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Kriselndes Bayer 04Leverkusen will Europa-Aus verhindern – Diaby weckt Hoffnungen

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Xabi Alonso (links) im Gespräch mit Moussa Diaby

Xabi Alonso (links) im Gespräch mit Moussa Diaby

Der Franzose steht zumindest im Leverkusener Kader für das Spiel bei der AS Monaco.

Als Moussa Diaby am Mittwochvormittag in die Bay-Arena trabte, mussten seine zuletzt lädierten Adduktoren sofort die ersten Belastungsproben bewältigen. Jeremie Frimpong warf seinem französischen Teamkollegen zwei Bälle von hinten in die Waden. Diaby, offensichtlich bemüht finster dreinblickend, revanchierte sich mit zwei wuchtigen Linksschüssen – traf jedoch nur einen Ordner und die Unterkante der Latte eines am Spielfeldrand abgestellten Tores.

Diabys Muskulatur überstand die ersten Anstrengungen des Abschlusstrainings vor dem Rückspiel der Europa-League-Zwischenrunde am Donnerstag bei der AS Monaco (18.45 Uhr/RTL+) offenbar schadlos. Der schnelle Außenstürmer wird zumindest im Kader stehen und als Bedrohung für das Team aus dem Fürstentum taugen. Ob Diaby nach seiner mehrtägigen Pause tatsächlich zum Einsatz kommen könnte, ließ Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes am Rande des Abschlusstrainings offen: „Es ist Abwägungssache. Natürlich ist es ein wichtiges Spiel. Aber zu entscheiden, wie viel Risiko man da eingehen kann, ist am Ende eine Sache von Stunden.“

Sardar Azmoun wirbt für sich

Leverkusen könnte die Qualitäten des Franzosen, mit 15 Scorerpunkten in 28 Einsätzen (zehn Tore/fünf Vorlagen) gefährlichster Profi im Team, sehr gut gebrauchen. Die Werkself will im Stade Louis II beim formstarken Tabellendritten der Ligue 1 einen 2:3-Rückstand aus dem Hinspiel umbiegen, um das größte verbliebene Saisonziel nicht beerdigen zu müssen. Am vergangenen Donnerstag hatte die Mannschaft von Trainer Xabi Alonso in der Bay-Arena nach wildem Auftritt spät verloren – ähnlich wie am Sonntag an selber Stelle und dem identischen Ergebnis in der Bundesliga gegen Mainz 05.

Während Diabys Einsatz fraglich ist und Patrik Schick noch keine Luft für 90 Minuten hat, eröffnete sich beim 2:3 gegen Mainz eine andere Offensiv-Option. Sardar Azmoun hatte von Beginn an spielen dürfen und seine Sache gut gemacht – vor allem daran gemessen, dass Xabi Alonso ihn zuletzt wochenlang mehr oder weniger ignoriert hatte. Der Iraner war gegen Mainz immer anspielbar, einsatz- und lauffreudig. Dazu holte der Stürmer einen Elfmeter heraus und bereitete Nadiem Amiris zwischenzeitliches 1:1 vor.

Simon Rolfes zeigt sich optimistisch

„Wir haben immer gesagt, dass Sardar mehr kann, als was er bislang bei Bayer 04 gezeigt hat. Gegen Mainz hat man gesehen, dass er sich richtig reingebissen hat“, lobte Geschäftsführer Rolfes. „Es war ein guter Schritt. Ich hoffe, dass es bei ihm in diese Richtung weitergeht.“ Bayer 04 hätte Azmoun im Winter bei einem passenden Angebot abgegeben, ein Transfer zu Olympique Marseille stand offenbar kurz bevor, wie Azmoun selbst in einem Interview auf der Website des iranischen Verbandes erklärte: „Es wurde im letzten Moment abgesagt, ich hatte sogar schon meine Rückennummer bei Marseille.“ Nun bleibt der Stürmer mindestens bis zum Sommer – und soll in Monaco dabei helfen, Leverkusens europäischen Totalschaden zu verhindern.

Nach dem Abschlusstraining ging es für die Werkself am Nachmittag von Köln/Bonn mit dem Flieger nach Nizza und von dort ins Hotel nach Monaco. Xabi Alonso kann auf alle zuletzt eingesetzten Profis bauen, zuzüglich Rückkehrer Diaby und abzüglich des für den Europapokal nicht nominierten Daley Sinkgraven. „Es herrscht Vorfreude. Das Hinspiel war intensiv, auf gutem Niveau. Das wird es am Donnerstag auch sein“, sagte Geschäftsführer Rolfes, der sich betont optimistisch gab: „Wir haben noch alle Chancen.“ Die Qualität, das Duell zu drehen, habe die Mannschaft.

Und nach den Rudelbildungen nach Schlusspfiff des Hinspiels auch ein bisschen Wut im Bauch. „Wir haben noch eine Rechnung offen“, sagte Nadiem Amiri. Doch Rolfes warnte: „Die Emotionen sind wichtig, aber sie müssen kontrolliert sein. Sie dürfen uns nicht ablenken, wir müssen clever bleiben.“

So könnte Bayer 04 gegen Monaco spielen

Monaco: Nübel - Aguilar, Disasi, Maripan, Caio Henrique - Fofana, Camara - Diatta, Golovin - Embolo, Ben Yedder. – Leverkusen: Hradecky - Tapsoba, Tah, Hincapie - Palacios, Andrich – Frimpong, Amiri, Wirtz, Adli – Azmoun. – Schiedsrichter: Hernández (Spanien).