„Streit müssen wir noch üben“Uckerather Paar feiert Diamanthochzeit in Hennef

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Wilhelm und Irene Altenfeld lächeln sich an.

Wilhelm und Irene Altenfeld feiern ihren 60. Hochzeitstag.

Seit 60 Jahren hält die Liebe von Wilhelm und Irene Altenfeld. Obwohl die Hochzeit unter schwierigen Umständen stattfand.

Heute vor 60 Jahren standen Wilhelm (83) und Irene Altenfeld (77) in der Erlöserkirche in Köln-Rath vor dem Traualtar. „Es war damals nicht einfach“, sagt die Jubilarin, „ich war erst 17 Jahre alt und erwartete ein Kind.“ Dass der Pastor überhaupt seinen Segen gab, habe auch daran gelegen, dass sich der gelernte Elektriker für die Kirchengemeinde engagierte. „Ich habe das Elektrische dort gemacht, das hat den Pfarrer umgestimmt“, berichtet der von allen Willi genannte Wilhelm Altenfeld.

Das Foto ihrer kirchlichen Trauung weckt Erinnerungen an besonderen einen Umstand jener Zeit: Es war ihr nämlich wegen ihrer Schwangerschaft untersagt, in Weiß zu heiraten, weshalb sie ihrem heutigen Mann im dunklen Kostüm ihr Jawort gab.

Diamantenhochzeit: Paar kannte sich bereits lange vor der Hochzeit

Willi Altenfeld und Irene Raase kannten sich bei der Eheschließung seit 13 Jahren. Da ihr Bruder Karl Willi Altenfelds bester Freund war, ging dieser im Haus ein und aus. Eine Liebe wurde daraus, als er bei der Bundeswehr im niedersächsischen Munster stationiert war. „Er fragte meine Mutter um Erlaubnis, mich bei einem Heimaturlaub besuchen zu dürfen“, erzählt sie. Da habe es gefunkt, erinnert sich das Diamantpaar, einander lächelnd anschauend. Die Söhne Ralf, Karl-Heinz und Jörg wurden geboren. Deren Familien bescherten den Altenfelds sieben Enkel und drei Urenkel, ihr ganzer Stolz, wie die Jubilare unterstreichen.

Wilhelm und Irene Altenfeld nach ihrer Hochzeit vor 60 Jahren.

Das Paar nach der kirchlichen Trauung heute vor 60 Jahren.

Den Beruf als Einzelhandelskauffrau hatte die junge Ehefrau früh aufgegeben, sie zog die Kinder groß. „Das war sehr schwer, man musste das Sparen lernen, es gab damals Wochenlohn“, erinnert sich Irene Altenfeld. Gleichwohl ließen sich „einige Mark“ zur Seite legen, für die Familienurlaube, als die Söhne dann etwas älter waren.

Ueckerather Paar: Campen als gemeinsame Leidenschaft

Das Campen war die bevorzugte Urlaubsart, anfangs mit Steilwandzelt. Bayern, Österreich, Ungarn oder Jugoslawien waren beliebte Reiseziele. Dem Campen blieben die heute in Uckerath lebenden Eheleute bis ins Alter treu, wobei ein Wohnwagen das Zelt ablöste.

Willi Altenfeld stellt seinen ältesten Sohn Ralf als Kleinkind auf ein Motorrad.

Papa Willi Altenfeld mit dem ältesten Sohn Ralf

Jetzt wurden vermehrt die Benelux-Länder, die Mecklenburgische Seenplatte und die Ostsee bereist und die Sehenswürdigkeiten auf den mitgeführten Fahrrädern in Angriff genommen. Mittlerweile füllt das Paar seine Zeit mit ruhigeren Hobbys aus, etwa mit Rätseln, Fernsehen oder kleinen Spaziergängen mit ihrem Pinscher Daisy.

Ob es oft Streit gab in den sechs Jahrzehnten? „Streit, nein. Da müssen wir noch üben“, antwortet der gelernte Elektriker und Alarmanlagenbauer umgehend. „Fetzen sind nie geflogen, wenn Sie das meinen“, bestätigt Irene Altenfeld ihren Mann: „Und wenn, dann haben wir uns schnell vertragen.“ Gefeiert wird der große Tag im familiären Kreis zuhause. Die Kinder, lobt das Paar, hätten sich mächtig ins Zeug gelegt und den Feierraum geschmückt.

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