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Nach erlösendem Sieg in MünsterFortuna Köln hofft auf Winterneuzugänge

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Fortuna_Münster

Endlich Grund zum Jubeln haben Moritz Hartmann (Zweiter von rechts) und seine Teamkollegen von Fortuna Köln nach dem 2:0-Erfolg in Münster. 

Münster/Köln – Als Moritz Hartmann in der Nachspielzeit aufs Tor von Preußen Münster zulief und die fehlende Gegenwehr ausnutzte, um per sattem Flachschuss ins linke untere Eck zu vollenden, war es Gewissheit: Fußball-Drittligist SC Fortuna Köln hat sich aus der chaotischen Umstellungsphase von der Ära Uwe Koschinat hin zu Tomasz Kaczmarek herausgekämpft. Im siebten Liga-Spiel unter dem neuen Trainer gelang am Samstagnachmittag der erste Sieg, ein 2:0 (1:0) in Münster. Vor Hartmanns spätem 2:0 (90.+2) hatte Michael Eberwein mit seinem Tor die Basis zum erlösenden Erfolg gelegt (5.).

„Es freut mich extrem für die Spieler, für den Verein, für die Fans“, sagte ein erkennbar erleichterter Kaczmarek. „Die Mannschaft hat sich das in den letzten Wochen erarbeitet. Wenn nicht jeder einzelne Spieler seine Leistung auf den Platz gebracht hätte, hätte das hier nicht so geklappt.“

Die Fortuna begann engagiert und versuchte, aus einer kompakten Defensive heraus Nadelstiche zu setzen. Das gelang bereits nach fünf Minuten, als Eberwein eine Flanke von Benjamin Pintol per Kopf verwandelte. Kaczmarek hatte in der Startelf trotz dessen abgelaufener Sperre auf Regisseur Maik Kegel verzichtet. Dominik Ernst (zehnte Gelbe Karte) und Steven Ruprecht (fünfte Gelbe Karte) fehlten ebenfalls. Dennoch bestätigte die Mannschaft –  gerade defensiv –  die ansteigende Formkurve der vergangenen Wochen. Immerhin gab es seit nun drei Spielen keine Niederlage. „Wir haben den Gegner ins Mittelfeld gelockt, dort viele Ballgewinne gehabt und dann gut gekontert“, lobte Kaczmarek. „Was gefehlt hat, das war ein deutlich schnelleres 2:0.“

Moritz Hartmann trifft in der Nachspielzeit

Die Chancen waren da. Hamdi Dahmani scheiterte an der Latte (21.), Pintol vergab den Nachschuss relativ kläglich. Münster wurde allenfalls nach Standardsituationen gefährlich. In der 50. Minute traf Martin Kobylanski im Anschluss an eine Ecke ebenfalls nur Aluminium. Nach vielen nicht gut ausgespielten Kontern erlöste der einwechselte Hartmann den Südstadt-Klub in der Nachspielzeit. „Die Stimmung ist sehr gut, erleichtert“, sagte Kapitän Dahmani. „Es ist uns schon ein Stein vom Herzen gefallen. Mit einem Sieg in die Pause zu gehen, ist das Beste, was es gibt.“

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Durch den Erfolg haben sich die Fortuna-Profis mehr Freizeit erkämpft, am 7. Januar erwartet Coach Kaczmarek seine Spieler zum Trainingsauftakt. Bei einer Niederlage wären es drei Tage früher gewesen. „Ich hoffe, dass die Weihnachtstage nach dem Sieg jetzt etwas schöner ausfallen“, sagte Kaczmarek. „Mental kann man jetzt ein bisschen runterfahren. Aber am 7. Januar müssen alle in einem körperlich guten Zustand zurückkommen. Wir haben eine extrem schwierige Rückrunde vor uns.“

Die zweite Saisonhälfte könnte Fortuna mit einem veränderten Kader antreten. Michael W. Schwetje bestätigte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, dass Wintertransfers geplant sind. „Wir machen uns intensive Gedanken“, sagte der Investor und Geschäftsführer des Südstadt-Klubs. „Aber man muss natürlich abwarten, ob die Spieler, die wir im Auge haben, auch verfügbar sind.“