„Warum so angepisst, Leon?“NHL-Reporter legt sich mit Draisaitl an und erntet Kritik
Köln – Es läuft derzeit alles andere als rund beim NHL-Club von Leon Draisaitl. Die Edmonton Oilers dürften von allen 32 Liga-Teams aktuell das vielleicht frustrierteste darstellen.
Als Titel-Aspirant wurde das Team des Kölner Überfliegers nach einer beeindruckenden Siegesserie zu Beginn der Saison gefeiert. Zuletzt setzte es meist Niederlagen. Besonders bitter ist aber, dass das kanadische Traditionsteam im Zuge der Corona-Pandemie weitaus weniger Spiele bestreiten darf, als die meisten anderen NHL-Teams. Doch obwohl die Partien ausbleiben, bleibt Spielern und Trainern der Gang zu den obligatorischen Pressekonferenzen nicht erspart.
Draisaitl gereizt: „Du kannst das tun. Du weißt alles“
Und da es in sportlicher Hinsicht weniger zu besprechen gibt als sonst, wiederholen sich die kanadischen Reporter bei ihrem Versuch, die Misere der Oilers zu beleuchten. Der langjährige Journalist Jim Metheson ist in Edmonton bekannt dafür, den Finger immer wieder in die Wund zu legen. Nachdem er Draisaitl bittet, noch einmal seine „Wut“ zu beschreiben, antwortet der Eishockey-Profi mit einem Lächeln und betet eine bereits oft gegebene Antwort herunter. „Ich würde es mehr Frust als Wut nennen“, so Draisaitl.
Ob die beiden Niederlagen-Serien von je sechs Spielen zu überwinden seien, will Metheson daraufhin wissen. Draisaitl verzichtet auf eine lange Antwort, winkt ab und sagt nur: „Ja, sicher“. Als der 72-Jährige den Hauptgrund für das aktuelle Scheitern der Oilers erklärt haben möchte, schüttelt der Kölner mit dem Kopf. „Wir müssen in allem besser werden“. Die Aufforderung, seine Antwort weiter auszuführen verneint der Oilers-Center und ergänzt sichtlich genervt. „Du kannst das tun. Du weißt alles“.
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Metheson reagiert daraufhin mit einer Frage, die ihm in den sozialen Netzwerken derzeit um die Ohren fliegt: „Warum bist du so angepisst (O-Ton: „pissy“), Leon?“. „Bin ich nicht, ich antworte nur auf die Frage“, entgegnet der 26-Jährige einigermaßen verdutzt auf die Wortwahl des Reporters. Metheson erklärt noch, dass das für ihn keine gute Antwort gewesen sei. Dies lässt Draisaitl so stehen.
Auf die letzte Frage, ob es denn gut ankomme, wenn man seine Wut auf dem Eis vor seinen Teamkollegen zeige, wie es zuletzt bei der Niederlage gegen die Ottawa Senators geschehen sei, brachte Draisaitl nur noch eine ironische Antwort über die Lippen. „Na klar“.
Unter diversen Youtube-Videos wird Jim Metheson für sein Nachfragen stark kritisiert. „Respekt für Leon. Ich wäre viel früher aufgestanden und gegangen“, heißt es etwa.
Owetschkin überholt Draisaitl an Spitze der NHL-Torjägerliste
Unterdessen ist Leon Draisaitl seit vergangener Nacht nicht mehr der erfolgreichste NHL-Angreifer dieser Saison. Der russische Superstar Alex Owetschkin von den Washington Capitals erzielte beim 4:3 gegen die Winnipeg Jets am Dienstagabend (Ortszeit) seinen 27. Saisontreffer und löste damit den 26 Jahre alten Angreifer von den Edmonton Oilers an der Spitze der Torjägerliste ab.
Die Oilers-Partie gegen die Chicago Blackhawks war eine von mehreren Begegnungen, die wegen zu vieler coronabedingter Spielerausfälle nicht wie geplant stattfand. Draisaitl steht erst am Donnerstag (Ortszeit) gegen die Florida Panthers wieder auf dem Eis. (oke)



