Der 19-Jährige könnte am Samstag im Spiel bei Jahn Regensburg sein Debüt feiern.
Viktoria KölnJakob Sachse soll die Lücke im Angriff schließen

Viktoria Kölns Stürmer Jakob Sachse
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So leicht wie erhofft war der Abschied von Tyger Lobinger in Richtung MSV Duisburg für den FC Viktoria Köln doch nicht zu verkraften. Der Toptorjäger hatte eine klaffende Lücke im Höhenberger Kader hinterlassen, die sich aus dem dünnen Personalstamm der Mannschaft heraus nicht schließen ließ. Nach den Eindrücken der vergangenen Wochen, so formuliert es Trainer Marian Wilhelm, sei man zu dem Entschluss gekommen, noch einmal nachzulegen. „Wir haben durchgehend den Stürmermarkt gescannt.“ Das Ergebnis der Suche ist 1,91 Meter groß, trägt die Rückennummer 40 und heißt Jakob Sachse – passend für einen gebürtigen Leipziger. Der 19-Jährige kam auf Leihbasis von Schalke 04. „Er ist ein physischer Wandstürmer mit gutem Abschluss. Jakob ist extrem ehrgeizig und hat große Lust, sich der Herausforderung zu stellen“, beschreibt Wilhelm seinen neuen Angreifer.
Erst ein Stürmertor im Jahr 2026
Sachse ergänzt das bisherige Stürmerduo David Otto und Benjamin Zank. Vorne hatte die Viktoria zuletzt Sand im Getriebe; in den drei Spielen des neuen Jahres gelang den Höhenbergern erst ein Stürmertor, beim 1:3 gegen Waldhof Mannheim traf Zank. Weil Otto wegen seiner fußballerischen Qualitäten in einer leicht hängenden Rolle besser aufgehoben ist, fehlten Wilhelm für die vorderste Front die Alternativen – bislang. „Jakob hat ein extrem spannendes Profil. Und er ist so weit, dass er den nächsten Schritt gehen kann“, sagt der Trainer. Für die Schalker Reserve hatte er in der Regionalliga West in dieser Saison neun Tore erzielt und fünf vorbereitet.
Im Sturmzentrum ist die Viktoria nun außergewöhnlich groß besetzt – und jung. Sachse misst 1,91 Meter, Zank 1,95. Sie sind 19 und 21 Jahre alt, für beide ist die Dritte Liga noch Neuland. Doch identische Spielertypen sind sie Wilhelm zufolge nicht. „Zank ist mehr ein Tiefgänger, der große Räume hinter der gegnerischen Abwehrkette bearbeiten kann. Sachse ist eher ein Ankerneuner und ein Boxspieler. Die Profile unterscheiden sich, doch beide sind sehr physische Spieler.“
Raphael Ott an Schalke verliehen
Im Zuge der Verpflichtung von Sachse wurde Raphael Ott auf Leihbasis an die Schalker Reserve verliehen. Der 20-jährige Flügelspieler kam im Sommer von 1860 München nach Höhenberg, konnte sich unter Wilhelm aber nicht durchsetzen. Bislang stehen für ihn vier Drittliga-Kurzeinsätze zu Buche. „Hier hatte er nicht so viel Glück, aber wir sind von Raphael und seinen Qualitäten überzeugt“, sagt Viktorias Coach. „Was jetzt am wichtigsten für ihn ist, ist Spielpraxis.“
Am Samstag könnte Sachse in der Partie bei Jahn Regensburg (14 Uhr) sein Debüt für die Kölner geben. Auch Mittelfeldspieler Taylan Duman, den die Viktoria vor einigen Tagen unter Vertrag genommen hatte, könnte nach überstandenem Infekt erstmals im Kader stehen. Wilhelm erwartet mit Regensburg eine „Mentalitätsmannschaft, die viel Größe und viel Physis mitbringt. Es wird ein Abnutzungskampf. Beide Teams wollen pressen und haben einen Anspruch an ihr Spiel. Kleine Dinge werden entscheiden.“
Lars Dietz fehlt gelbgesperrt
Während Wilhelm in seiner Offensive auf neue Optionen setzen kann, muss er defensiv improvisieren. Neben dem seit Wochen wegen einer Rückenverletzung pausierenden Kapitän Christoph Greger fällt auch noch sein Stellvertreter Lars Dietz aus; der Abwehrchef ist gelbgesperrt. „Es wird eine große Herausforderung, beide Köpfe fehlen“, sagt Wilhelm. Vor der Saison hatte der Coach immer wieder von einem die Mannschaft tragenden Gerüst aus erfahrenen Profis gesprochen: Dudu, Greger, Dietz, Lobinger und Simon Handle. In Regensburg wird der Viktoria nur Letzterer zur Verfügung stehen.

