Künstler mit großen Namen lieferten großartig ab, doch mindestens genauso begeisterten die eigenen Beiträge.
KostümsitzungWesterwaldsterne feierten im Rosensaal in Hennef-Uckerath ein rauschendes Fest

Die „Drummerholics“ heizten mit treibenden Rhythmen ordentlich ein und trieben das Publikum auf die Beine.
Copyright: Ralf Rohrmoser-von Glasow
Das ist ja schon mal eine Hausnummer, wenn die Karnevalsgesellschaft den pompösen Einzug zur Kostümsitzung in den Rosensaal in Hennef-Uckerath ebenso mit eigenen Tänzerinnen und Tänzern gestalten kann wie das Finale viele Stunden später um Mitternacht. Für die „Westerwaldsterne“ eine Selbstverständlichkeit. Sie zeigten Gardetanz mit Showtanzelementen auf außerordentlich hohem Niveau.
Die erste Halbzeit gehörte - außer dem Redner „Die Erdnuss“ - den eigenen Leuten aus dem „Dorf“. Die Prinzenpaare, Kinder wie Erwachsene, rockten die Bühne, selbst Bürgermeister Mario Dahm musste mittanzen. Als Ehrbezeugung war der frühere Vizebürgermeister Thomas Wallau eingeladen, wie die Präsidenten der befreundeten Vereine als Karnevalsmaus einzuziehen, ein Paragraf von Prinz Rainer II. und Diana I.

Die Kinderprinzessin und ihr Gefolge wurden von den großen Sternen in den Saal getragen.
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Kinderprinzessin Frida I. wurde mit ihrem Gefolge auf den Schultern der großen Sterne in den Saal getragen. Ihre Gesangs- und Tanzeinlage bejubelten die Jecken. Sicher einer der Höhepunkte des Abends war der Elferratsvortrag. Kaum war Michi Schmelzer noch geehrt und als Jugendtrainerin verabschiedet worden, mit „Pipi in den Augen“, wie sie gestand, schon schlüpfte sie in die Rolle des Sitzungspräsidenten der Schlechte-Laune-Sitzung.
„Blöd, dat ihr do sid! He im Heizungskeller vum Landsknecht - der Tiefgarage des rheinischen Trübsinns“, begrüßte sie in feinster Litsch-Manier die Jecken. Allein am Pult, kündigte sie den ersten Tiefpunkt des Abends an, das Tanzpaar Emma Willnicht und Mika Auchnicht, reingespielt von der Hauskapelle „Die Trübsalbläser von Ückeroth“.
Blöd, dat ihr do sid! He im Heizungskeller vum Landsknecht - der Tiefgarage des rheinischen Trübsinns.
Schmelzer, bekennende Rampensau, bot sich als Zweitbesetzung für die Stunksitzungspräsidentin Biggi Wanninger geradezu an. Und das Funkemariechen zog mit, schmiss sich auf den Boden und tat - nix. Der/die was auch immer PräsidentIn beschimpfte das Publikum, forderte es auf, bloß nicht zu klatschen, auch nicht für die „Stöhner“, zu denen sie meinte: „Wenn ihr nur ansatzweise für Stimmung sorgt, dann fliegt ihr hochkant!“
Die „Drummerholics“ heizten mit beinharten Rhythmen ein
Redner Knotterblömche, Schmollität Prinz Heppi I., Lieblosigkeit Jungfrau Erika und Missmutigkeit Bauer Michael, sie verbreiteten so viel schrägen Spaß, dass das Publikum begeistert klatschte. Da passten die „Drummerholics“ wie Faust aufs Auge, mit beinharten Rhythmen heizten sie ein.

Michi Schmelzer als Sitzungspräsidentin im tiefen Tal des Trübsinns begeisterte mit frechen Sprüchen.
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Nach der Pause kam dann ein Großer seines Fachs: Redner und Musiker JP Weber gab eine kleine Lehrstunde in Kölsch. Das Wort des Abends war „Siggewaselümpsche“, übersetzt Seidenblouson. Sein Appell an die Redner, das Salz in der Suppe des Karnevals: Energie kommt nicht aus dem Lautsprecher, sondern aus dem Publikum. Big Maggas, Rabaue und eben die großen Westerwaldsterne rundeten den Abend ab.
