitung.

„Durch die Verlinkung mit Social-Media-Kanälen wie beispielsweise Facebook, Instagram, Twitter und Tiktok wird die Fahndung einem großen Kreis von Interessierten zugänglich gemacht“, erklärt Niesczery weiter. Das führe nicht nur zu Meldungen von Bürgerinnen und Bürgern, sondern auch dazu, dass „sich Personen wiedererkennen und sich dann selbst bei der Polizei melden“ – sogenannte Selbststeller. 

Auch die Polizei im Rhein-Sieg-Kreis fahndet aktuell in mehreren Fällen. Einzusehen sind diese auf dem digitalen Fahndungsportal der Polizei NRW

Bad Honnef: Mann missbraucht sechsjähriges Kind sexuell

Am 10. April 2024 gegen 17.30 Uhr näherte sich ein bislang unbekannter Mann auf einem Weg von der Fußgängerbrücke der S-Bahn-Endhaltestelle Bad Honnef zur Alexander-von-Humboldt-Straße einem sechsjährigen Mädchen und forderte es dazu auf, an ihm sexuelle Handlungen vorzunehmen.

Die erwachsene Begleiterin des Kindes bemerkte dies und sprach den Mann, dessen Hose laut Zeugenaussage offen war, sofort an. Der unbekannte Mann ließ von dem Kind ab und ging in Richtung der Straße Am Spitzenbach davon.

Der Mann wird beschrieben als etwa 30 Jahre alt, auffällig klein (Körpergröße zwischen 160 bis 170cm) mit schwarzem Vollbart und leicht dunklem Hautteint. Er sprach Deutsch mit leichtem Akzent und war zum Tatzeitpunkt bekleidet mit einer schwarzen Jacke, schwarzer Wollmütze und blauer Jeans. Zudem führte er laut Zeugen einen Bund mit vielen Schlüsseln in der hinteren rechten Hosentasche.

Außerdem wurde ein Phantombild von dem mutmaßlichen Sexualstraftäter angefertigt, welches auf dem Fahndungsportal der Polizei eingesehen werden kann.

Siegburg: Polizei sucht Tankbetrüger

Mit im Februar 2024 am Agger-Stadion gestohlenen Kennzeichen steuerten Tankbetrüger eine Tankstelle in Siegburg gleich zwei mal an: Am 10. Februar 2024 waren die Kennzeichen an einem schwarzen BMW angebracht. Nach dem Betanken stieg der Beifahrer ein und der Fahrer fuhr ohne zu bezahlen los.

Beim zweiten Vorfall, eine Woche später am 17. Februar 2024, befanden sich die gestohlenen Kennzeichen an einem silberfarbenen BMW. Der Beifahrer vom ersten Tankbetrug agierte nun als Fahrer. Nach dem Betanken des Autos stieg er ein und fuhr mit einer Beifahrerin in Fahrtrichtung B8/B56.

Mit Bildern der Überwachungskameras sucht die Polizei jetzt nach einem männlichen Tatverdächtigen, der laut Beschreibung zwischen 30-35 Jahren alt sein soll und zum Tatzeitpunkt schwarze Haare und einen schwarzen Kinn-/Vollbart sowie einen weißen Kapuzenpullover mit schwarzen Applikationen, eine schwarze Nike-Air Trainingshose und weiße Sportschuhe getragen hat.

Sankt Augustin: Mann klaut Handtasche aus Einkaufswagen

Im April 2023 hat ein unbekannter Mann in einer Aldi-Filiale in Sankt Augustin eine Handtasche entwendet, die die Geschädigte in ihrem Einkaufswagen verstaut hatte. Bilder des Tatverdächtigen können auf dem Fahndungsportal der Polizei eingesehen werden.

Bornheim: Bewaffneter Raubüberfall auf Kiosk in Roisdorf

Die Polizei Bonn sucht zwei bislang unbekannte Männer, die am 08. Dezember 2023 gegen 22.50 Uhr den Kamel-Kiosk in Bornheim-Roisdorf überfallen haben. Die maskierten Tatverdächtigen bedrohten den Kioskmitarbeiter mit einer Schusswaffe und forderten ihn auf, Geld aus der Kasse zu übergeben. Der Zeuge kam dieser Forderung nach, worauf die beiden Tatverdächtigen fußläufig vom Tatort flüchteten.

