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Leistungssteigerung gegen SpanienDeutsche Handballer verwandeln Österreich-Vorlage

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DHB-Kapitän Johannes Golla jubelt.

DHB-Kapitän Johannes Golla und seine Teamkollegen zeigten gegen Spanien ein anderes Gesicht.

Deutschlands Handballer haben bei der EM die Hauptrunde erreicht. Gegen Spanien zeigte das DHB-Team eine massive Steigerung.

Für Deutschland geht die Handball-EM weiter – weil die DHB-Auswahl gegen Spanien ein völlig anderes Gesicht zeigte.

Im abschließenden Vorrundenspiel benötigte die deutsche Mannschaft dank der Schützenhilfe von Österreich nur ein Unentschieden, um das vorzeitige Ausscheiden zu verhindern.

Österreich leistet Schützenhilfe für das Team

Nach der schmerzhaften Niederlage gegen Serbien, inklusive eines Fehlers von Bundestrainer Alfred Gislason kurz vor Schluss, präsentierte sich das DHB-Team gegen den mehrfachen Welt- und Europameister deutlich verbessert.

Beim Stand von 3:2 ging Deutschland erstmalig in Führung – und gab diese bis zum Spielende nicht mehr ab. Durch den 34:32-Sieg nimmt Deutschland nun sogar zwei Punkte mit in die Hauptrunde, hat die Chancen auf das Halbfinale damit deutlich erhöht.

Zur ganzen Wahrheit gehört jedoch auch: Dieser Sieg hätte für das Weiterkommen nicht ausgereicht, hätte Österreich nicht zuvor am Abend Serbien bezwungen. Bei einem Sieg der Serben hätte Deutschland einen Erfolg mit mindestens drei Toren Differenz gegen Spanien benötigt.

Womöglich auch durch die Schützenhilfe beflügelt, zeigte die DHB-Auswahl vor 9526 Fans einen engagierten Auftritt. Hinten wehrte Torhüter David Späth in der Schlussphase mehrfach spektakulär ab, zudem agierte die Abwehr konsequent. Im Angriff überzeugten die DHB-Männer durch ihre Variabilität und eine hohe Trefferquote.

Insbesondere Renars Uscins und Juri Knorr waren kaum aufzuhalten, auch Kreisläufer Justus Fischer zeigte eine starke Leistung. Uscins wurde mit acht Toren zum besten deutschen Werfer, Knorr erzielte fünf Treffer und versprühte in der hitzigen Atmosphäre der Jyske Bank Boxen große Spielfreude.

In der Hauptrunde trifft Deutschland ab Donnerstag auf die Übermannschaft aus Dänemark (Weltmeister und Olympiasieger) sowie auf Titelverteidiger Frankreich und Norwegen. Der vierte Gegner wird entweder Portugal oder Nordmazedonien sein. Die Spiele trägt Deutschland allesamt in Herning aus.

Gislason, der nach der 27:30-Niederlage gegen Serbien viel Kritik hatte einstecken müssen, schwor sein Team mit emotionalen Worten auf das entscheidende Spiel ein. „Wir müssen eine Klasseleistung bringen, mit viel Herz und noch mehr Kopf.“ Man müsse das „Olympia-Wunder wiederholen, wenn wir weiterkommen wollen“, fügte der 66-Jährige hinzu und erinnerte an den Silber-Erfolg bei den Sommerspielen 2024, als das DHB-Team die Spanier zweimal besiegte.

Gislason lobt herausragende Abwehrarbeit

Das Feuer des Trainers sprang direkt auf die Mannschaft über. Nach einer Schweigeminute für die Opfer des schweren Zugunglücks in Spanien erhöhte das deutsche Team sofort das Tempo. Spielmacher Knorr agierte zwei Tage nach seiner Kritik am Trainer erneut von Beginn an wirbelnd, und der erstmals bei der EM eingesetzte Nils Lichtlein erwies sich im Unterzahlspiel als belebendes Element.

Angetrieben von den lautstarken deutschen Fans, erzielte Knorr beim 3:2 die erste DHB-Führung (5.) – und Deutschland blieb am Drücker. Hinten parierte Torhüter Andreas Wolff immer wieder spektakulär, und als Kreisläufer Justus Fischer mit einem Doppelpack die erste Drei-Tore-Führung (12:9) herstellte, ballte Gislason an der Seitenlinie energisch die Fäuste. „Hey Jungs, Abwehr weiter, das ist überragend, es läuft richtig gut“, rief er seinen Spielern in der Auszeit zu: „Sie haben sehr große Probleme im Rückzug.“

Im Angriff übernahm nun der unwiderstehliche Uscins die Partie. Nach drei weiteren Toren des Torjägers stand es plötzlich 16:12 (27.). So ging es trotz einiger unkonzentrierter Abschlüsse mit einem Vorsprung in die Halbzeit. 

Nach der Pause hielt or allem der deutsche Rückraum mit Uscins, Knorr und dem Gummersbacher Julian Köster das deutsche Team auf Kurs. Als Linksaußen Lukas Mertens nach Anspiel von Knorr zum 23:20 traf (41.) und der nun eingewechselte Späth parierte, sprangen viele deutsche Fans von ihren Sitzen. Gislason ballte vor Freude beide Fäuste.

Die Spanier ließen sich jedoch nicht abschütteln, sodass es bis in die Schlussminuten spannend blieb. Das deutsche Team bewahrte aber die Ruhe und brachte den Vorsprung mit Cleverness und Klasse über die Ziellinie. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.