Verkehrsversuch beendetDer Schulcampus in Hennef bleibt dauerhaft autofrei

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Seit dem 17. April 2023 ist die Fritz-Jacobi-Straße abgebunden durch eine Schrankenanlage. Die Gebäude des Schulcampus sind miteinander verbunden, ohne fließenden Verkehr.

Seit dem 17. April 2023 ist die Fritz-Jacobi-Straße abgebunden durch eine Schrankenanlage. Die Gebäude des Schulcampus sind miteinander verbunden, ohne fließenden Verkehr.

Nach der Auswertung des Sachverständigen-Büros im Ausschuss für Stadtplanung bleibt die Sperrung der Fritz-Jacobi-Straße bestehen.

Nach den Osterferien vergangenen Jahres, im April 2023, startete der Verkehrsversuch für einen autofreien Schulcampus. Damals wurden zwei Schranken gebaut, um die Fritz-Jacobi-Straße für den Durchgangsverkehr zu sperren. Nur Schulbusse und Einsatzfahrzeuge durften die Strecke passieren. Jetzt stimmte der Ausschuss für Stadtgestaltung und Planung einstimmig dafür, aus dem Versuch den Dauerzustand zu machen und die Sperrung aufrechtzuerhalten.

Der Verkehrsplanungsbüro BSV stellte den Ausschussmitgliedern die Evaluation vor. Fünf Verkehrszählungen hat es gegeben, zwei vor und drei während des Versuchs.

Verkehrssystem hat sich nach Angaben der Gutachter eingespielt

Bei den Datenerhebungen im August und Dezember 2023 gab es trotz der winterlichen Witterung keine wesentlichen Verschiebungen mehr. Daraufhin konnte der Versuch beendet werden, neue Erkenntnisse waren nicht zu erwarten.

Das Verkehrssystem hat sich nach Angaben der Gutachter eingespielt, die Verkehre  haben sich auf die dafür vorgesehenen, klassifizierten Straßen verlagert. Die Experten haben etwas geringere Verkehrsströme festgestellt. Daraus ziehen sie den Schluss, dass es eine Verlagerung von Auto auf Fußwege und Fahrradnutzung gegeben habe.

Abschlussbericht zieht positives Fazit nach Verkehrsversuch an Hennefer Schule

Im Abschlussbericht ziehen sie folgendes Resümee: „Abschließend sind die verkehrlichen Auswirkungen der Sperrung der Fritz-Jacobi-Straße als überwiegend positiv zu bewerten. Damit stehen aus verkehrlicher Sicht einer Verstetigung des Versuchs keine Einwände entgegen.“ Bürgermeister Mario Dahm, der das Projekt als erstes größeres für eine Verkehrswende eröffnet hatte, kam zu einem ähnlich positiven Ergebnis.

Der Verkehrsversuch zum autofreien Schulcampus war mutig, professionell und im Ergebnis erfolgreich. Täglich fahren heute rund 5700 Fahrzeuge weniger mitten durch unser Schulzentrum, sagte er. Dadurch sei die Sicherheit und Aufenthaltsqualität für die mehr als 4000 Schülerinnen und Schüler erhöht worden. Der Nutzen der neuen Verkehrsführung überwiege eindeutig.

Jetzt soll ein durchgehender Campusboulevard geplant und die Straßenfläche umgebaut werden. Bei der Auswertung hatte sich ergeben, dass der Verkehr um 99 Prozent zurückgegangen ist, die Abkürzung zur Autobahn nicht mehr genutzt wurde. Rund um den Baumarkt waren es im Dezember immerhin 41, im August 40 Prozent, zwischen Königstraße und Theodor-Heuss-Allee 62 respektive 61 Prozent.

Selbst auf der Theodor-Heuss-Allee waren die Auswirkungen spürbar, dort gab es in Richtung Geistinger Kreisel einen Rückgang um 16 Prozent im Dezember und 13 Prozent im August. Auf den klassifizierten Landesstraßen, der Frankfurter und Bonner Straße nahm der Verkehr dagegen zu, um bis zu 25 Prozent. Die Verkehrsplaner empfehlen, die Ampelschaltung an der Königstraße und der Beethovenstraße noch zu optimieren, um den Verkehrsfluss zu verbessern. 

Noch immer gebe es aber zu viel unberechtigten Durchgangsverkehr auf der Königstraße, die eine Fahrradstraße bleiben wird. Außer von Anliegern, die Radfahrer nicht gefährden dürfen, sind Kraftfahrzeuge grundsätzlich verboten. Die Belastung hat seit der ersten Verkehrszählung zwar abgenommen, aber immer noch fahren nach Schätzung des Büros BSV rund 375 Fahrzeuge täglich entgegen der Anliegerregelung durch die Königstraße. 

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