Beide Tatverdächtige werden als männlich und zwischen 16 bis 22 Jahre alt beschrieben und sprechen deutsch. Der erste Täter soll etwa 180cm groß sein, eine schlanke Figur, blonde Haare und blaue Augen haben. Er soll zur Tatzeit eine blaue Jacke, ein grünes Oberteil, eine blaue Jogginghose und schwarz-weiße Sportschuhe getragen haben. Er führte eine schwarze Schusswaffe mit sich.

Der zweite Täter soll etwa 185cm groß sein, eine schlanke Statur sowie dunkelblonde Haare haben. Zur Tatzeit soll er eine dunkle Jacke mit weißer Aufschrift im Bereich der Brust und des Kragens und eine dunkle Hose getragen haben. Die Polizei hat auf ihrem Fahndungsportal Bilder der Tatverdächtigen veröffentlicht.

Neunkirchen-Seelscheid: Mann raubt mit Messer Apotheke aus

Gesucht wird ein Tatverdächtiger, der am 23. November 2023 gegen 18.20 Uhr unter Vorhalt eines Messers eine Apotheke in Neunkirchen-Seelscheid einen dreistelligen Geldbetrag erbeutet haben soll. Ein Phantombild kann auf dem Fahndungsportal der Polizei eingesehen werden. Beschrieben wird der Mann als zwischen 30 bis 35 Jahre alt und von schlanker Figur. Zur Tatzeit trug er eine gefüttert Jacke, dunkle Turnschuhe, eine Basecap, dunkle Handschuhe und einen Hoodie. 

Unbekannte begehen zwei Überfälle auf Tankstellen im Rhein-Sieg-Kreis

Die Polizei fahndet wegen schwerem Bandendiebstahl nach einer fünfköpfigen Gruppe, die zwei Tankstellenüberfälle, einen davon im Rhein-Sieg-Kreis, begangen haben soll. Die fünf Männer brachen demnach in der Nacht des 15. Mai 2023 in eine ARAL-Tankstelle in Erkrath (Kreis Mettmann) sowie in eine SHELL-Tankstelle in Niederkassel ein. In beiden Fällen stahlen sie einen Geldtresor.

Die Polizei hat auf ihrem Fahndungsportal nun Fotos veröffentlicht, die einen der fünf Tatverdächtigen zeigen sollen. Die Wohnorte der weiteren Bandenmitglieder liegen in Berlin. Die Polizei erbittet sich unter 0228/15-0 oder per Mail Hinweise aus der Bevölkerung.

Unbekannte brechen in Niederkassler Geschäft ein und stehlen Kaffee

Zwei Unbekannte sind am 21. Januar 2024, zwischen 1 Uhr und 1.15 Uhr in ein Lebensmittelgeschäft an der Porzer Straße in Niederkassel-Ranzel eingebrochen. Sie sollen ein Schloss eines Gatterfensters am Wareneingang aufgebrochen haben. Dabei wurde Kaffee in einem vierstelligen Wert gestohlen. Sie flohen in einem dunklen Auto, in dem eine dritte Person gesessen hat. 

Die beiden Tatverdächtigen werden als männlich beschrieben. Einer soll dunkle Haare gehabt haben, die seitlich ausrasiert waren, das Deckhaar gegelt. Er hatte nach Angaben der Polizei eine kräftige Statur und trug eine dunkle Jacke mit einem Emblem am linken Oberarm, einen dunklen Kapuzenpulli sowie eine dunkelgraue Stoffjogginghose und weiße Turnschuhe.

