L 269 in NiederkasselHaftstrafe nach tödlichem Unfall

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Niederkassel/Siegburg – Beim zweiten Prozesstag wegen fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr war der Vater des Opfers nicht anwesend. Erst vor einigen Tagen hat sich der Tod des 34-jährigen Niederkasselers gejährt. Deshalb sei der Gang zum Amtsgericht Siegburg nun zu schwer für ihn gewesen, sagte die Nebenklage-Anwältin Barbara Jülich dieser Zeitung.
Am ersten Prozesstag vor drei Wochen hatten sich der 24-jährige Unfallverursacher aus Troisdorf und der von Trauer gebeugte Vater des Opfers noch Auge in Auge gegenüber gesessen. Gestern sprach Richter Hauke Rudat das Urteil: Acht Monate Haft, drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, zwei Monate Führerscheinentzug und die Auflage, 3600 Euro an gemeinnützige Einrichtungen zu zahlen.
Der 1300 Euro netto verdienende Troisdorfer soll sich an sein zu schnelles Fahren auf der L 269 von Uckendorf Richtung Stockem am 6. August 2013 erinnern, sagte Rudat. Er war sich sogar sicher, dass der sehr deprimiert wirkende junge Mann mit Abitur und Lehre sein Leben lang daran tragen werde.
Aussagen von Businsassen
Drei weitere Zeugen hatte man am Dienstag zunächst gehört, auch drei 17-Jährige, die in dem Bus saßen, den der 24-Jährige mit bis zu 120 Stundenkilometern (100 waren erlaubt) überholt hatte und dann kurz vor einem entgegenkommenden Bus wieder eingeschert war.
Der Angeklagte hatte gesagt, der entgegenkommende Bus habe, nachdem er mit seinem Golf längst sicher eingeschert sei, in der Kurve ein Stück auf seine Fahrbahn geragt, weshalb er mit den rechten Rädern auf den schadhaften Fahrbahnrand geraten und in den entgegenkommenden blauen Smart des 34-Jährigen gekracht sei. Er selbst wurde leicht verletzt. Ob es wegen des Busses oder zu schnellen Fahrens oder einer Kombination aus beidem zum Unglück kam, blieb offen.
Auf jeden Fall fuhr er für die Gesamtsituation zu schnell, waren sich alle einig, auch Verteidiger Dierk Bernhardt, der sagte: „Wäre er 70 gefahren, wäre es nicht dazu gekommen.“

