Zum Abschluss der Skisprungwettbewerbe enttäuschen die deutschen Goldhoffnungen bei den Olympischen Winterspielen.
„Das tut sehr, sehr weh“Fahnenträgerin Katharina Schmid kann Tränen nicht stoppen

Katharina Schmid konnte ihr Pech kaum fassen.
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Tränen-Drama um die deutsche Fahnenträgerin: Katharina Schmid erlebte bei den Olympischen Winterspielen einen Albtraum. Nach dem Desaster ließ die 29-Jährige ihrer Enttäuschung freien Lauf – ausgerechnet zu ihrem Karriereende.
Katharina Schmid verfolgte das Finale ihres letzten großen Wettkampfs dick eingepackt mit Silber-Glitzer auf der Wange und Tränen in den Augen: In der Windlotterie von Predazzo sind die deutschen Skispringerinnen bei der olympischen Großschanzen-Premiere chancenlos hinterhergeflogen und reisen erstmals ohne Medaille von Winterspielen heim.
Katharina Schmid verliert in Windlotterie und zeigt Emotionen
Die Rekord-Weltmeisterin erwischte es ganz übel. In ihrem letzten Springen bei einer großen internationalen Meisterschaft schied sie als 42. des ersten Durchgangs aus. „Das tut sehr, sehr weh. Ich hätte gerne noch einen zweiten Sprung gehabt, um mich vielleicht ein bisschen anders hier zu verabschieden“, sagte die zweimalige Olympiazweite, die vor zwölf Jahren schon bei der olympischen Premiere dabei gewesen war, im ZDF-Interview.
Teamkollegin Selina Freitag schüttelte nur noch frustriert den Kopf. „Ich habe keine Ahnung, warum es hier nicht läuft. Ich muss irgendwie versuchen, das hinzunehmen“, sagte Vizeweltmeisterin, die beim erneuten Gold der Norwegerin Anna Odine Ström nicht über Platz 17 hinauskam - schon auf der Normalschanze war die Mitfavoritin nur Siebte geworden: „Es ist wirklich hart, nach solchen Vorleistungen ohne Medaille nach Hause zu fahren.“
Katharina Schmid schied sie als 42. des ersten Durchgangs aus
Beste Deutsche in einem stark vom Rückenwind beeinflussten Springen war Agnes Reisch auf Platz zehn. Juliane Seyfarth, nach dem ersten Durchgang noch als Neunte aussichtsreichste Deutsche, wurde auf Platz 23 durchgereicht. Freitag war schon im ersten Durchgang chancenlos zurückgefallen, mit einem guten zweiten Sprung gelang ihr immerhin ein versöhnlicher Abschluss - im Gegensatz zu Schmid.
Bei Olympia wollte sie noch einmal in Topform angreifen und verschob das Karriereende. Stattdessen blieb die Erkenntnis: „Da hätte ich auch vorher aufhören können.“
Katharina Schmid ist völlig konsterniert
Ström, die schon auf der Normalschanze triumphiert hatte, setzte sich mit Sprüngen auf 130,5 und 132,0 m (284,8 Punkte) knapp vor ihrer Landsfrau Maria Eirin Kvandal (282,7) durch, die nach dem ersten Durchgang geführt hatte. Topfavoritin Nika Prevc (Slowenien) verpasste 24 Stunden nach dem Triumph ihres Bruders Domen erneut den erhofften Einzelsieg und wurde Dritte (271,5).
Die deutschen Springerinnen hatten zuvor bei allen ihren Olympia-Reisen Medaillen gewonnen. Bei der Premiere 2014 hatte Carina Vogt überraschend Gold geholt, 2018 und 2022 gab es Silber für Schmid. Zuvor hatte nur bei einem Großereignis - der WM 2011 - keine deutsche Springerin eine Medaille eingefahren.
„Wir sind hier mit einer Medaille als Ziel hingefahren“, sagte Bundestrainer Heinz Kuttin im ZDF: „Letztlich war unser Team aber zu schwach, um hier um Medaillen mitzukämpfen.“ (mbr/sid)