Die zweite Person soll von schlanker Statur sein und eine dunkle Kapuzenjacke mit einem senkrechten Emblem am Jackenkragen im Nacken sowie eine hellgraue Stoffjogginghose, weiße Turnschuhe und schwarze Handschuhe getragen haben. Die Polizei sucht mit Bildern nach den Verdächtigen

Bonn: Mann belästigt Frau in Bahn sexuell

Die Polizei Bonn fahndet nach einem bislang unbekannten Mann, der am 17. Juni 2023 um 15.40 Uhr eine Frau sexuell belästigt hat. Der Tatverdächtige stieg in Dottendorf in die Bahn, wo er sich neben die Geschädigte setzte und sie gegen ihren Willen auf ihren Hals küsste. 

Fotos des Tatverdächtigen können im Fahndungsportal der Polizei eingesehen werden. Die Polizei bittet um Hinweise zur Identität des tatverdächtigen Mannes.

Bonn und Troisdorf: Gestohlene Debitkarte von Mann mehrfach zum Bezahlen eingesetzt

Die Polizei fahndet nach zwei bislang unbekannten Männern, die eine gestohlene Debitkarte mehrfach verwendet haben. Am Samstag, dem 28. Oktober, wurde einem 64-jährigen Mann in Bad Godesberg in einer Bäckerei das Portemonnaie entwendet. Die darin enthaltene EC-Karte wurde von zwei Männern an verschiedenen Bankautomaten und in mehreren Geschäften genutzt. 

Die Polizei Bonn hat jetzt Bilder der beiden Tatverdächtigen auf dem Fahndungsportal veröffentlicht. 

RE 9 Richtung Aachen: Mann belästigt 25-Jährige sexuell

Die Bundespolizei fahndet mit Bildern nach einem unbekannten Mann, der im Juni 2023 eine 25-Jährige im Regionalexpress 9 sexuell belästigt haben soll. Die Frau befand sich am 7. Juni im RE9 Richtung Aachen, als sich gegen 20 Uhr am Bahnhof Siegburg ein Unbekannter neben sie setzte, mehrfach ihre Hand ergriff und sie gemeinsam mit seiner in ihren Schritt legte. Außerdem ergriff der Mann das Bein der Frau und küsste ihren Fuß, an dem sie eine Sandale trug. 

Der gesuchte Mann wird wie folgt beschrieben:

  1. südländisches Aussehen, 3-Tage-Bart, braune Augen, schwarze kurze lockige Haare
  2. EA7/Emporio Armani Jacke in grau/schwarz, graue Jogginghose, schwarze Turnschuhe, schwarze Umhängetasche

Die Bundespolizei bittet um Angaben zu dem Gesuchten. Bilder des Verdächtigen können auf der Webseite der Bundespolizei eingesehen werden.

Fahndung: Diese Personen werden in Rhein-Sieg gesucht 

Polizei NRW

Fahndungsportal | Polizei NRW

Das Fahndungsportal der Polizei NRW

Fahndungen im Rhein-Sieg-Kreis: Polizei bittet um Hinweise

Bilder und nähere Beschreibungen zu den Tatverdächtigen finden Sie unter: polizei.nrw/fahndungen

Wer Hinweise zu den tatverdächtigen Personen im Rhein-Sieg-Kreis machen kann, wendet sich telefonisch an die Kreispolizeibehörde unter der Nummer 02241-541-0 oder per E-Mail. Auf der Portalseite kann außerdem ein Formular zum jeweiligen Fall ausgefüllt werden.

Hohe rechtliche Hürden für Fahndungen der Polizei

Die rechtlichen Voraussetzungen für die Veröffentlichung von Bildern gesuchter Personen sind streng. „Jede Öffentlichkeitsfahndung muss zwingend durch ein ordentliches Gericht angeordnet werden oder bei Gefahr im Verzug durch Ermittlungspersonen der Staatsanwaltschaft“, erklärt Niesczery. 

Die öffentlichen Fahndungen der Polizei sollten also nicht mit der privaten Veröffentlichung von Aufnahmen von Überwachungskameras oder anderen Bildern mutmaßlicher Täter gleichgestellt werden. Dadurch könne sogar im schlimmsten Fall polizeiliches Handeln behindert werden, sagt Niesczery. Außerdem könne man sich damit selber „zivilrechtlicher Belange und/oder eigener strafrechtlicher Verfolgung aussetzen“. (hen)

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